Wirtschaft

Finanzpolitik

Scholz will Elektroautos zehn Jahre länger fördern

Bundesfinanzminister Olaf Scholz nutzt sein Amt nach Kräften, um Akzente in der Politik zu setzen. Jetzt wendet er sich der Elektromobilität zu. Die Förderung soll um weitere zehn Jahre ausgedehnt werden.

Michele Tantussi/Getty Images

Bundesfinanzminister Olaf Scholz: Staat muss Umbruch begleiten

Mittwoch, 27.03.2019   10:53 Uhr

Bundesfinanzminister Olaf Scholz will die Förderung von Elektrofahrzeugen um weitere zehn Jahre verlängern. "Ich finde es industriepolitisch wichtig, dass wir unsere gegenwärtig bis 2021 begrenzten Förderprogramme für batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride auf das ganze nächste Jahrzehnt ausdehnen", sagte Scholz der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Zugleich solle eine höhere Kilometerleistung von den batteriebetriebenen Fahrzeugen gefordert werden.

Er verwies auf die kostspieligen Investitionsentscheidungen der Autokonzerne, um EU-Emissionswerte für Pkws und Lastwagen zu erreichen. "Der Staat muss das mit einem Ausbau der Ladeinfrastruktur und mit steuerlicher Förderung begleiten."

Der "FAZ" zufolge hatte sich der SPD-Politiker vergangene Woche mit VW-Chef Herbert Diess getroffen, nachdem der Konzern eine stärkere Förderung der Elektromobilität angemahnt hatte. Als Ersatz für den klimaschädlichen Verbrennungsmotor, mit dem die Hersteller ihre Emissionsgrenzen bald nicht mehr einhalten können, setzt Volkswagen allein auf Elektroautos. Dagegen wollen sich Rivalen wie BMW und Daimler auch andere Möglichkeiten offenhalten, etwa Plug-in-Hybridwagen, die an der Steckdose aufgeladen werden, oder alternative Antriebe wie Wasserstoff-Brennstoffzellen.

mik/Reuters/dpa

insgesamt 66 Beiträge
rambuteau 27.03.2019
1. Infrastruktur
Die gesamte staatliche Förderung sollte meines Erachtens in die Schaffung der Infrastruktur fließen. Die enormen Kosten für flächendeckende Ladestationen rechnen sich für private Investoren nicht. Diese sind aber notwendig um [...]
Die gesamte staatliche Förderung sollte meines Erachtens in die Schaffung der Infrastruktur fließen. Die enormen Kosten für flächendeckende Ladestationen rechnen sich für private Investoren nicht. Diese sind aber notwendig um die Attraktivität der E-Mobilität zu erhöhen. Für mich ein klassischer Fall für ein staatliches Investitionsprogramm.
bommipit 27.03.2019
2. Der......
Staat will alles fördern. Also nur wieder Steuergeld für die Konzerne damit diese die Gewinne einfahren. Tausende Arbeitsplätze werden ja gestrichen wegen den Elektroautos. Es wird ja weniger gebraucht an Personal. Auch bei den [...]
Staat will alles fördern. Also nur wieder Steuergeld für die Konzerne damit diese die Gewinne einfahren. Tausende Arbeitsplätze werden ja gestrichen wegen den Elektroautos. Es wird ja weniger gebraucht an Personal. Auch bei den Zulieferern. Also in Zukunft noch mehr Gewinne. Sollen doch die Konzerne alles bezahlen. Weil günstiger bekomme ich kein Elektrofahrzeug nur weil es gefördert wird. Die ganze Förderung sollte in die Bildung der künftigen Arbeitslosen gehen,oder sollen diese später als Leiharbeiter bei den Konzernen arbeiten. Und wie will der Staat eigentlich die Mineralölsteuer kompensieren wenn diese weg fällt?
pierrotlalune 27.03.2019
3.
weil die Autoindustrie ihre zugesagten Abgaswerte nicht einhalten können, weil sie Milliardenstrafen zu zahlen haben, werden diese weiterhin auf simple Anfrage für weitere zehn Jahre gefördert. Weiter so, stets die gleichen die [...]
weil die Autoindustrie ihre zugesagten Abgaswerte nicht einhalten können, weil sie Milliardenstrafen zu zahlen haben, werden diese weiterhin auf simple Anfrage für weitere zehn Jahre gefördert. Weiter so, stets die gleichen die nehmen, die geben. Warum brauchen wir eine Industrie, wenn diese sowieso staatlich bezahlt wird.
Alex2311 27.03.2019
4. verstehe ich nicht
der "Zeitgeist" steht angeblich auf Elektro, der Verbrenner sei sowas von gestern, zum Aussterben verdammt. Das Aussterben ist aber ein natürlicher Prozess, wie z.B. die Verdränung von einfachen Handys durch [...]
der "Zeitgeist" steht angeblich auf Elektro, der Verbrenner sei sowas von gestern, zum Aussterben verdammt. Das Aussterben ist aber ein natürlicher Prozess, wie z.B. die Verdränung von einfachen Handys durch Smartphones, das benötigte keine staatlichen Eingriffe. Wozu denn langfristige staatliche Investitionen, falls Elektro ja ein Selbsläufer sei...
mwroer 27.03.2019
5.
Der Staat baut die Hardware die es den Energielieferanten dann ermöglicht Energie zu verkaufen? Warum sollte der Staat das tun? Die ersten 'echten' Tankstellen wurden auch von den Benzinlieferanten und Autoherstellern gebaut. [...]
Zitat von rambuteauDie gesamte staatliche Förderung sollte meines Erachtens in die Schaffung der Infrastruktur fließen. Die enormen Kosten für flächendeckende Ladestationen rechnen sich für private Investoren nicht. Diese sind aber notwendig um die Attraktivität der E-Mobilität zu erhöhen. Für mich ein klassischer Fall für ein staatliches Investitionsprogramm.
Der Staat baut die Hardware die es den Energielieferanten dann ermöglicht Energie zu verkaufen? Warum sollte der Staat das tun? Die ersten 'echten' Tankstellen wurden auch von den Benzinlieferanten und Autoherstellern gebaut. In Deutschland war es (soweit mich meine Erinnerung nicht täuscht) der Vorläufer von BP der begann - die anderen folgten. Der Staat kann ja gerne Elektro-Autos steuerlich noch ein bisschen fördern aber die Infrastruktur um diese zu betreiben sollten schon die Nutznießer bauen: Die Energielieferanten und Autohersteller. Ich bin allerdings jetzt schon gespannt wie viele Ladestationen im öffentlichen Bereich von den gleichen Verbänden blockiert werden, aus Umweltschutzgründen, die jetzt E-Autos fordern (aus Umweltschutzgründen).
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