Wirtschaft

Intimfeind des Bayern-Chefs

Daum hat "großes Mitgefühl" mit Hoeneß

Uli Hoeneß bekommt Zuspruch von ganz unerwarteter Seite: Intimfeind Christoph Daum spricht dem Bayern-Boss Mut zu. Er wisse "aus eigener Erfahrung, was jetzt in Herrn Hoeneß vorgeht".

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Christoph Daum (Archivbild): "Jetzt haut mal alle drauf."

Dienstag, 11.03.2014   19:40 Uhr

München - Fußball-Trainer Christoph Daum macht seinem früheren Intimfeind Uli Hoeneß im laufenden Steuerprozess Mut. "Ich hoffe sehr, dass er diesen schweren Kampf gewinnt", sagte der 60-Jährige dem "Express".

Er wisse "aus eigener Erfahrung, was jetzt in Herrn Hoeneß vorgeht. Ich empfinde großes Mitgefühl", betonte Daum. Hoeneß kämpfe "um seine Ehre und seine Existenz". "Ich glaube ihm zu 100 Prozent, dass er den Überblick verloren hat und jetzt alle Karten auf den Tisch gelegt hat."

Daum warnte vor einer Vorverurteilung von Steuersünder Hoeneß. "Ich habe den Verdacht, dass an Herrn Hoeneß jetzt ein Exempel statuiert werden soll. So nach dem Motto: Jetzt haut mal alle drauf. Von einem Promi-Bonus, das weiß ich aus eigener Erfahrung, kann man nicht sprechen."

Bayern-Boss Hoeneß hatte im Jahr 2000 den Kokainskandal um den damaligen Trainer von Bayer Leverkusen und designierten Fußball-Bundestrainer publik gemacht. Daum musste auf die Anklagebank, das Verfahren gegen ihn wurde aber eingestellt.

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Prozess gegen Uli Hoeneß: Schwere Vorwürfe, ernste Gesichter

