Stil

Rettungstürme in Miami Beach

Strandschönheiten

Die Lifeguard Stands am South Beach gehören zu den Wahrzeichen von Miami Beach. Die Fotografin Karineh Gurjian hat die bunten Unikate besucht - früh morgens, wenn der Strand leer ist und das Licht ideal.

Karineh Gurjian
Von
Montag, 29.07.2019   11:47 Uhr

Ein orangefarbener Tupfer leuchtet vor der wolkenverhangenen Strandkulisse: eine von mehr als 30 Rettungsschwimmerhütten am Strand von South Beach Miami. Die Stelzenbauten sind beliebt - nicht nur, weil in ihnen Lebensretter sitzen. Nachdem Hurrikan "Andrew" 1992 die meisten Strandhäuschen zerstört hatte, gab die Stadtverwaltung neue in Auftrag, unter anderem bei dem Architekten William Lane und dem Designer Kevin Scharf. Es sind vor allem ihre farbenfrohen, futuristischen Designs die zum Markenzeichen des Strandes wurden - und den Hauptdarstellern einer Bilderserie der Fotografin Karineh Gurjian.

Die Buden stehen auf dem Strandabschnitt South Pointe Park bis hoch zur 85. Straße. Anders als in Kalifornien - wo Gurjian lebt - ist hier jeder Lifeguard Stand ein Unikat. Sie sind gestreift, geringelt oder gescheckt. Einer hat ein Dach wie ein gezackter Stern, ein anderer gleicht einem Leuchtturm. Gemeinsam haben sie, dass sie sehr farbenfroh sind und dementsprechend ein echter Hingucker. Weil sie weithin sichtbar sind, nutzen Wassersportler und Strandgänger sie als Orientierungspunkte.

Fotostrecke

Fotostrecke: Art déco am Strand

Karineh Gurjian hält sich gern am South Beach auf - um zu fotografieren aber auch zum Vergnügen. Der Strand gehört zu den beliebtesten der USA, Menschen aus aller Welt und jeden Alters treffen sich hier. Sie schätzen den weißen Strand, das vielfältige Essensangebot, das Partyleben oder das schöne Art-Déco-Viertel in der Nähe.

Das ideale Licht zum Fotografieren der Türme fand Gurjian morgens, wenn die Sonne aufging. Dafür musste sie gegen 5 Uhr am Strand sein. Dann spazierte die aus Armenien stammende Fotografin von Haus zu Haus. Die Rettungsschwimmer sieht man auf ihren Bilder nicht. Gurjian zeigt nur den Himmel, den Strand, manchmal verschwommene Hochhausfassaden - und die Hütten natürlich.

Alle paar Hundert Meter steht eines der Häuschen im Sand. Zum hundertjährigen Jubiläum von Miami Beach 2015 wurden einige der Häuser renoviert. Doch Regen, Wind und Meer haben ihre Spuren hinterlassen: Der Lack blättert ab, an manchen Stellen splittert das Holz. Demnächst müssen sie wohl wieder restauriert oder durch neue ersetzt werden. Ihr Zauber wird jedoch nicht vergehen, mit ihren Fotos hat Karineh Gurijan den poppigen Hütten ein Denkmal gesetzt.

insgesamt 5 Beiträge
mikaiser 29.07.2019
1. Cool!
So interessant und schön können zweckmäßige - ahem, Gebäude? - sein. Fingerübungen für Architekten, Freude für alle.
So interessant und schön können zweckmäßige - ahem, Gebäude? - sein. Fingerübungen für Architekten, Freude für alle.
Papazaca 29.07.2019
2. Ich werde einen Entwurf nachbauen
Ich bin von vielen dieser Entwürfe begeistert und werde einen in Ghana nachbauen lassen. Muß mich mal informieren, wie das rechtlich ist? Bei dieser Vielfalt von guten Entwürfen kann man nur ins Schwärmen kommen. Vielleicht [...]
Ich bin von vielen dieser Entwürfe begeistert und werde einen in Ghana nachbauen lassen. Muß mich mal informieren, wie das rechtlich ist? Bei dieser Vielfalt von guten Entwürfen kann man nur ins Schwärmen kommen. Vielleicht entwerfe ich auch selbst was. Ein Problem sind die Termiten. Dagegen hilft aber eine grüne Flüssigkeit, mit der alle Strompfosten hier angemalt sind.
PeterMüller 29.07.2019
3. Und live und in Farbe...
… sehen die noch schöner aus. Hier wurde bei Bewölkung fotografiert, was natürlich für das Bild viel spannendere Motive bietet, aber in praller Sonne sehen die Gebäude besser aus, sie strahlen mit tollen Farben in die [...]
… sehen die noch schöner aus. Hier wurde bei Bewölkung fotografiert, was natürlich für das Bild viel spannendere Motive bietet, aber in praller Sonne sehen die Gebäude besser aus, sie strahlen mit tollen Farben in die Gegend. Miami Beach hat aber auch mit dem Art Déco-Viertel einen wunderschönen Stadtteil, kommt damit absolut an schöne europäische Städte ran (im Gegensatz zum sonstigen Einerlei aus Holzhäusern oder Glas-Beton-Burgen). Dazu schwimmen im Atlantik, herrlich. Übers Wasser rüber nach Miami City, dort die Calle Ocho (spanisch für Achte Straße) besuchen, da wird es sehr kubanisch. Seltsamerweise hat Miami aber keinen Kern, keine City, dafür haben die künstlich ans Wasser eine hübsche Einkaufs- und Ausgeh-Flaniermeile im Halbbogen gebaut, mit Live-Musik im Zentrum. Das sieht wieder schön aus. Es lohnt sich mit dem People Mover zu fahren, ein führerloses Hochbahnsystem. Darin in Fahrtrichtung an die Frontscheibe stellen, dann kann man richtig viel von der Stadt entdecken. Die Wolkenkratzer sind zwar kleiner als in NYC, aber architektonisch oft spannender. Von dort kann man auch super eine Tour zu den Keys starten und dann in die Everglades. Oder umgekehrt.
Naturführer 30.07.2019
4. Meine zweite Heimat
Ich bin öfters in Miami, finde es dort schön. Die Stadt ist recht teuer, das ist ein grosser Nachteil. Daher am besten raus fahren aus der Stadt und in eine kleinere Stadt in der Nähe ein Quartier suchen; in Miami selbst wird [...]
Ich bin öfters in Miami, finde es dort schön. Die Stadt ist recht teuer, das ist ein grosser Nachteil. Daher am besten raus fahren aus der Stadt und in eine kleinere Stadt in der Nähe ein Quartier suchen; in Miami selbst wird man eher abgezockt. Die Hochbahn bringt nicht viel, da sie nicht durch die eigentliche Stadtmitte fährt.
dirk.resuehr 31.07.2019
5. Im Reich der Banausen
gibt es auch Schönes. In Miami Beach einen ganzen Art Deco District in Strand-Nähe. Leider, derzeit sind die USA eine No-Go Area. Der Klimawandel hilft, die ostfriesischen Inseln haben auch schöne Strände . Vermissen wird man [...]
gibt es auch Schönes. In Miami Beach einen ganzen Art Deco District in Strand-Nähe. Leider, derzeit sind die USA eine No-Go Area. Der Klimawandel hilft, die ostfriesischen Inseln haben auch schöne Strände . Vermissen wird man die Pferderennen im Gulfstream Park und Pompano( Trott).

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