Wirtschaft

Ab dem 1. Juli

Standardbrief kostet nun 80 Cent

Das Verschicken von Briefen wird teurer: Die Deutsche Post hat die Portopreise um mehr als 10 Prozent erhöht. Das Unternehmen begründet den Schritt mit sinkenden Briefmengen.

HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX

Sonntag, 30.06.2019   11:42 Uhr

Wer in Deutschland einen Brief verschickt, muss künftig mehr Geld bezahlen. Ab dem 1. Juli kostet ein Standardbrief 80 Cent beim Versand in Deutschland und damit 10 Cent mehr als bisher. Auch andere Sendungsarten werden teurer - eine Postkarte kostet 60 Cent nach zuvor 45 Cent.

Ein Kompaktbrief mit einem Höchstgewicht von 50 Gramm ist mit 95 Cent (bisher 85 Cent) zu frankieren und ein bis zu einem halben Kilo schwerer Großbrief mit 1,55 Euro (bislang 1,45 Euro).

Es ist die erste Erhöhung seit 2016, sie kommt ein halbes Jahr später als erwartet: Ursprünglich wollte die Post Anfang Januar mit den Preisen anziehen, wurde aber von der zuständigen Regulierungsbehörde, der Bundesnetzagentur, vorübergehend ausgebremst.

Die Post begründet die Erhöhung mit den jährlich um zwei bis drei Prozent sinkenden Briefmengen und zugleich höheren Personalkosten - daher sind mehr Einnahmen pro Brief aus ihrer Sicht notwendig.

Konkurrierende Paketdienste kritisierten höhere Briefpreise

Zudem weist sie darauf hin, dass ein Privathaushalt in Deutschland 2017 monatlich nur 2,34 Euro für Briefdienstleistungen ausgegeben habe - die Folgen einer Portoerhöhung für Verbraucher seien also begrenzt.

Der sogenannte Preiserhöhungsrahmen liegt bei 10,6 Prozent - rechnet man also das Porto aller Sendungen in den verschiedenen Arten zusammen, wird es entsprechend teurer. Ursprünglich wollte die Bundesnetzagentur einen niedrigeren Erhöhungsrahmen zulassen. Nach einer Gesetzesänderung musste der Regulierer seine Vorgaben aber neu berechnen und kam so auf den höheren Wert.

Konkurrierende Paketdienste kritisierten die höheren Briefpreise scharf: Sie monieren, dass der Bonner Konzern dadurch mehr Geld hat, das er in seine Paketsparte investieren kann. Das verhindert aus ihrer Sicht einen fairen Wettbewerb. Wie viel Geld die Portoerhöhung der Post bringen wird, ist unklar. Schätzungen zufolge dürfte es sich um einen dreistelligen Millionenbetrag handeln.

bam/dpa

insgesamt 37 Beiträge
Bala Clava 30.06.2019
1. Wiso?
Was mach der geschickte Verkäufer, wenn sein Produkt nicht mehr so richtig läuft? Na klar, er erhöht die Preise. Dann kommen die Kunden wieder in Scharen.
Was mach der geschickte Verkäufer, wenn sein Produkt nicht mehr so richtig läuft? Na klar, er erhöht die Preise. Dann kommen die Kunden wieder in Scharen.
Nonvaio01 30.06.2019
2. gut so
Post ist in D immer noch extrem billig....80cent fuer ein brief ist ein witz.....
Post ist in D immer noch extrem billig....80cent fuer ein brief ist ein witz.....
Eronica 30.06.2019
3. Das ist angesichts des Services
Wucher, die Massensendungen werden unter dem Kostenaufwand an die Konzerne abgegeben und das bezahlt der Privatkunde. Dadurch werden die Privatkunden zum Email vertrieben und die Post verliert die Privatkunden. Das einzige was ich [...]
Wucher, die Massensendungen werden unter dem Kostenaufwand an die Konzerne abgegeben und das bezahlt der Privatkunde. Dadurch werden die Privatkunden zum Email vertrieben und die Post verliert die Privatkunden. Das einzige was ich dabei unterstütze ist dass die Post Elektrofahrzeuge vermehrt einsetzt, doch das müssten die Konzernkunden genauso unterstützen. Ich sehe hier eine Umverteilung von unten nach oben, weil die kleinen Unternehmer höhere Kosten haben als die großen und das ist Ungleichbehandlung. So werden kleine Unternehmen, die ohne Massenversand auskommen müssen vom Markt vertrieben.
karlo1952 30.06.2019
4. Der neue Preis ist mehr als gerechtfertigt.
Im Ausland, vor allem in Italien ist das Porto wesentlich teurer, und die Post dazu noch langsamer. Bei uns ist ein Brief in der Regel am nächsten Tag beim Empfänger. Hinzu kommt, dass trotz rückläufiger Briefpost, dank [...]
Im Ausland, vor allem in Italien ist das Porto wesentlich teurer, und die Post dazu noch langsamer. Bei uns ist ein Brief in der Regel am nächsten Tag beim Empfänger. Hinzu kommt, dass trotz rückläufiger Briefpost, dank Email, die Effizienz weiter gesteigert werden muss. Alles okay. Lieber 80 Cent für einen Brief als 9,20 für eine A-Vignette.
jkleinmann 30.06.2019
5. Angemessen.
Die meisten Briefsendungen sind heutzutage schlicht und ergreifend überflüssig und Papier- sowie Ressourcenverschwendung. Die Logistik und das Personal wollen zudem auch bezahlt werden. Ich wäre nicht traurig, wenn unsinnige [...]
Die meisten Briefsendungen sind heutzutage schlicht und ergreifend überflüssig und Papier- sowie Ressourcenverschwendung. Die Logistik und das Personal wollen zudem auch bezahlt werden. Ich wäre nicht traurig, wenn unsinnige Postsendungen vieler Unternehmen, bei denen ich Kunde bin weniger würden.

Deutsche Post

Der Konzern
Die Deutsche Post ist mit einem Umsatz von 55,5 Milliarden Euro und mehr als 424.000 Mitarbeitern einer der größten Konzerne der Republik. Das Unternehmen wurde in den neunziger Jahren privatisiert und ging 2000 an die Börse.
Die Geschäftsfelder
Der langjährige Post-Chef Klaus Zumwinkel baute die Deutsche Post durch zahlreiche Zukäufe zum größten Logistik- und Postunternehmen der Welt aus. Zu den wichtigsten Konzernbereichen gehören außer dem deutschen Briefnetz das Express-Geschäft (unter anderem Paket- und Kuriersendungen) und das globale Logistikgeschäft per Schiene, Straße, Luft und See.
Der Chef
Frank Appel ist seit 2008 Vorstandschef der Deutschen Post und damit Nachfolger des in Folge einer Steueraffäre zurückgetretenen Klaus Zumwinkel. Nach dem Studium arbeitete Appel mehrere Jahre bei der Unternehmensberatung McKinsey, bevor er 2000 in den Bonner Post-Tower wechselte.

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP