Wirtschaft

Anlegerskandal

P&R-Geschädigte fordern Milliarden ein

Die Investmentfirma P&R soll mit einem Schneeball-System mit Containern Zehntausende Anleger geprellt haben. Nach Informationen des SPIEGEL haben bereits 90 Prozent der Geschädigten ihre Ansprüche angemeldet.

picture alliance / Matthias Balk

Von und
Freitag, 26.10.2018   18:10 Uhr

Im Insolvenzverfahren gegen die Container-Gesellschaft P&R haben nach Informationen des SPIEGEL binnen weniger Wochen 90 Prozent der 54.000 geschädigten Anleger Ansprüche geltend gemacht. Was sie bekommen, ist offen.

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Die Investmentfirma P&R aus dem Münchner Vorort Grünwald hatte Schiffscontainer als Geldanlage verkauft. Aus der Vermietung der Container sollten Zinsen gezahlt und der Restwert nach einer bestimmten Zeit erstattet werden.

Im März meldeten die ersten P&R-Firmen Insolvenz an, bald stellte sich heraus, dass über viele Jahre hinweg Auszahlungen fast nur noch aus den Einzahlungen der Neukunden erfolgten. Der Gesamtschaden wird auf weit mehr als zwei Milliarden Euro geschätzt, es ist einer der größten deutschen Anlegerskandale.

Prüfung der Forderungen noch bis ins nächste Jahr

Insolvenzverwalter Michael Jaffé hatte in der ersten Augusthälfte die Geschädigten angeschrieben, die insgesamt 87.000 aktive Verträge mit vier verschiedenen P&R-Gesellschaften hatten. Die Prüfung der Forderungen dürfte sich noch bis ins nächste Jahr hinziehen. Somit ist auch offen, wie hoch die angemeldeten Ansprüche tatsächlich sind.

Von den 1,6 Millionen Containern, die P&R an Anleger verkauft hatte, existieren nach Angaben des Insolvenzverwalters nur etwa 630.000. Im Idealfall, so Jaffé vergangene Woche auf einer Gläubigerversammlung, könnten diese Container bis Ende 2021 noch 560 Millionen Euro an Mieten einspielen. Eine erste Abschlagszahlung an geschädigte Anleger sei jedoch im besten Fall 2020 möglich.

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