Wirtschaft

Warnstreik

Am Montag bleiben in Berlin Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen stehen

Berliner müssen sich am Montag erneut auf Einschränkungen im Nahverkehr einstellen: Alle Beschäftigten der BVG sollen ganztägig die Arbeit niederlegen. Es ist der dritte und härteste Warnstreik in der laufenden Tarifrunde.

Monika Skolimowska/ZB/ DPA

BVG-Straßenbahn am Alexanderplatz

Freitag, 29.03.2019   09:53 Uhr

Die Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) müssen sich erneut auf einen Warnstreik vorbereiten. Am Montag sollen sämtliche Beschäftigte ganztägig die Arbeit niederlegen. Dazu rief die Gewerkschaft Ver.di am Donnerstagabend auf.

Die Tarifverhandlungen seien zuvor ergebnislos beendet worden, sagte Ver.di-Verhandlungsführer Jeremy Arndt. Die Gewerkschaft lehnte das Angebot der Arbeitgeberseite als unzureichend ab. Es ist nun der dritte und härteste Warnstreik in der laufenden Tarifrunde.

Bereits Mitte Februar hatte es einen mehrstündigen Warnstreik der BVG gegeben, um den Druck im Tarifkonflikt zu erhöhen. Vor gut zwei Wochen standen bei einem weiteren Warnstreik alle Busse der Verkehrsbetriebe still.

Insgesamt geht es um rund 14.500 Beschäftigte bei dem Landesunternehmen und seiner Tochter Berlin Transport. Die BVG ist Deutschlands größtes kommunales Nahverkehrsunternehmen und zählt täglich rund 2,9 Millionen Fahrgäste.

Arbeitgeber halten Warnstreik bei BVG für "völlig unangemessen"

Kritik am erneuten Warnstreik kam nun vom Kommunalen Arbeitgeberverband: Die Ver.di-Taktik gehe zulasten der Fahrgäste, sagte die Verhandlungsführerin des Verbands, Claudia Pfeiffer. Der neuerliche Warnstreik bei der BVG sei "völlig unangemessen".

Pfeifer sagte, das Angebot von 90 Millionen Euro mehr Lohn und Gehalt pro Jahr liege um ein Vielfaches über vergleichbaren Abschlüssen. Den Beschäftigten von BVG und ihrer Tochter Berlin Transport brächte es im Schnitt monatlich brutto 450 Euro mehr.

