Wirtschaft

Polizeiwagen ausgebrannt

Ausschreitungen bei "Gelbwesten"-Demo in Brüssel

Seit knapp zwei Wochen protestieren die "Gelbwesten" gegen steigende Benzinpreise. In Brüssel brannten bei einer Demo Polizeiwagen. Auch in Frankreich werden wieder Ausschreitungen erwartet.

DPA

Wasserwerfer-Einsatz bei Gelbwesten-Protesten

Freitag, 30.11.2018   21:50 Uhr

Am Rande von Protesten der sogenannten Gelbwesten sind am Freitag im Brüsseler Europaviertel zwei Polizeiautos ausgebrannt. Die Polizei sperrte den Umkreis nur wenige hundert Meter von der Europäischen Kommission entfernt mit Stacheldraht ab, wie ein dpa-Reporter vor Ort beobachtete. Fotos vom Demonstrationsort zeigten zudem den Einsatz von Wasserwerfern und Pfefferspray.

Seit Mitte des Monats gehen in Frankreich immer wieder Zehntausende Menschen in gelben Westen aus Protest gegen steigende Spritkosten und die Reformpolitik der Regierung auf die Straße. Wenig später sprangen die Gelbwesten-Proteste auf Belgien über.

Die Polizei nahm nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Belga mehrere Dutzend Menschen fest. Am Abend teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass im Zusammenhang mit den Protesten gegen drei Menschen ermittelt werde, denen Straftaten wie Vandalismus, Waffen- und Drogenbesitz vorgeworfen werde. Wer die Polizeiautos angezündet habe, war den Angaben zufolge noch unklar.

Belgiens Premierminister Charles Michel sicherte den Sicherheitskräften auf Twitter seine Unterstützung zu. Die Täter müssten bestraft werden. Sein Stellvertreter Jan Jambon bezeichnete die Gewalt als skandalös.

Erneute Proteste erwartet

Für Samstag haben die "Gelbwesten" über die sozialen Netzwerke erneut zu nicht angemeldeten Protesten und Straßenblockaden aufgerufen, unter anderem auf dem Pariser Boulevard Champs-Élysées. Die Regierung fürchtet Ausschreitungen wie am vergangenen Wochenende und hat nach AFP-Informationen rund 5000 Polizisten mobilisiert. Zudem sollen die Zugänge zu den Champs-Élysées und ihren Geschäften streng kontrolliert werden.

Der französische Präsident Emmanuel Macron stellte am Rande des G20-Gipfels in Argentinien weitere Antworten an die Aktivisten in Aussicht. "Rückzieher" von seiner Politik werde er jedoch nicht machen, sagte er.

Eklat bei Treffen mit Frankreichs Premier Philippe

Kurz vor erneuten Demonstrationen in Paris hat sich der Konflikt zwischen der Protestgruppe "Gelbe Westen" und der französischen Regierung weiter zugespitzt. Ein Vertreter der "Gelbwesten" brach am Freitag ein Treffen mit Premierminister Édouard Philippe ab. Grund dafür sei, dass der Premier es abgelehnt habe, dass das Treffen gefilmt und live übertragen wird. "Ich wollte, dass die Franzosen der Diskussionen zuhören können", sagte "Gelbweste" Jason Herbert, nachdem er das Treffen verlassen hatte. Seinen Angaben nach entschied sich ein zweiter Vertreter, dass Treffen mit dem Premierminister fortzuführen.

lie/AFP/dpa

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