Wirtschaft

Handelsstreit

Chinas Außenhandel in die USA bricht ein

Das Teilabkommen im Handelsstreit verschafft China und den USA Zeit zum Durchatmen. Doch die bestehenden Zölle belasten das Exportgeschäft der Volksrepublik bereits deutlich.

Mark Ralston / AFP

Chinesische Container im Hafen von Los Angeles

Montag, 14.10.2019   08:03 Uhr

Der chinesische Außenhandel leidet stark unter dem Handelsstreit mit den USA. Wegen der gegenseitig verhängten Strafzölle und der schlechten Stimmung zwischen beiden Staaten sackten Chinas Exporte in die USA im September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21,9 Prozent ab. Die Importe brachen um 15,2 Prozent ein. Das teilte die Zollbehörde in Peking mit.

Insgesamt fielen die weltweiten Exporte der zweitgrößten Volkswirtschaft im Vergleich zum September des Vorjahres um 3,2 Prozent auf 218,1 Milliarden Dollar. Die Importe gingen um 8,5 Prozent auf 178,5 Milliarden Dollar zurück. Beide Werte lagen unter den Erwartungen von Analysten. Die schwachen Einfuhren gehen dabei neben dem Handelsstreit auch auf die sich abschwächenden Binnennachfrage und eine langsamer wachsende chinesische Wirtschaft zurück.

DIHK sieht Teilabkommen skeptisch

In dem seit mehr als einem Jahr andauernden Handelsstreit hatte US-Präsident Donald Trump vergangenen Freitag eine Einigung auf ein Teilabkommen verkündet. Diese "Phase eins" eines umfassenderen Abkommens beinhalte unter anderem die Themen Schutz geistigen Eigentums, Finanzdienstleistungen, Währungsfragen und Agrarprodukte, sagte er. Die USA verzichten außerdem auf eine angekündigte Anhebung von Strafzöllen von 25 auf 30 Prozent für chinesische Importe im Wert von 250 Milliarden Dollar.

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Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat sich skeptisch zu der Teileinigung geäußert. "Der Handelskrieg zwischen den USA und China bremst die Weltkonjunktur und damit auch den deutschen Unternehmen das für sie so wichtige Exportgeschäft", sagte Ilja Nothnagel, Mitglied der DIHK-Hauptgeschäftsführung, dem "Handelsblatt". "Die jüngste Teileinigung wird daran zunächst nicht viel ändern." Immerhin gebe es jetzt aber eine Pause bei der bisherigen "Zollspirale".

Auch EU hofft auf Entspannung

Nach der Teileinigung der USA mit China hofft nun auch die EU auf eine Entspannung ihres Handelskonflikts mit den USA. Die USA wollen wegen rechtswidriger EU-Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus von diesem Freitag an Strafzölle auf Importe aus Europa verhängen. So soll zum Beispiel bei der Einfuhr von Käse, Schinken, Olivenöl und Wein eine zusätzliche Abgabe von 25 Prozent erhoben werden.

Die EU hatte angekündigt, wegen rechtswidriger Subventionen der USA für den US-Luftfahrtkonzern Boeing mit Gegenmaßnahmen zu antworten. In einem Brief an den US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer signalisierte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström nun Verhandlungswillen. "Wir sind bereit, sowohl für den Fall Airbus als auch für den Fall Boeing eine Einigung zu verhandeln (...)", zitiert die Nachrichtenagentur dpa aus dem Schreiben. Sollten die US-Strafzölle jedoch kommen, werde auch die EU handeln.

Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage und beim Regierungsmonitor umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht vollautomatisiert auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 20.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Zum Beispiel kann man bei der Sonntagsfrage nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. Bei der Sonntagsfrage heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
Was passiert mit meinen Daten?
Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Mitarbeiter von Civey arbeiten für die Auswertungen lediglich mit User-IDs und können die Nutzer nicht mit ihrer Abstimmung in Verbindung bringen. Die persönlichen Angaben der Nutzer dienen vor allem dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden. Darüber hinaus arbeitet Civey mit externen Partnern zusammen, die Zielgruppen für Werbetreibende erstellen. Nur wenn Nutzer die Datenschutzerklärung sowohl von Civey als auch von einem externen Partner akzeptiert haben, dürfen Ihre Antworten vom Partner zur Modellierung dieser Zielgruppen genutzt werden. Ein Partner erhält aber keine Informationen zu Ihren politischen und religiösen Einstellungen sowie solche, mit denen Sie identifiziert werden können. Civey-Nutzer werden auch nicht auf Basis ihrer Antworten mit Werbung bespielt. Der Weitergabe an Partner können Sie als eingeloggter Nutzer jederzeit hier widersprechen. Mehr Informationen zum Datenschutz bei Civey finden Sie hier.
Wer steckt hinter Civey-Umfragen?
An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