aar/dpa/AFP

insgesamt 19 Beiträge
Farguard 29.03.2019
1. Wer kann, der streikt...
ÖPNV, Flugverkehr, Bahn, Müllabfuhr, die können, denn das trifft alle. Hansi aus der Buchhaltung, Fritz der Schlachter, Herbert der Versicherungskaufmann...jaja, können sicher streiken, werden aber nur belächelt und auf [...]
ÖPNV, Flugverkehr, Bahn, Müllabfuhr, die können, denn das trifft alle. Hansi aus der Buchhaltung, Fritz der Schlachter, Herbert der Versicherungskaufmann...jaja, können sicher streiken, werden aber nur belächelt und auf die "so bald es geht raus damit" - Liste gesetzt. Genau darum - und nicht, weil man anderen "nichts gönnt" - sind eben diese bei Streiks so gerne mal "sauer".
raoul2 29.03.2019
2. Umdenken tut not
Statt sich über irgendwelche Streikaktionen zu mokieren oder über weitere Preiserhöhungen nachzudenken, sollte die Hauptstadt mit gutem Beispiel vorangehen und das öffentliche Verkehrsnetz vollkommen umgestalten: Freie [...]
Statt sich über irgendwelche Streikaktionen zu mokieren oder über weitere Preiserhöhungen nachzudenken, sollte die Hauptstadt mit gutem Beispiel vorangehen und das öffentliche Verkehrsnetz vollkommen umgestalten: Freie Fahrt auf allen Linien für einen möglichst angemessenen (monatlichen oder jährlichen) Preis. Aufstockung des Personals, der Strecken und der Haltestellen - das würde Berlin zu einer der modernsten Großstädte Deutschlands machen und die Lebensqualität erheblich erhöhen.
Halcroves 29.03.2019
3. Folgen des Niedriglohns; zu Lasten der Fahrgäste - der Wirtschaft....
Die 68er haben noch mal die dicke Sahne abschöpfen wollen und haben dafür so jeden radikalen Blödsinn, den die Wirtschaftsverbände forderten, durch gewunken. Immer mit dem Tenor - Wirtschaftlichkeit - Konkurrenzfähigkeit etc. [...]
Die 68er haben noch mal die dicke Sahne abschöpfen wollen und haben dafür so jeden radikalen Blödsinn, den die Wirtschaftsverbände forderten, durch gewunken. Immer mit dem Tenor - Wirtschaftlichkeit - Konkurrenzfähigkeit etc. Nun rächt sich der Niedriglohn. Aber wem juckt´s ? Schröder & co. haben abgesahnt und liegen mit der xten Frau im Bett. Nachdem jahrelang die Lohnspirale, von den großen Unternehmen, nach unten gedrückt wurde, bluten nun als erstes die kleinen Unternehmen aus. Wer kann denn von 12,- Euronen/h und weniger eine Familie ernähren. Bis 2002 war ein Lohn von ca. 16 -18 DM selbstverständlich, egal wo man angeheuert hat. Als studentische Aushilfskraft hatte ich mehr. Und ein Berliner Busfahrer hat dich frisch rasiert und solar gebräunt angelächelt. Mann brauchte Beziehungen, um bei der BVG unterzukommen. Heute klebt an jedem Bus ein "Wir suchen Fahrer" drauf. Die S Bahn fährt im 20 min Takt, wenn sie fährt. Das diese Politik allen schadet, sollte nun langsam mal begriffen werden. Ist aber so´ne Sache mit der Verantwortung und einer nachhaltigen Wirtschaftspolitik. Der in der Regel studierte politisch Verantwortliche hat keinen Bezug mehr zu den realen gesellschaftlichen Zusammenhängen. Eine Generation schafft - eine verdient - und die dritte studiert Kunstgeschichte.
laermgegner 29.03.2019
4. Am Montag ist der 1. April
Ein Witz schon so lange voranzumelden ist auch neu. Verdi hat also immer wieder Steigerungsforderungen. Zur Sache, eigentlich weiß doch gar keiner mehr, warum es einen Arbeitskampf gibt. Die Fahrpreise sind Frechheit, sie [...]
Ein Witz schon so lange voranzumelden ist auch neu. Verdi hat also immer wieder Steigerungsforderungen. Zur Sache, eigentlich weiß doch gar keiner mehr, warum es einen Arbeitskampf gibt. Die Fahrpreise sind Frechheit, sie regulieren nicht den Verkehrsfluß in der Stadt und sie sind qualitätiv nicht gerechtfertigt. Auf der anderen Seite fordert man Leistungen von den Fahrern ab, die eine erhebliche Belastung darstellen. Andere Unternehmen bezahlen anders. Also kann doch der eigentliche Protest nur die Kündigung sei für den BVG - MItarbeiter. Der Autofahrer hat doch schon lange entschieden, was er vom ÖNPV hält.
nolol 29.03.2019
5. Ja liebe BVGler
ihr arbeitet für die BVG. Ein Monopol! D.h. es gibt keine Konkurrenz. Alles was ihr tut geht zu Lasten der Menschen die jeden Tag auf die BVG angewiesen sind. Alte und kranke Menschen können Ihren Arzt nicht aufsuchen, [...]
ihr arbeitet für die BVG. Ein Monopol! D.h. es gibt keine Konkurrenz. Alles was ihr tut geht zu Lasten der Menschen die jeden Tag auf die BVG angewiesen sind. Alte und kranke Menschen können Ihren Arzt nicht aufsuchen, Arbeitnehmer müssen sich jetzt etwas einfallen lassen?! Nur damit Ihr mehr bekommt? Ich sag euch was und das ist jetzt nur Meinung. Ihr habt für die Nummer und das ist nicht das erste mal , viel weniger Geld verdient. Man sollte euch alle für den Schaden den ihr anrichtet haftbar machen. LG Nolol (Es gibt nichts zu lachen)

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP