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Kfz-Police

So versichern Sie Ihr Auto gut und günstig

Mehr als 47 Millionen Autos brauchen auch 2020 wieder einen neuen Versicherungsschutz. Nutzen Sie die Chance, dabei Hunderte Euro zu sparen. Mit dieser Checkliste geht es schnell und einfach.

Jan Woitas/ DPA

Oft genug reichen ein Teilkasko-, oder gar ein Haftpflicht-Tarif

Ein Kolumne von
Samstag, 19.10.2019   09:29 Uhr

Es geht los. In den kommenden zwei Wochen werden die meisten Autobesitzer unter Ihnen eine Rechnung ihrer Kfz-Versicherung für das Jahr 2020 bekommen. Mehr als 47 Millionen Autos brauchen auch 2020 wieder einen Haftpflichtschutz, um überhaupt auf die Straße zu dürfen. Viele Halter werden zusätzlich Vollkasko- oder Teilkaskoschutz einkaufen und dafür einige Hundert Euro ausgeben.

Wenn so viel Geld im Spiel ist, gibt es auch ein großes Sparpotential. Und dieses zeigt sich bei der Kfz-Versicherung auf mehreren Ebenen. Autobesitzer sollten sich daher zwei Fragen zu ihrem Versicherungsschutz stellen.

Erstens: Stecke ich im richtigen Vertrag mit den passenden Versicherungsleistungen für mich? Das bedeutet vor allem: nichts einkaufen, das man nicht wirklich braucht!
Und zweitens: Bekomme ich genau diesen Schutz nicht auch günstiger?


Folgende Checkliste hilft bei der Prüfung:


"Zahle nur so viel, wie Du auch fährst"

Auf die Frage nach dem besten, passenden Versicherungsschutz, bekommen Verbraucher unterschiedliche Antworten - je nachdem, wen sie fragen. Die Antwort einer jungen Versicherungsgeneration lautet: "Pay-as-you-drive" - also etwa "Zahle nur so viel, wie Du auch fährst". Versicherungsanbieter wie Friday und Emil etwa gehören dazu. Sie bieten eine kilometergenaue Abrechnung der Fahrleistung. Die Angebote können sehr attraktiv sein, wenn Autofahrer tatsächlich nur 2000 oder 3000 Kilometer im Jahr fahren. Bis zu 30 Prozent lassen sich dann sparen - für Ultrawenigfahrer. Günstiger ist dann nur noch Carsharing ohne eigenes Auto.

Die Tendenz weg vom eigenen Auto gibt es tatsächlich. Während die Zahl der angemeldeten Autos im vergangenen Jahrzehnt um 6 Millionen auf mehr als 47 Millionen gestiegen ist, wird fast die Hälfte aller Autos in Deutschland weniger als 10.000 Kilometer im Jahr bewegt. Die durchschnittliche Fahrleistung ist nach einer Statistik des Kraftfahrtbundesamtes auf zuletzt 13.700 Kilometer gefallen.

Gründe fürs Wenig- oder Wenigerfahren kann es viele geben. Rechnen Sie also mal durch! Können Sie etwa absehen, dass Sie ihr Auto künftig als Paar allein fahren? Sie schaffen nur noch 10.000 Kilometer im Jahr? Vereinbaren Sie noch eine Selbstbeteiligung, Werkstattbindung und jährliche Zahlung, dann haben Sie im Schnitt unserer Untersuchung bei Finanztip schon zwei Drittel der Prämie eingespart - also beispielsweise die Rechnung von 1800 auf knapp 600 Euro gekürzt. Mit dem richtigen Anbieter sind jetzt noch einmal mehr als 40 Prozent Einsparung drin.

Bei Billigverträgen ist Vorsicht geboten

Aber wie finden Sie den günstigsten Anbieter? Bei der Analyse meiner Kollegen im September zeigte sich, Sie sollten entweder auf zwei Portalen wie "Verivox" und "Check24" die Preise vergleichen. Oder auf einem Portal und dann noch mal beim großen Direktversicherer "Huk24" nachsehen - denn der hat oft günstige Preise und lässt sich nicht auf den Portalen listen. Das heißt, Sie finden die Angebote der "HUK24" auf den Portalrechnern nicht. Im September hatte von den Portalen "Verivox" die Nase vorn. Aber beim Blick auf nur ein Portal können Sie immer noch bis zu 30 Prozent zu viel zahlen. Die Nutzung jedes Portals kostet sie vielleicht eine halbe Stunde Zeit. Doch der Stundenlohn für die Mühe ist beträchtlich.

Für einen wirklich ordentlichen Versicherungsschutz sollten Sie dabei keine absoluten Billigtarife abschließen. Das können Sie vermeiden, in dem Sie darauf achten, dass Ihre Police

Zum Schluss noch die Tipps für Autobesitzer, bei denen die Versicherer in diesem Jahr wieder an der Preisschraube drehen.

insgesamt 12 Beiträge
franzfritz 19.10.2019
1. Karlfriedrich
wer weit unten fährt ( 30%) , fährt oft mit einer rabatierten Vollkasko billiger ,als mit einer Teilkasko. Ber der TK zahlt man 100% , bei der VK den abgesenkten Preis und hat einen besseren Schutz
wer weit unten fährt ( 30%) , fährt oft mit einer rabatierten Vollkasko billiger ,als mit einer Teilkasko. Ber der TK zahlt man 100% , bei der VK den abgesenkten Preis und hat einen besseren Schutz
friederike_j 19.10.2019
2. Billigversicherungen sind riskant für Versicherte
Unter anderem eine im Text prominent genannte Versicherung, aber auch andere preisgünstige Versicherer fallen regelmäßig durch unterirdisches Regulationsverhalten bei durch die eigene Kundschaft verursachte Schäden auf. Da [...]
Unter anderem eine im Text prominent genannte Versicherung, aber auch andere preisgünstige Versicherer fallen regelmäßig durch unterirdisches Regulationsverhalten bei durch die eigene Kundschaft verursachte Schäden auf. Da werden Zahlungen einfach verweigert und man lässt sich immer und immer wieder zu den gleichen Streitpunkten verklagen und verurteilen weil offenbar genug Geschädigte das scheuen und sich das ganze rechnet. Dort versichert zu sein ist nicht nur moralisch fragwürdig, es fällt am Ende im schlimmsten Fall auf die Versicherten zurück, denn gerne um ihr Geld geprellte wie z.B. Sachverständige gehen zunehmen dazu über dann einfach statt der Versicherung den Versicherten (Unfallverursacher) direkt auf Zahlung zu verklagen, denn dieser ist der primär zur Schadensregulierung verpflichtete und eben nicht seine Versicherung. Und dass der Text freimütig empfiehlt sich in Verträge mit Werkstattbindung zu begeben ist auch fragwürdig. Es empfiehlt sich mal zu googlen was das so bedeutet, insbesondere wie Vertragswerkstätten mit den Versicherern oft gemeinsame Sache machen und Schäden dann billigstmöglich "behoben" werden was mitunter in einer Wertminderung für den Versicherten endet. Der ganze Artikel ist fahrlässig naiv. Nur auf vermeintlich günstige Beiträge zu schielen kann sehr kurzsichtig sein.
christianthormann-hannove 19.10.2019
3. Es gibt noch Alternativen
Mit dem Herausfinden des richtigen Versicherers und dem richtigen Tarif fängt es doch erst an. Das sollte man bei der Berechnung des Stundenlohns nicht vergessen: Will ich mich im Schadenfall mit den call Centern rumschlagen ? [...]
Mit dem Herausfinden des richtigen Versicherers und dem richtigen Tarif fängt es doch erst an. Das sollte man bei der Berechnung des Stundenlohns nicht vergessen: Will ich mich im Schadenfall mit den call Centern rumschlagen ? Kenn' ich sämtliche Rechte als Geschädigte(r) oder Verursacher ? Weiß ich meine Ansprüche über die Versicherungsleistungen durchzusetzen? Fülle ich die Formulare gerne aus ? Brauche ich keine Hilfe an meiner Seite? Oder gebe ich den ganzen Vorgang gleich meinem Anwalt ? Wenn alles mit JA beantwortet wird, dann sind die Portale und XY24 Direkt-Versicherer genau der richtige Weg. Hab ich Internet oder die XY24 Versicherer ein Weg sein.
grauerhund 19.10.2019
4. Versicherungs-Dschungel
Ein eindeutiger Vergleich von Kfz-Versicherungstarifen ist für den Normalbürger heute fast nicht mehr möglich. Oder verstehen Sie, warum der Eigenheimbesitzer in der Versicherung besser gestellt wird, als ein Mieter? Von der [...]
