Wirtschaft

Langsamer Wandel

Mehr Frauen in den Vorständen deutscher Firmen

Managerinnen sind in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft noch immer eine Seltenheit. Doch immerhin ist der Frauenanteil 2018 etwas gestiegen.

DPA, imago, Allianz
Dienstag, 08.01.2019   10:21 Uhr

Frauen kommen in den Topetagen der deutschen Wirtschaft voran, wenn auch sehr langsam. Das geht aus einer Auswertung des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY hervor.

In den 160 Konzernen aus den Börsenindizes Dax, MDax und SDax arbeiteten zum Stichtag 1. Januar 2019 demnach 61 Managerinnen im Vorstand. Das sind elf Frauen mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der männlichen Vorstände wuchs um zwölf auf 650.

Insgesamt stieg der Frauenanteil in den Führungsgremien binnen Jahresfrist von 7,3 auf 8,6 Prozent - den höchsten Wert seit Beginn der Untersuchung im Jahr 2013.

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Fotostrecke: Deutschlands Topmanagerinnen (Stand Anfang 2018)

"Frauen sind in deutschen Vorständen noch immer eine Seltenheit", konstatierte EY-Expertin Ulrike Hasbargen. "Wir sehen zwar Fortschritte - aber der Wandel vollzieht sich sehr langsam."

Die Vorstände der meisten Unternehmen aus den drei Börsenindizes sind nach wie vor eine reine Männerdomäne: 67 Prozent der Chefetagen sind den Angaben zufolge ausschließlich mit Managern besetzt.

Dax-Konzerne schneiden am besten ab

Am höchsten ist der Frauenanteil der Studie zufolge in der obersten deutschen Börsenliga. Er stieg in den 30 Dax-Unternehmen innerhalb eines Jahres um 2,1 Prozentpunkte auf 14,5 Prozent. Inzwischen haben 23 Unternehmen mindestens ein weibliches Vorstandsmitglied, vor einem Jahr waren es 21, vor zwei Jahren erst 17 Firmen.

In den MDax-Konzernen stieg die Zahl der Frauen im Topmanagement binnen Jahresfrist von 13 auf 19. In den SDax-Firmen erhöhte sich die Zahl der weiblichen Vorstände lediglich von 13 auf 14.

Besonders häufig sind Managerinnen den Angaben zufolge in den Chefetagen von Telekommunikationsunternehmen anzutreffen, gefolgt von der Finanzbranche und Logistikunternehmen.

ssu/dpa

insgesamt 43 Beiträge
illegal2001 08.01.2019
1. Peinlich
Mein Gott, was für ein rückständiges Land wir immer noch sind. Bin zwar selber ein Mann, aber habe so die Nase voll von den alten Männern die die Entscheidungen für alle treffen. Was soll ich meiner kleinen Tochter denn [...]
Mein Gott, was für ein rückständiges Land wir immer noch sind. Bin zwar selber ein Mann, aber habe so die Nase voll von den alten Männern die die Entscheidungen für alle treffen. Was soll ich meiner kleinen Tochter denn sagen, wenn sie mich mal fragt ob es sich lohnt, sich in diesem Land anzustrengen um eine Karriere zu machen? Meine Frau arbeitet beim größten deutschen Software-Hersteller und dort ist es genau so gruselig wie beim mittelständischen schwäbischen Maschinenbauer wenn es darum geht, wie die Männer ihre Positionen sichern und die Gleichgesinnten nachziehen.
ihawk 08.01.2019
2. Frauen im Vorstand
Ich frage mich, ob sich die Vorstandsbeschlüsse durch die höhere Frauenquote ändern.
Ich frage mich, ob sich die Vorstandsbeschlüsse durch die höhere Frauenquote ändern.
m82arcel 08.01.2019
3.
Da die Führungsetagen vermutlich nicht jährlich komplett ausgetauscht werden, ist es doch kein Wunder, dass sich der Wandel langsam vollzieht. Für jede zusätzliche Frau muss halt zunächst ein Mann weichen. Hinzu kommt, dass [...]
Da die Führungsetagen vermutlich nicht jährlich komplett ausgetauscht werden, ist es doch kein Wunder, dass sich der Wandel langsam vollzieht. Für jede zusätzliche Frau muss halt zunächst ein Mann weichen. Hinzu kommt, dass man für entsprechende Positionen halt auch ein bisschen Erfahrung braucht - solange Frauen nicht im gleichen Maße wie Männer entsprechende Fächer studieren, anschließend in passende Unternehmen wechseln und dort über Jahre die gleiche Anzahl an Stunden leisten, können wir noch ewig darüber diskutieren, wie ungerecht das doch angeblich ist. Und nur damit ich nicht falsch verstanden werde: natürlich halte ich es für absolut falsch, wenn Frauen nicht eingestellt/befördert werden, weil sie Frauen sind. Aber Frauen zu befördern, nur weil sie Frauen sind, halte ich ebenso für falsch.
herbert 08.01.2019
4. Klar .... ein Schreihals wie Claudia Roth in die Vorstaende
oder Wagenknecht zum sozialen Geld ausgeben. Es gibt genug Firmen da kommt der Mann oder Frau auf den Top Posten der oder die auch den IQ dazu hat. Nicht nur im kleinen Schwarzen herumrennen und Mitarbeiter verwirren sondern [...]
oder Wagenknecht zum sozialen Geld ausgeben. Es gibt genug Firmen da kommt der Mann oder Frau auf den Top Posten der oder die auch den IQ dazu hat. Nicht nur im kleinen Schwarzen herumrennen und Mitarbeiter verwirren sondern Leistung ist gefragt ! So einfach ist das !
Cascara LF 08.01.2019
5. Keine Idee?
Sagen Sie ihr, dass es sich lohnt. Ich sehe sowohl in dem Betrieb in den ich arbeite, als auch in dem meiner Frau, dass Frauen es sehr wohl aus eigeer Karft schaffen, in Führungspositionen vorzurücken. Meine Frau leitet die [...]
Zitat von illegal2001Mein Gott, was für ein rückständiges Land wir immer noch sind. Bin zwar selber ein Mann, aber habe so die Nase voll von den alten Männern die die Entscheidungen für alle treffen. Was soll ich meiner kleinen Tochter denn sagen, wenn sie mich mal fragt ob es sich lohnt, sich in diesem Land anzustrengen um eine Karriere zu machen? Meine Frau arbeitet beim größten deutschen Software-Hersteller und dort ist es genau so gruselig wie beim mittelständischen schwäbischen Maschinenbauer wenn es darum geht, wie die Männer ihre Positionen sichern und die Gleichgesinnten nachziehen.
Sagen Sie ihr, dass es sich lohnt. Ich sehe sowohl in dem Betrieb in den ich arbeite, als auch in dem meiner Frau, dass Frauen es sehr wohl aus eigeer Karft schaffen, in Führungspositionen vorzurücken. Meine Frau leitet die größte Abteilung in dem Unternehmen und ist stv. Geschäftsführerin, ich habe eine sehr erfahrene und kompetente Vorgesetzte als Bereichsleiterin. Von den sieben Positionen in unserem Unternehmen die zur Führungsebene gehören sind drei von Frauen besetzt - und das ohne irgendeine aufoktruierte Quote. Und den von Ihnen beschriebenen alten Männern, die ihre Posten sichern und Gleichgesinnte nachziehen, bin ich in über 25 Berufjahren und vier Arbeitgebern noch nie begegnet. Eine Frage noch, halten Sie Quoten für Forschrittlich?
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