Wirtschaft

Untersuchung

EU-Klimaziele könnten bis zu 150.000 Jobs in der Autoindustrie kosten

Schärfere CO2-Vorgaben für Neuwagen könnten nach SPIEGEL-Informationen viele Menschen den Arbeitsplatz kosten. Die IG Metall verlangt von der Politik, den möglichen Jobabbau sozial verträglich abzufedern.

DPA

Porsche-Werk in Stuttgart

Freitag, 22.03.2019   18:01 Uhr

Die schärferen EU-Klimaziele könnten in der deutschen Automobilindustrie bis zu 150.000 Arbeitsplätze in der Produktion kosten - mögliche Verluste etwa in der Entwicklung sind dabei nicht berücksichtigt. So bewertet die IG Metall neue Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswissenschaft und Organisation (IAO), die unter anderem von der Gewerkschaft in Auftrag gegeben wurden.

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Die EU hat beschlossen, den CO2-Ausstoß bei Neuwagen bis 2030 um 37,5 Prozent zu senken. Das IAO berechnete auf dieser Grundlage, wie viele Arbeitsplätze bei Elektroautos entstehen und wie viele bei den Verbrennungsmotoren wegfallen könnten.

Erstmals wurde nun dabei analysiert, wie sich die Verluste verteilen werden:

Grund dafür ist, dass die Antriebstechnologie bei E-Autos deutlich einfacher ist als bei Benzinern und Dieselfahrzeugen.

"Deshalb muss alles unternommen werden, damit die Beschäftigung an den Standorten gesichert wird", sagt Jörg Hofmann, Vorsitzender der IG Metall. "Die zusätzliche Wertschöpfung, die durch Elektromobilität entsteht, etwa bei Batteriezellen oder der Steuerungselektronik, muss hier für Jobs sorgen."

Von der Politik fordert er, dass sie eine Ladeinfrastruktur für Elektroautos garantiere, damit der Umstieg auf die E-Mobilität gelinge. "Das schlimmste Szenario wäre, die Unternehmen stellen auf Elektromobilität um, und die Kunden kaufen keine Elektroautos", sagt Hofmann. Er fordert zudem Strukturhilfefonds für besonders betroffene Regionen. Auch brauche es "arbeitsmarktpolitische Instrumente, um den Beschäftigungsabbau sozialverträglich zu gestalten, von der Qualifizierung bis hin zu Vorruhestandsprogrammen".

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