Ein eindeutiger Vergleich von Kfz-Versicherungstarifen ist für den Normalbürger heute fast nicht mehr möglich. Oder verstehen Sie, warum der Eigenheimbesitzer in der Versicherung besser gestellt wird, als ein Mieter? Von der Bevorzugung von Beamten gar nicht zu reden... Als ob diese Personengruppen besser Auto fahren und weniger Schäden verursacht, als der "Rest" der Versicherten. Einfach nicht mehr nachvollziehbar. Trotzdem sollte sich jeder Versicherte mindestens einmal im Jahr die Mühe machen die Tarife zu vergleichen (gilt nicht nur für die Kfz-Versicherung) und ggf. auch die Versicherung wechseln. Die Versicherer vertrauen nämlich auf die Unbeweglichkeit der meisten Versicherten, auch gerne als "Schläfer" bezeichnet. Diese Personengruppe wird gerne über den Leisten gezogen, während es für Neukunden mitunter subventionierte Tarife gibt. Die Versicherung, der man trauen kann und die wirklich fair im Umgang mit allen ihren Kunden ist, gibt es leider schon lange nicht mehr. Deshalb muss der Markt (also Sie/wir) die Versicherungen durch unsere Wechselwilligkeit wieder vom Gegenteil überzeugen.
k70-ingo 19.10.2019
5.
Wenn ein Billigversicherer aus nicht nachvollziehbaren Gründen die Leistung verweigert, muß das nicht zwingend böse Absicht sein - viel wahrscheinlicher ist fehlendes Fachwissen bis nackte Unfähigkeit in der [...]
Zitat von friederike_jUnter anderem eine im Text prominent genannte Versicherung, aber auch andere preisgünstige Versicherer fallen regelmäßig durch unterirdisches Regulationsverhalten bei durch die eigene Kundschaft verursachte Schäden auf. Da werden Zahlungen einfach verweigert und man lässt sich immer und immer wieder zu den gleichen Streitpunkten verklagen und verurteilen weil offenbar genug Geschädigte das scheuen und sich das ganze rechnet. Dort versichert zu sein ist nicht nur moralisch fragwürdig, es fällt am Ende im schlimmsten Fall auf die Versicherten zurück, denn gerne um ihr Geld geprellte wie z.B. Sachverständige gehen zunehmen dazu über dann einfach statt der Versicherung den Versicherten (Unfallverursacher) direkt auf Zahlung zu verklagen, denn dieser ist der primär zur Schadensregulierung verpflichtete und eben nicht seine Versicherung. Und dass der Text freimütig empfiehlt sich in Verträge mit Werkstattbindung zu begeben ist auch fragwürdig. Es empfiehlt sich mal zu googlen was das so bedeutet, insbesondere wie Vertragswerkstätten mit den Versicherern oft gemeinsame Sache machen und Schäden dann billigstmöglich "behoben" werden was mitunter in einer Wertminderung für den Versicherten endet. Der ganze Artikel ist fahrlässig naiv. Nur auf vermeintlich günstige Beiträge zu schielen kann sehr kurzsichtig sein.
Wenn ein Billigversicherer aus nicht nachvollziehbaren Gründen die Leistung verweigert, muß das nicht zwingend böse Absicht sein - viel wahrscheinlicher ist fehlendes Fachwissen bis nackte Unfähigkeit in der Schadenabteilung. Denn Billigversicherer arbeiten auch mit Billigpersonal. Da werden bei outgesourcten Tochterunternehmen zu erbärmlichen Bedingungen angestellte frische Ausbildungsabsolventen oder umgeschulte Quereinsteiger auf zum Teil sehr komplexe Sachverhalte losgelassen - daß die dann dabei versagen, liegt auf der Hand. Ein erfahrener, gutausgebildeter Schadenregulierer weiß, daß es völlig zweckfrei ist, berechtigte Zahlungen zu verweigern. Es ist sogar für alle Beteiligten schädlich, für das Unternehmen wegen höherer Kosten, und für den Sachbearbeiter selber wegen des höheren Arbeitsaufwandes und dem höheren Nerv-Faktor. - aber die erfahrenen, gutausgebildeten Schadenregulierer sitzen, mit guten Arbeitsverträgen und gutem Gehalt ausgestattet, im Stammunternehmen und eben nicht bei den outgesourcten Billigablegern. Die von Ihnen angesprochene Kungelei zwischen Werkstätten und Versicherern gibt es so nicht. Viel häufiger ist das Gegenteil: Werkstätten sehen bei Versicheringsschäden den großen Reibach und hauen, mit $-Zeichen in den Augen, bei ihren Forderungen so richtig aufs Mett. Was dann für alle Beteiligten eine nervige Angelegenheit ist... Ach ja, die von Herrn Tenhagen in seiner Ahnungslosigkeit propagierten Vergleichsportale sind für die Tonne. Derjenige, der am Meisten bezahlt, steht vorne. Das ganze Bewertungsgedöns in diesen Portalen ist gekauft.

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