ade/dpa

insgesamt 81 Beiträge
black_dave 11.03.2014
1. optional
Ich stimme Daum in der Hinsicht zu, Hoeneß nicht vorverurteilen. Aber das Hoeneß den Überblick verloren haben soll, glaube ich persönlich nicht. Ferner sollte sich Daum mal überlegen warum soviele Menschen mit Hoeneß wenig [...]
Ich stimme Daum in der Hinsicht zu, Hoeneß nicht vorverurteilen. Aber das Hoeneß den Überblick verloren haben soll, glaube ich persönlich nicht. Ferner sollte sich Daum mal überlegen warum soviele Menschen mit Hoeneß wenig Mitleid haben. Die Doppelmoral gepaart mit fehlenden Unrechtsbewusstsein macht sich nicht gut.
Karbonator 11.03.2014
2.
Da muß ich Herrn Daum recht geben. Das immense öffentliche Interesse finde ich kaum noch zu ertragen - vor allem, daß jeder offensichtlich weiß, welche Person was genau gewußt hat und was mit welchem Wissen getan hat und [...]
Zitat von sysopDPAUli Hoeneß bekommt Zuspruch von ganz unerwarteter Seite: Intimfeind Christoph Daum spricht dem Bayern-Boss Mut zu. Er wisse "aus eigener Erfahrung, was jetzt in Herrn Hoeneß vorgeht". http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hoeness-prozess-christoph-daum-spricht-bayern-praesident-mut-zu-a-958116.html
Da muß ich Herrn Daum recht geben. Das immense öffentliche Interesse finde ich kaum noch zu ertragen - vor allem, daß jeder offensichtlich weiß, welche Person was genau gewußt hat und was mit welchem Wissen getan hat und darauf basierend welches Urteil gefällt werden muß, finde ich so erstaunlich wie traurig. Daß die Medien dieses Treiben noch anfeuern, indem täglich im Minutenprotokoll darüber berichtet wird... nicht minder befremdlich. Warum braucht man denn bitte sehr einen Live-Ticker für solch einen Fall?! Es ist ein Privatmann, der Steuern hinterzogen hat... dafür wird er voraussichtlich verurteilt werden. Warum also darüber mehr berichten als über Fälle, die die Öffentlichkeit mehr interessieren sollten (die NSU-Verhandlung läuft bekanntlich immer noch)? Was aber wirklich am traurigsten ist, welche Abneigung aus so vielen Kommentaren gegen Hoeneß sprudelt. Mal abgesehen von dieser Steuersache - was genau hat der Mann denn eigentlich Schlimmes getan, daß ihn so viele Menschen geradezu hassen? Ist der Erfolg, den er persönlich und mit dem FCB hatte, denn wirklich so etwas Verwerfliches, daß viele Menschen ihm das nicht gönnen und jetzt die letzte Chance gekommen sehen, gegen ihn zu wettern? Dafür fehlt mir jedwedes Verständnis. P.S: Bevor die üblichen Antworten kommen: Ich bin Bayern-Fan und finde, daß Hoeneß der beste Fußball-Manager war, auch weltweit. Seine Verbalattacken gegen Konkurrenten gehören zum Spiel dazu. Von daher genießt er bei mir wie bei vielen anderen Fans natürlich ein anderes Ansehen als bei Nicht-Fans. Das bedeutet aber nicht, daß wir generelle Straffreiheit für ihn fordern. Lassen wir das Gericht einfach mal entscheiden, dann sehen wir weiter.
dadanchali 11.03.2014
3.
Vielleicht liegt es daran, dass er sich zu oft als letzte moralische Instanz verkauft hat. Attacken kann er, glaube ich gut aushalten ist ja selbst vorn dabei. Neid muss man sich hart erarbeiten, das hat er, Anfeindungen, vor [...]
Zitat von KarbonatorDa muß ich Herrn Daum recht geben. Das immense öffentliche Interesse finde ich kaum noch zu ertragen - vor allem, daß jeder offensichtlich weiß, welche Person was genau gewußt hat und was mit welchem Wissen getan hat und darauf basierend welches Urteil gefällt werden muß, finde ich so erstaunlich wie traurig. Daß die Medien dieses Treiben noch anfeuern, indem täglich im Minutenprotokoll darüber berichtet wird... nicht minder befremdlich. Warum braucht man denn bitte sehr einen Live-Ticker für solch einen Fall?! Es ist ein Privatmann, der Steuern hinterzogen hat... dafür wird er voraussichtlich verurteilt werden. Warum also darüber mehr berichten als über Fälle, die die Öffentlichkeit mehr interessieren sollten (die NSU-Verhandlung läuft bekanntlich immer noch)? Was aber wirklich am traurigsten ist, welche Abneigung aus so vielen Kommentaren gegen Hoeneß sprudelt. Mal abgesehen von dieser Steuersache - was genau hat der Mann denn eigentlich Schlimmes getan, daß ihn so viele Menschen geradezu hassen? Ist der Erfolg, den er persönlich und mit dem FCB hatte, denn wirklich so etwas Verwerfliches, daß viele Menschen ihm das nicht gönnen und jetzt die letzte Chance gekommen sehen, gegen ihn zu wettern? Dafür fehlt mir jedwedes Verständnis. P.S: Bevor die üblichen Antworten kommen: Ich bin Bayern-Fan und finde, daß Hoeneß der beste Fußball-Manager war, auch weltweit. Seine Verbalattacken gegen Konkurrenten gehören zum Spiel dazu. Von daher genießt er bei mir wie bei vielen anderen Fans natürlich ein anderes Ansehen als bei Nicht-Fans. Das bedeutet aber nicht, daß wir generelle Straffreiheit für ihn fordern. Lassen wir das Gericht einfach mal entscheiden, dann sehen wir weiter.
Vielleicht liegt es daran, dass er sich zu oft als letzte moralische Instanz verkauft hat. Attacken kann er, glaube ich gut aushalten ist ja selbst vorn dabei. Neid muss man sich hart erarbeiten, das hat er, Anfeindungen, vor allem wegen seiner Position sind albern. Cleverness und Erfolg sollte man eher bewundern. Nur wie Se erklären wollen was Heute rausgekommen ist weiß ich nicht. Ich glaube Hoeneß´Taktik ging daneben. Ansonsten halten wir es mit einem Weggefährten von Hoeneß-"Schaun mer mal".
hei-nun 11.03.2014
4. Mitgefühl
Auch wenn ich mich damit bei der "breiten Masse" unbeliebt mache, aber ich habe Mitgefühl mit Uli Hoeneß. Als Unternehmer, Bayern-Boss und "öffentlicher Mensch" hat er permanent ein volles Tagesprogramm rund [...]
Auch wenn ich mich damit bei der "breiten Masse" unbeliebt mache, aber ich habe Mitgefühl mit Uli Hoeneß. Als Unternehmer, Bayern-Boss und "öffentlicher Mensch" hat er permanent ein volles Tagesprogramm rund um die Uhr - viel mehr als fast alle, die ihn vehement kritisieren. Ich glaube ihm durchaus, dass er dabei den Überblick verloren hat, wenn man bedenkt, dass permanent Gewinne und Verluste saldiert werden müssen und bis 2010 anscheinend alle Gewinne verschwunden waren. Unternehmer wissen das: Bei Gewinnen möchte der Staat über eine Steuer beteiligt werden, bei Verlusten muss man damit fast alleine klar kommen. Wenn ich durchaus etwas Verständnis für diesen Leistungsträger Hoeneß habe, so soll da nicht bedeuten, dass ich das Verhalten nicht für justiziabel halte. Schönen Tag noch !
munich1964 11.03.2014
5. Das hat nichts mit Kriminalität zu tun
Mir tut der Uli unendlich leid in seiner Situation und ich hoffe auf einen Freispruch oder zumindest Bewährung für ihn. - Sind wir doch mal ehrlich, wer von uns, wenn er die Wahl hätte, würde vor "Mutti" die 25 oder [...]
Mir tut der Uli unendlich leid in seiner Situation und ich hoffe auf einen Freispruch oder zumindest Bewährung für ihn. - Sind wir doch mal ehrlich, wer von uns, wenn er die Wahl hätte, würde vor "Mutti" die 25 oder was-weiss-ich-wieviel Millionen nicht ebenso versuchen zu verstecken. - Den Quatsch der Grünen (wie immer), er hätte das Geld der Gemeinschaft unterschlagen, ist absurd, denn die Gemeinschaft hätte keinen einzigen Cent davon gesehen. Jedenfalls die "Deutsche Gemeinschaft" nicht! - Lasst ihn mit einem "blauen Auge" davonkommen und verhängt irgendwas auf Bewährung. Das wäre zumindest fair und tragbar.

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