Wirtschaft

Freihandelsabkommen

USA wollen Stahlzölle gegen Kanada und Mexiko abschaffen

Mit Mexiko und Kanada wollen die USA durch das USMCA-Abkommen eine der größten Freihandelszonen der Welt schaffen. Ein Hindernis wird nun aus der Welt geschafft. Dagegen schoss Trump erneut gegen Europa.

Olivier Douliery/POOL/EPA-EFE/REX

Donald Trump: Ausnahmsweise gute Nachrichten

Freitag, 17.05.2019   22:44 Uhr

Inmitten des Handelsstreits der USA mit China und Europa hat sich die US-Regierung mit Kanada und Mexiko auf die Abschaffung von gegenseitigen Zöllen verständigt. "Wir haben gerade eine Einigung mit Kanada und Mexiko erzielt und werden unsere Produkte in diese Länder ohne Zölle oder ohne wesentliche Zölle verkaufen", sagte US-Präsident Donald Trump.

Binnen 48 Stunden sollten Abgaben von 25 Prozent auf Stahl- und von zehn Prozent auf Aluminiumimporte aus Kanada in die USA aufgehoben werden. Im Gegenzug werde Kanada auf Vergeltungszölle auf US-Waren wie Fleisch und Whiskey im Volumen von rund zwölf Milliarden Dollar verzichten.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau erklärte, man wolle mit dem gemeinsamen Freihandelsabkommen voranschreiten. Da mache es keinen Sinn, gegenseitig Zölle auf Stahl und Aluminium zu erheben. Durch das Freihandelsabkommen "USMCA" wird eine der größten Freihandelszonen der Welt geschaffen.

Die im vergangenen Jahr von Trump mit Kanada und Mexiko getroffene Vereinbarung soll den Vorgängervertrag Nafta ersetzen, muss aber noch von den Parlamenten aller drei Länder ratifiziert werden, bevor es in Kraft treten kann. Die Parlamentarier hatten erhebliche Vorbehalte, vor allem wegen der Stahlzölle.

Trump schafft damit erstmals von ihm selbst eingeführte Sonderzölle wieder ab. Im Frühjahr 2018 hatten die USA Handelspartner weltweit mit Sonderzöllen auf Stahl und Aluminium überzogen und die nationale Sicherheit als Grund genannt. Viele Länder hatten mit Vergeltungszöllen geantwortet.

Trump: EU behandelt USA beim Handel schlechter als China

Unterdessen erhob Trump neue Vorwürfe gegen Europa und nahm erneut deutsche Autos ins Visier. "Ich würde sagen, die Europäische Union behandelt uns schlechter als China, sie sind nur kleiner", sagte der US-Präsident in Washington. "Sie schicken Mercedes-Benz hier rein, als wären es Kekse. Sie schicken BMWs hierhin." Gleichzeitig erschwere die EU den Import amerikanischer Autos.

Zuvor hatte Trump eine Entscheidung über angedrohte Sonderzölle auf Autoeinfuhren aus der EU und auch aus Japan für ein halbes Jahr aufgeschoben. Mit Blick auf die Europäische Union kritisierte Trump bei seinem Auftritt: "Sie haben Handelsbarrieren. Sie wollen unsere Agrarprodukte nicht. Sie wollen unsere Autos nicht." Trump fügte hinzu: "Es ist eine sehr unfaire Situation."

hba/dpa

insgesamt 50 Beiträge
christerix 17.05.2019
1. Einfach die Produktionsart ändern
Wenn die USA ihr Genzeug mögen - bitte. Wenn sie - um Produktionskosten zu sparen - tonnenweise Pestizide sprühen - bitte. Die us-amerikanischen Produzenten sollten sich einfach nur fragen, was Menschen in Europa wollen und [...]
Wenn die USA ihr Genzeug mögen - bitte. Wenn sie - um Produktionskosten zu sparen - tonnenweise Pestizide sprühen - bitte. Die us-amerikanischen Produzenten sollten sich einfach nur fragen, was Menschen in Europa wollen und ihre Produktionsweise umstellen, dann ist es doch ok. Dass Trump das nicht versteht, ist doch kein Geheimnis. Nun ja, er kann es doch als Erfolg verbuchen, dass wir jetzt das dreckige Gas kaufen. Klar, Deutschland musste es machen, da Papa Trump sonst weiter ganz böse auf Mama Merkel ist, weil sie ja Northstream 2 so gut findet. Und Mama Merkel fühlt sich total unwohl, wenn die amerikanischen Super-Freunde böse sind. Es ist sowas von lachhaft, wie Trump sich seine Welt mit Lügen, Unter-Druck-Setzen, Beleidigen und wieder nett sein baut - und die ganzen Regierungschef vor ihm kuschen.
kuac 17.05.2019
2.
Trump ist unberechenbar, unlogisch und komplett wirr. Es ist sinnlos, über seine Handlungen zu wundern.
Trump ist unberechenbar, unlogisch und komplett wirr. Es ist sinnlos, über seine Handlungen zu wundern.
gunnarqr 17.05.2019
3. Wann endlich zeigen die Bürger der EU mal klare Kante?
US Strafzoll Drohungen noch und nöcher... Rechte Kräfte in der EU stärken durch Bannon, Ziel Zerschlagung der EU... Geht's noch? Liebe Mitbürger, es gibt so viele schöne Reiseziele in dieser Welt, warum in die USA reisen? [...]
US Strafzoll Drohungen noch und nöcher... Rechte Kräfte in der EU stärken durch Bannon, Ziel Zerschlagung der EU... Geht's noch? Liebe Mitbürger, es gibt so viele schöne Reiseziele in dieser Welt, warum in die USA reisen? Wenn wir Bürger mal mehr oder weniger konsequent amerikanische Produkte, Dienstleistungen etc. mal für 3 Monate eben nicht erwerben, nutzen, dann sind wir als Bürger der EU stärker und USA wird einlenken. Oder marschieren die dann ein, um uns zu zwingen ihren (in Teilen) Mist zu kaufen? Glaube ich eher weniger. Mit Mr. Trump sind es es jetzt die Ugly States of America, leider!
gunnarqr 18.05.2019
4. @kuac
Wundern braucht sich in der Tat Niemand mehr. Allerdings wird es Zeit, dass wir Bürger uns wehren, wenn es unsere Regierungen in der EU nicht wollen oder können. Wenn wir Europäer mal 3 Monate amerikanische Produkte [...]
Wundern braucht sich in der Tat Niemand mehr. Allerdings wird es Zeit, dass wir Bürger uns wehren, wenn es unsere Regierungen in der EU nicht wollen oder können. Wenn wir Europäer mal 3 Monate amerikanische Produkte boykottieren, wirkt das weit mehr, als alle EU Strafzölle. Und das neue iPhone, iPad, der Ford Mustang, der Urlaub in Florida oder in New York, etc. pp. ist danach immer noch möglich... Also packen wir es an, BITTE
newage85 18.05.2019
5. Zölle weglassen...
...na dann schaffen wir die Zölle auf Autos gegenseitig ab...Die meisten amerikanischen Wagen sind für europäische Verhältnisse unpraktisch. Ich glaube nicht das die amerikanischen Fahrzeuge hier konkurrenzfähig sind. Den [...]
...na dann schaffen wir die Zölle auf Autos gegenseitig ab...Die meisten amerikanischen Wagen sind für europäische Verhältnisse unpraktisch. Ich glaube nicht das die amerikanischen Fahrzeuge hier konkurrenzfähig sind. Den Spaß könnte man mitmachen.

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP