Wirtschaft

Sanierungsplan

Woolworth will mehr als die Hälfte der Mitarbeiter entlassen

Woolworth hat eine Aussicht auf Rettung - doch am Ende wird die Billig-Kaufhauskette nur noch ein Schatten ihrer Selbst sein: Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter muss mit der Kündigung rechnen, die Zahl der Filialen wird drastisch reduziert.

Donnerstag, 25.06.2009   14:33 Uhr

Köln - Die Erfahrung hat gezeigt: Die Mini-Filialen rechnen sich ebenso wenig wie die großen Häuser. Erhalten bleiben dem neuen Konzept zufolge deshalb nur die mittleren Betriebe mit bis zu 30 Mitarbeitern.

dpa

Woolworth-Filiale in Frankfurt: Große Häuser müssen schließen

Von der einstigen Größe wird die Kaufhauskette nach der Sanierung aber meilenweit entfernt sein. Woolworth werde künftig nur noch 142 der bisher 311 Filialen in Deutschland weiterbetrieben, sagte ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Ottmar Hermann am Donnerstag in Köln. Mit dem Sanierungsplan könne "etwas weniger als die Hälfte der Arbeitsplätze gerettet" werden. Woolworth beschäftigt 9300 Mitarbeiter.

Das Konzept sehe eine Konzentration auf mittelgroße Filialen vor, in denen ein Großteil der Belegschaft beschäftigt sei, erklärte Hermann. Trennen will sich Woolworth von kleinen Filialen mit im Schnitt zehn Mitarbeitern. Auch große Filialen mit über hundert Beschäftigten und mehr als 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche stünden auf der Kippe, hieß es weiter.

Ziel des Sanierungsplans sei es, "das Kerngeschäft von Woolworth" zu erhalten, teilte der Insolvenzverwalter mit. Demnach soll das Sortiment deutlich verschlankt und vor allem von Artikeln bereinigt werden, die wenig Gewinn und Umsatz bringen. Das Festhalten von Woolworth an den mittelgroßen Filialen mit bis zu 30 Mitarbeitern und einer Verkaufsfläche von 900 bis 1600 Quadratmeter sei für das künftige Geschäft der Kaufhauskette besonders erfolgversprechend, so Hermann weiter.

Die größten Pleiten im ersten Halbjahr 2009

Insolvenzen und betroffene Mitarbeiter
Die größten Firmenpleiten im Deutschland im ersten Halbjahr 2009 nach einer Übersicht der Wirtschaftsauskunftei Creditreform mit der Zahl der betroffenen Mitarbeiter. Die Zahlen können von Unternehmensangaben abweichen. So sprach Arcandor bislang von rund 40.000 betroffenen Beschäftigten.
Arcandor
Woolworth
Qimonda
Wadan-Werften
Schiesser
Märklin
Rosenthal
Adessa
Textileinzelhandel, 900 Mitarbeiter
Kampa

mik/dpa-AFX/Dow Jones

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