Wirtschaft

Quecksilber

Behörde fordert Warnhinweis für Sparlampen

Ab September verschwindet sie endgültig: Die 60-Watt-Birne wird durch Energiesparlampen ersetzt. Doch die sind laut Umweltbundesamt nicht ungefährlich - ihr Quecksilberanteil kann zur Gefahr für den Verbraucher werden.

Donnerstag, 25.08.2011   14:05 Uhr

Halle - So lange sie sicher an der Decke hängen, kann angeblich nichts passieren. Geht eine Energiesparlampe allerdings zu Bruch, sieht das anders aus. Das Umweltbundesamt rät Verbrauchern deshalb zum schnellen und gründlichen Lüften des Raumes. Nur dann seien keine Gesundheitsrisiken durch Quecksilber zu befürchten.

"Diesen Sicherheitshinweis sollten die Hersteller allen Verpackungen beifügen", fordert das Umweltbundesamt. Außerdem sollten sie mehr auf Bruchsicherheit der Lampen achten. Umweltbundesamt-Präsident Jochen Flasbarth sieht hier Nachholbedarf: "Splittergeschützte Modelle mit Plastik- oder Silikonmantel bieten schon heute Vorteile." Noch besser wären allerdings Lampen, aus denen das Quecksilber im Falle eines Bruches gar nicht erst austrete. Die Stiftung Warentest fordert wegen der möglichen Gesundheitsgefährdung ein Verbot von flüssigem Quecksilber in Leuchtmitteln.

Ab 1. September dürfen Standardglühbirnen mit mehr als 40 Watt nicht mehr verkauft werden. Das heißt, dass nach den 100- und 75-Watt-Birnen auch die klassischen 60-Watt-Modelle aus den Läden verschwinden. Das soll Umwelt und Klima schützen, denn moderne Lampen verbrauchen im Betrieb deutlich weniger Energie.

Ein von der Stiftung Warentest veröffentlichter Test ergab darüber hinaus, dass auch die teuersten Energiesparlampen wirtschaftliche und ökologische Vorteile gegenüber den herkömmlichen Glühlampen haben. Erstmals seit Jahren bewerteten die Tester zwei Energiesparlampen wieder mit dem Prädikat "sehr gut". Die "Osram Parathom Pro" und die "Philips MyAmbiance" - beides LED-Lampen - sind mit 40 bis 45 Euro allerdings relativ teuer. Nach vierjährigem Einsatz sind sie durch die Spareffekte bei der Stromrechnung dann aber doch günstiger als Glühbirnen.

Deshalb hält das Umweltbundesamt den von der Europäischen Union beschlossenen Ausstieg aus den klassischen Glühbirnen auch trotz der Sicherheitsbedenken für richtig. "Die bisherigen Glühlampen sind zu große Energieverschwender", sagt Flasbarth.

nkk/dpa/afp/dapd

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