kko/dpa/AFP

insgesamt 7 Beiträge
alternativlos 14.10.2019
1. Bestehende Logik
Da betreiben zwei Quasi-Monopolisten Preisdumping zu Lasten der Allgemeinheit, belegen sich Wechselseitig mit Sanktionen und Strafzöllen ggü andere Gütern und in Abwendung dieser Gemeinschaftshaftung zu Lasten Dritter werden [...]
Da betreiben zwei Quasi-Monopolisten Preisdumping zu Lasten der Allgemeinheit, belegen sich Wechselseitig mit Sanktionen und Strafzöllen ggü andere Gütern und in Abwendung dieser Gemeinschaftshaftung zu Lasten Dritter werden Deals eingefädelt, die den Monopolisten wieder ein Wettbewerbsvorteil garantieren. Ganz Starkes Zeichen für ein kohärentes und funktionierendes Wirtschaftssystem. Und für ein Wirtschaftskreislaufmodell, der dem der Tragik der Almende immer weiter ähnelt. Warum machen die das, weil sie es können und durch souveräne Exekutiven wider der Vernunft protegiert werden. Weiterhin Alles Gute
Humanfaktor 14.10.2019
2. Etwas differenzierter bitte.
Die Unternehmen der USA hängen so stark an Vorprodukten und Lieferungen aus dem Ausland, dass ein signifikanter Rückgang von Importe aufgrund der verhängten Zölle nicht ohne Wirkung bleiben kann. Die meisten ausfallenden [...]
Die Unternehmen der USA hängen so stark an Vorprodukten und Lieferungen aus dem Ausland, dass ein signifikanter Rückgang von Importe aufgrund der verhängten Zölle nicht ohne Wirkung bleiben kann. Die meisten ausfallenden Produkte und Komponenten sind in den USA aus interner Produktion oder aus Alternativquellen nicht mirnichtsdirnichts, ohne Einbußen für die eigene Produktionen verkraften zu müssen, zu ersetzen. Manche Vorprodukte sind gar nicht zu ersetzen, weil eine eigene Industrie dafür in den USA (und anderswo) gar nicht (mehr) existiert, oder nur noch marginal vorhanden ist und/oder nicht die Kapazitäten, je nach Bedarf, beliebig ausweiten kann. Vor Monaten wurden bereits Engpässe und Verteuerungen in der Automobilproduktion der USA thematisiert, Nicht wesentlich anders dürfte es bei elektronischen Vorprodukten für die Gamer-, Audio-, Video-, IT-Consumer Goods stehen, die nun entweder sehr viel teurer werden/geworden sind, oder nicht mehr kostendeckend absetzbar geliefert werden (können), und damit nicht nur den Unternehmen, die die Endprodukte herstellen und/oder vertreiben, sondern auch dem Groß- und Einzelhandel als Umsatzbringer fehlen. Es ist kaum anzunehmen, dass in der Gesamtschau den Einbußen der chinesischen Exporte nicht entsprechende Einbußen, die nicht einszweidrei kompensiert werden können, in den USA gegenüber stehen und entsprechende Folgen für die Wirtschaft, die Menschen in betroffenen Regionen, sowie für die Steuer- und Sozialkassen haben. Wo bleiben die Zahlen über diese Gegenbuchungen? Wie groß sind die nominalen Impacts? Wer oder was hat die Lücken gefüllt? Solche tiefen Einschnitte in die Fertigungs- und Wertschöpfungsketten schnupften auch die USA nicht ohne Weiteres weg. Insbesondere die USA sind sogar in erheblichem Umfang auf den Import von Vor- und Endprodukten angewiesen, da der Großteil der Fertigung von Consumer Goods für den Binnenmarkt im Ausland erfolgt. Selbst Exportartikel der USA haben einen signifikanten Anteil im Ausland - häufig China - produzierter Vorprodukte. Fehlen diese Vorfertigungsstufen, wird die inländische Produktion davon direkt beeinträchtigt. Siehe Automobilindustrie. Generell sind oberflächliche Betrachtungen wenig aufklärend hinsichtlich der Gesamtlage. Und einseitige Betrachtungen und Generalübersichten, zusammen gefasst in einem Gesamtsaldo, als nackte, undifferenzierte Zahlen präsentiert, sind so nichtssagend, und daher sinnlos, wie der methodische Fehler, bei dem immer wieder das Arithmetisches Mittel zur Darstellung des Individuellen Wohlfahrtstatus einer Gesamtbevölkerung verwendet wird.
pizzerino 14.10.2019
3. mal ganz was anderes...
Die Einen produzieren unter fragwürdigen Bedingungen und die Anderen konsumieren für billig Geld. Dazwischen sausen die Waren um die halbe Welt, weil das immer noch billiger ist als sie vor Ort zu produzieren. Warum sollte [...]
Die Einen produzieren unter fragwürdigen Bedingungen und die Anderen konsumieren für billig Geld. Dazwischen sausen die Waren um die halbe Welt, weil das immer noch billiger ist als sie vor Ort zu produzieren. Warum sollte eine Beschränkung dieser Torheit schlecht sein?
Humanfaktor 14.10.2019
4. Ein interessanter Aspekt
Womöglich erweist sich DTs interruptive Handelspolitik sogar noch als die wirksamste aller Maßnahme gegen die Umweltverschmutzung, und damit als wirksames Mittel gegen die exponenzielle Verschlimmerung der Klimawandels. Er [...]
Zitat von pizzerinoDie Einen produzieren unter fragwürdigen Bedingungen und die Anderen konsumieren für billig Geld. Dazwischen sausen die Waren um die halbe Welt, weil das immer noch billiger ist als sie vor Ort zu produzieren. Warum sollte eine Beschränkung dieser Torheit schlecht sein?
Womöglich erweist sich DTs interruptive Handelspolitik sogar noch als die wirksamste aller Maßnahme gegen die Umweltverschmutzung, und damit als wirksames Mittel gegen die exponenzielle Verschlimmerung der Klimawandels. Er ist ja, wie er nicht müde wird zu betonen, einer der genialsten Menschen, die er kennt. Vllt. ist seine Getrumpel nur Fassade, und in Wirklichkeit verfolgt er den gottgewollten Plan, die Welt zu retten...;-) Denn wenn die weltweite Wirtschaft weiter einbricht, der Welthandel noch stärker reduziert wird, bedeutet das im Gegenzug eine Reduzierung der CO2-Emissionen, die auf anderem Wege nie hätten erreicht werden können. Weniger Handel gleich weniger Dreckscheudern, die die Meere befahren, weniger nachfrage wegen der Zölle führt zu geringerer Fertigung, und damit zu geringerem Energieverbrauch für die Produktion. Eine Rückkehr zur lokalen Wirtschaft, um die wegfallenden Vorprodukte zu kompensieren, bedeutet weniger Traffic, um die Waren just in Time aus China zu uns in die Endfertigungen und Regale zu bringen... gewissermaßen ein positiver Regelkreis. Einige Gewinner sind dabei durchaus auszumachen, aber ob das Ergebnis, mit allen Fassetten, auch bei der breiten Bevölkerung - hier wie dort - nachhaltige Endorphinausschüttungen auslöst, ist höchst ungewiss... ;-)
rudi_ralala 14.10.2019
5.
Extraordinäre Wünsche von Kunden wurden doch erst von Turbokapitalisten zum Zwecke der Profitmaximierung geweckt. Meiner Ansicht nach könnte man die Globalisierung um mind. 80 % zurückfahren und niemand auf Welt würde [...]
Zitat von HumanfaktorWomöglich erweist sich DTs interruptive Handelspolitik sogar noch als die wirksamste aller Maßnahme gegen die Umweltverschmutzung, und damit als wirksames Mittel gegen die exponenzielle Verschlimmerung der Klimawandels. Er ist ja, wie er nicht müde wird zu betonen, einer der genialsten Menschen, die er kennt. Vllt. ist seine Getrumpel nur Fassade, und in Wirklichkeit verfolgt er den gottgewollten Plan, die Welt zu retten...;-) Denn wenn die weltweite Wirtschaft weiter einbricht, der Welthandel noch stärker reduziert wird, bedeutet das im Gegenzug eine Reduzierung der CO2-Emissionen, die auf anderem Wege nie hätten erreicht werden können. Weniger Handel gleich weniger Dreckscheudern, die die Meere befahren, weniger nachfrage wegen der Zölle führt zu geringerer Fertigung, und damit zu geringerem Energieverbrauch für die Produktion. Eine Rückkehr zur lokalen Wirtschaft, um die wegfallenden Vorprodukte zu kompensieren, bedeutet weniger Traffic, um die Waren just in Time aus China zu uns in die Endfertigungen und Regale zu bringen... gewissermaßen ein positiver Regelkreis. Einige Gewinner sind dabei durchaus auszumachen, aber ob das Ergebnis, mit allen Fassetten, auch bei der breiten Bevölkerung - hier wie dort - nachhaltige Endorphinausschüttungen auslöst, ist höchst ungewiss... ;-)
Extraordinäre Wünsche von Kunden wurden doch erst von Turbokapitalisten zum Zwecke der Profitmaximierung geweckt. Meiner Ansicht nach könnte man die Globalisierung um mind. 80 % zurückfahren und niemand auf Welt würde darben. Im Gegenteil, viele Menschen z.B. in Afrika oder Asien würden davon profitieren Klar, wir in der westlichen Welt müsste bescheidener leben aber das ist immer noch besser als gar nicht mehr zu leben, weil der Turbokapitalismus unsere Lebensgrundlagen zerstört. Warum muss mein Supermarkt Bier aus China, USA und Mexico anbieten, reichen die drei Brauereien in der Umgebung nicht? Warum muss ich ich 50 Käsesorten aus 10 Ländern zur Auswahl haben? Reichen nicht die lokalen Produkte und vielleicht noch 10 Sorten aus dem Ausland? Warum müssen alleine in Deutschland Zigmillionen PKW zugelassen sein, deren Einzelteile aus ganz Europa zu den Produktonsstätten geschafft werden? Just in time! Der Wahnsinn in höchster Vollendung. Ich hoffe jedenfalls, dass Trump seine harte Linie nicht aufgibt. Die Globalisierung ist sowieso schon seit 2008 auf dem Rückmarsch.

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