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Rekordsieg

Elf Tore zum WM-Auftakt

Der erste Gegner war kein Gegner. Weltmeister Deutschland ließ Argentinien beim Eröffnungsspiel der Fußball-WM nur zehn Minuten lang eine Chance. Dann hagelte es Tore, bis der höchste Sieg feststand, der je bei einer Frauen-Weltmeisterschaft erzielt wurde.

Montag, 10.09.2007   16:06 Uhr

Shanghai - Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft besiegte den hoffnungslos unterlegenen Gegner aus Argentinien 11:0 (5:0). Es war der erste zweistellige Sieg bei einer Weltmeisterschaft.

Vor 28.098 Zuschauern in Shanghai erzielten Birgit Prinz (29./45.+1/59. ), Sandra Smisek (57./70./79.), Kerstin Garefrekes (17.), Melanie Behringer (24.) und Renate Lingor (51.) bei zwei Eigentoren der argentinischen Torfrau Vanina Correa (12./90.+1) die Treffer zum Schützenfest, das an das 8:0 der deutschen Männer bei der WM 2002 gegen Saudi-Arabien erinnerte.

Birgit Prinz stieg dank ihres Dreierpacks mit insgesamt zwölf Toren bei ihrer vierten WM-Teilnahme zur alleinigen deutschen Rekord-Torschützin vor Bettina Wiegmann (elf Tore) auf. Nach der Partie sagte sie: "Wir waren voll konzentriert von Anfang an. Wir wussten wie wichtig es ist, mit drei Punkten in dieses Turnier zu starten."

Argentinien erreichte zu keinem Zeitpunkt WM-Niveau. Die Mannschaft entpuppte sich nach der mutigen Ankündigung ihres Trainers, Deutschland keinen Grund zur Freude geben zu wollen, als pure Enttäuschung. Bereits nach dem ersten Eigentor der Torsteherin Correa brach das Team völlig auseinander und zeigte sich in der Hintermannschaft komplett überfordert. Fast ohne Gegenwehr inszenierten die deutschen Frauen um die überragende Prinz einen Angriff nach dem anderen. Bundestrainerin Silvia Neid sagte nach dem Spiel: "Wir wollten ein gutes Flügelspiel zeigen, weil wir wussten, dass es dort viel Raum geben wird."

Mit schnellem Direktspiel über die mit Kerstin Garefrekes und Melanie Behringer glänzend besetzten Flügel stellten die deutschen Frauen Argentinien vor unlösbare Probleme. In der zweiten Halbzeit bot sich das gleiche Bild in der argentinischen Defensive. Doch immerhin lief das Offensivspiel der Südamerikanerinnen besser, die hin und wieder gefährlich vor dem deutschen Tor auftauchten und mehrere Ecken herausholten. Nadine Angerer hielt ihren Kasten jedoch sauber.

Trainerin Neid schaute bereits auf das nächste Spiel gegen England am Donnerstag (14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE): "Wir dürfen das nicht überbewerten. Wir treffen jetzt auf die Engländerinnen, die sicherlich ein anderes Kaliber sein werden." Das steht wohl fest, denn Argentinien erreichte nicht einmal zweitklassiges internationales Niveau.

all/sid

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