Wirtschaft

Berliner Verkehrsbetriebe

Ver.di ruft zum Warnstreik am Donnerstag auf

Ver.di bleibt kampfeslustig: Nach der erfolgreichen Tarifauseinandersetzung mit den Ländern und Kommunen soll jetzt ein gutes Ergebnis für die Bediensteten der Berliner Verkehrsbetriebe herausspringen - ein Warnstreik soll dabei helfen.

DPA

U-Bahn auf der Berliner Oberbaumbrücke

Mittwoch, 13.03.2019   09:50 Uhr

Die Berliner müssen sich erneut auf erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen. Die Dienstleister-Gewerkschaft Ver.di rief nach ihrer Sitzung am Dienstag erneut zu Warnstreiks auf. So sollen am Donnerstag von Betriebsbeginn um 03.30 Uhr bis etwa 22.00 Uhr die Busse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) stillstehen. "Ziel ist es, mit diesem Warnstreik den Druck auf die Arbeitgeber in den laufenden Verhandlungen zu erhöhen", erklärte die Gewerkschaft am Dienstagabend.

Bereits Mitte Februar hatte es einen mehrstündigen Warnstreik der BVG gegeben, um den Druck im Tarifkonflikt zu erhöhen. Sämtliche U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse waren in den Depots geblieben. Die Gewerkschaft verhandelt für die rund 14.500 Beschäftigten der BVG und des Tochterunternehmens Berlin Transport.

Mit dem Beschluss für den Busbereich reagiere die Tarifkommission nun auf das "unzureichende Angebot der Arbeitgeber, das auch deutliche Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen beinhaltet", sagte Verhandlungsführer Jeremy Arndt. Das vorliegende Angebot mit einem Gesamtvolumen von 65 Millionen Euro zur Finanzierung der Mantel- und Entgeltrunde sei unzureichend und müsse "deutlich" verbessert werden. Die Verhandlungen sollen am 28. März fortgesetzt werden.

mik/AFP

insgesamt 7 Beiträge
vox veritas 13.03.2019
1.
Das Land Berlin ist pleite. Wo soll das Geld herkommen? Vielleicht durch eine Erhöhung der Fahrpreise, die dann wieder für Unmut beim Arbeiter sorgt, der dann wieder ein Fall für SPD/Linke/Grüne wird? Diese fordern dann [...]
Das Land Berlin ist pleite. Wo soll das Geld herkommen? Vielleicht durch eine Erhöhung der Fahrpreise, die dann wieder für Unmut beim Arbeiter sorgt, der dann wieder ein Fall für SPD/Linke/Grüne wird? Diese fordern dann entweder Lohnerhöhungen oder kostenfreies Fahren für Alle. Das System füttert sich selbst.
kuschl 13.03.2019
2. Diese Gewerkschaft
Diese Gewerkschaft überzieht mit mit kleinen Berufsgruppen das Land mit vielen Einzelstreiks und legt damit die Öffentlichkeit mehrfach im Jahr lahm. Ihre Funktionäre meckern aber über die angebliche Macht der [...]
Diese Gewerkschaft überzieht mit mit kleinen Berufsgruppen das Land mit vielen Einzelstreiks und legt damit die Öffentlichkeit mehrfach im Jahr lahm. Ihre Funktionäre meckern aber über die angebliche Macht der Spartengewerkschaften.
Hans-Dampf 13.03.2019
3.
"So sollen am Donnerstag von Betriebsbeginn um 03.30 Uhr bis etwa 22.00 Uhr die Busse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) stillstehen." Nur die Busse? Und ich dachte, man will ernst machen und Forderungen durchsetzen.
"So sollen am Donnerstag von Betriebsbeginn um 03.30 Uhr bis etwa 22.00 Uhr die Busse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) stillstehen." Nur die Busse? Und ich dachte, man will ernst machen und Forderungen durchsetzen.
stiller_genießer 13.03.2019
4. Langt hin!
Sind Sie der verkappte Sprecher der Verkehrssenatorin? Pleite heißt doch in Berlin noch lange nicht, daß kein Geld ausgegeben wird, siehe die Milliarden für den BER oder für Rückkaufpläne von bestehenden Wohnungen statt [...]
Zitat von vox veritasDas Land Berlin ist pleite. Wo soll das Geld herkommen? Vielleicht durch eine Erhöhung der Fahrpreise, die dann wieder für Unmut beim Arbeiter sorgt, der dann wieder ein Fall für SPD/Linke/Grüne wird? Diese fordern dann entweder Lohnerhöhungen oder kostenfreies Fahren für Alle. Das System füttert sich selbst.
Sind Sie der verkappte Sprecher der Verkehrssenatorin? Pleite heißt doch in Berlin noch lange nicht, daß kein Geld ausgegeben wird, siehe die Milliarden für den BER oder für Rückkaufpläne von bestehenden Wohnungen statt neue zu bauen. Zum anderen: Die Verkehrsenatorin will private Autos abschaffen, was nur gelingt, wenn der öffentliche Nahverkehr ausgebaut wird. Neue Busfahrer kann man aber nur gewinnen, wenn die Arbeitsbedingungen, wozu Arbeitszeit und Lohn zählen, sich merklich verbessern. Im Artikel fehlt übrigens eine Stellungname der Verkehrsenatorin bzw. überhaupt des Senats. Ich wohne in Berlin, werde meine Pläne morgen umstellen, kann aber nur sagen: "Langt hin, Kolleginnen und Kollegen!"
peterpeterweise 13.03.2019
5. Streik gegen Kunden und Steuerzahler
Früher streikten mehrheitlich Industriearbeiter gegen Privatfirmen. Als Folge wurden möglicherweise einige Autos später ausgeliefert, aber die meisten Bürger haben keine direkten Auswirkungen gespürt. Heute dagegen richten [...]
Früher streikten mehrheitlich Industriearbeiter gegen Privatfirmen. Als Folge wurden möglicherweise einige Autos später ausgeliefert, aber die meisten Bürger haben keine direkten Auswirkungen gespürt. Heute dagegen richten sich die Streiks meistens direkt gegen den Kunden und den Steuerzahler. Ob öffentlicher Dienst, Bahn, Flughafen, je größer die Auswirkungen auf die Allgemeinheit, um so höher die Erfolgsaussichten der Streikenden. Wenn kleine Berufsgruppen ganze Regionen lahmlegen können, dann verschieben sich die Gehälter. Nicht die Ausbildung und Arbeitsleistung bestimmt dann das Gehalt, sondern die Möglichkeit der Erpressung der Allgemeinheit.

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