Wirtschaft

Einstufung als Sicherheitsgefahr für die USA

Deutsche Autobauer verstehen die Welt nicht mehr

Die Autoindustrie kritisiert die bevorstehende Einstufung deutscher Autoimporte als Sicherheitsgefahr für die USA. Die Bundesregierung rechnet laut "Handelsblatt" fest damit - der Bericht des US-Ministeriums sei bereits erstellt.

DPA

Auto-Verschiffung in Emden

Sonntag, 17.02.2019   07:59 Uhr

Die USA könnten deutsche Autoimporte als mögliche Gefahr für die nationale Sicherheit einstufen - und Zölle erheben. Die US-Regierung will diesen Sonntag entscheiden, ob sie diese Einstufung vornimmt, Handelsbeschränkungen könnten dann binnen 90 Tagen in Kraft treten.

Einem Bericht des "Handelsblatt" zufolge könnte die Entscheidung darüber bereits gefallen sein. Der Bericht des US-Handelsministeriums zu dieser Frage liege dem Weißen Haus vor, heißt es in dem Medium unter Berufung auf Regierungskreise. Die deutsche Bundesregierung rechne inzwischen fest mit Autozöllen. Kurz vor seinem Abflug zu seinem Wochenendsitz Mar-A-Lago in Florida habe US-Präsident Donald Trump zudem gesagt: "Ich mag Strafzölle."

Die deutsche Autoindustrie hat die bevorstehende Einstufung als Gefahr für die nationale Sicherheit unterdessen kritisiert. Falls das US-Handelsministerium zu dieser Einschätzung käme, wäre dies nicht nachvollziehbar, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit.

VDA: "Das ist kein Sicherheitsproblem"

Zuletzt waren Sonderzölle in Höhe von 25 Prozent ins Gespräch gebracht worden. Dadurch will Trump das amerikanische Handelsdefizit abbauen und Jobs in den USA schaffen. Auch Kanzlerin Angela Merkel hatte die bevorstehende Entscheidung des Handelsministeriums auf der Münchner Sicherheitskonferenz am Samstag scharf kritisiert.

Dem VDA zufolge hat allein die deutsche Autobranche in den vergangenen Jahren mit rund 300 Fabriken mehr als 113.000 Arbeitsplätze in den USA geschaffen sowie die duale Ausbildung für qualifizierte Arbeitskräfte eingeführt und sei der größte Autoexporteur aus den USA. Der Verband beklagte: "Das alles stärkt die USA und ist kein Sicherheitsproblem."

Die erwogenen Sonderzölle auf Autos könnten die deutschen Autokonzerne dem Münchner ifo-Institut zufolge empfindlich treffen. Sollten die USA die Importzölle dauerhaft um 25 Prozent erhöhen, könnten sich die deutschen Autoexporte in die USA langfristig fast halbieren, wie aus Berechnungen des Instituts hervorgeht.

Das Schweizer Wirtschaftsforschungs- und Beratungsinstitut Prognos dagegen rechnet nur mit "relativ moderaten" Folgen einer Zolloffensive der USA. Außerdem wären andere Länder - allen voran Mexiko - demnach deutlich stärker getroffen.

Statt auf Zölle zu setzen, sollte der Freihandel ausgebaut werden, forderte dennoch der VDA. "Zollschranken nutzen niemandem, auch den USA nicht. Vielmehr stellen sie eine Belastung für den Welthandel und internationale Wertschöpfungsketten dar, von der vor allem auch die amerikanische Automobilindustrie betroffen wäre."

apr/dpa

insgesamt 399 Beiträge
ralfiboy1963 17.02.2019
1. Dann reagiert doch!
Der Shutdown hat doch gezeigt, welche Sprache in den USA gesprochen wird. Schließt die Fabriken in den USA auf unbestimmte Zeit und schickt die Mitarbeiter nach Hause. Nur wenn die Bürger langsam aufwachen wird der Druck auf [...]
Der Shutdown hat doch gezeigt, welche Sprache in den USA gesprochen wird. Schließt die Fabriken in den USA auf unbestimmte Zeit und schickt die Mitarbeiter nach Hause. Nur wenn die Bürger langsam aufwachen wird der Druck auf diesen Irren gesteigert. Aber jetzt rächt sich der Größenwahn der überbezahlten Auto-Bosse. Und wie immer wird der Steuerzahler die Zeche bezahlen.
checkitoutple 17.02.2019
2. Wenn wir eine Regierung haetten die den Namen verdient
wuerde sie einfach Strafzoelle auf Amerikanische technikprodukte un Vor allem dingen Doftwaere und Dienstleistungen und Beratungsleistungen ins Spiel bringen. Die Amerikanischen Megakonzerne wuerden Trump schnell von seinem Plan [...]
wuerde sie einfach Strafzoelle auf Amerikanische technikprodukte un Vor allem dingen Doftwaere und Dienstleistungen und Beratungsleistungen ins Spiel bringen. Die Amerikanischen Megakonzerne wuerden Trump schnell von seinem Plan abbringen.Vor allrm bei Dienstleistungen und Software wuerden schnell hunderttausende Amerikanisch Jobs wackeln.
ClausB 17.02.2019
3. Langsam
aber sicher empfinde ich die USA als eine nationale Bedrohung für Deutschland. Vielleicht könnte bzw sollte man auch als Reaktion auf die angekündigten Strafzölle die USA deshalb auffordern, ihre Stützpunkte in Deutschland [...]
aber sicher empfinde ich die USA als eine nationale Bedrohung für Deutschland. Vielleicht könnte bzw sollte man auch als Reaktion auf die angekündigten Strafzölle die USA deshalb auffordern, ihre Stützpunkte in Deutschland zu schließen und ihre fast 40000 Soldaten samt Material abzuziehen ( Ramstein; Wiesbaden, Kaiserslautern usa usf. ). Im Rahmen der NATO könnte meinswegen ein US-Batallion in D stationiert werden, das wäre in meinen Augen noch akzeptabel.
schlumpfino 17.02.2019
4. Mit den gleichen Waffen zurückschlagen
US amerikanische Produkte wie Google, Facebook & co sind ein Sicherheitsrisiko für Europa. Bestraft sie bitte mit Zöllen, Steuern und Verboten!
US amerikanische Produkte wie Google, Facebook & co sind ein Sicherheitsrisiko für Europa. Bestraft sie bitte mit Zöllen, Steuern und Verboten!
kurtbaer 17.02.2019
5. man sollte sich überlegen,...
die handelsbeziehungen zu den usa ganz abzubrechen. auch wenn das im ersten moment sehr weh tut.
die handelsbeziehungen zu den usa ganz abzubrechen. auch wenn das im ersten moment sehr weh tut.
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