Wirtschaft

Wechsel in die Wirtschaft

Niedersachsens Umweltminister will Energielobbyist werden

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies steht vor einem bemerkenswerten Seitenwechsel. Nach SPIEGEL-Informationen soll der Sozialdemokrat ausgerechnet die Geschäfte eines Energieverbands führen.

Christophe Gateau/ DPA

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies

Freitag, 02.08.2019   18:03 Uhr

Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) steht vor einem heiklen Sprung in die Energiebranche.

Titelbild

Mehr dazu im SPIEGEL

Heft 32/2019
Das Ungeheuer von Seattle
Wurden 346 Menschen Opfer von Gier und Größenwahn? Die Anatomie des Boeing-Skandals

Nach SPIEGEL-Informationen soll er Hauptgeschäftsführer der wohl wichtigsten Lobbyorganisation der Branche werden, des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). In dem Verband sind die Größen des Energiesektors organisiert, unter anderem RWE und E.on. Lies verantwortet derzeit die Energiepolitik seines Bundeslandes.

Das Präsidium des BDEW will in Kürze über die Nachfolge von Geschäftsführer Stefan Kapferer (FDP) entscheiden. Offensichtlich soll Lies ohne Karenzzeit in seinen neuen Job wechseln, der mit einem Jahreseinkommen von rund einer halben Million Euro vergütet sein dürfte.

Die niedersächsische Gesetzeslage sieht Übergangszeiten für Minister nicht zwingend vor, sondern lediglich eine freiwillige Abklingphase. Der BDEW wollte keine Stellung nehmen.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

Was im neuen SPIEGEL steht und welche Geschichten Sie bei SPIEGEL+ finden, erfahren Sie auch in unserem kostenlosen Politik-Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von den politischen Köpfen der Redaktion.

gt

insgesamt 6 Beiträge
dirsch 02.08.2019
1.
Wenn man nicht noch mehr Vertrauen in die Politik zerstören will, gehören solche Wechsel verboten.
Wenn man nicht noch mehr Vertrauen in die Politik zerstören will, gehören solche Wechsel verboten.
telarien 02.08.2019
2. Wie nur?
Mag er sich für die neue Stelle qualifiziert haben?
Mag er sich für die neue Stelle qualifiziert haben?
tatsache2011 02.08.2019
3. passt zusammen
Bisher Umweltminister, nun die Anwendung laut BDEW [Zitat] "Erfolgsgeschichte Energiewende in der Energiewirtschaft Die Energiewirtschaft bleibt auf Kurs: Die Erneuerbaren Energien bauen ihre Position im [...]
Zitat von telarienMag er sich für die neue Stelle qualifiziert haben?
Bisher Umweltminister, nun die Anwendung laut BDEW [Zitat] "Erfolgsgeschichte Energiewende in der Energiewirtschaft Die Energiewirtschaft bleibt auf Kurs: Die Erneuerbaren Energien bauen ihre Position im Energiesystem kontinuierlich weiter aus. Der Ausstieg aus der Kohleverstromung ist inzwischen beschlossen, die Energiewirtschaft hat diesen Prozess aber auch ohne Beschluss schon vor Jahren eingeleitet. Und die CO2-Emissionen der Energiewirtschaft sinken stetig weiter. Darum erreicht die Energiewirtschaft zuverlässig die CO2-Minderungsziele ..." https://www.bdew.de/energie/energiewende-wir-machen-tempo/
Nils Melzer 03.08.2019
4. War er das
nicht sowie so schon? Willkommen in der schönen Welt der Korruption 2.0. In den USA nennt man das "Revolving Doors", da geht es auch gerne mal in beide Richtungen, in D gibt es bislang nur Vorleistungen der Politiker [...]
nicht sowie so schon? Willkommen in der schönen Welt der Korruption 2.0. In den USA nennt man das "Revolving Doors", da geht es auch gerne mal in beide Richtungen, in D gibt es bislang nur Vorleistungen der Politiker und anschließende Belohnung. In der EU gilt das nicht unbedingt, wo war Draghi vorher?
fellmonster_betty 04.08.2019
5. seltsam
Herr Ließ ist ein Politiker wie wir sie nicht brauchen. Ichbedacht und Karriere orientiert. Dabei noch unaufrichtig und nicht gerade fleissig. Anträge und Auszahlung von Förderungsgelder und Entschädigungen wurden kaum [...]
Herr Ließ ist ein Politiker wie wir sie nicht brauchen. Ichbedacht und Karriere orientiert. Dabei noch unaufrichtig und nicht gerade fleissig. Anträge und Auszahlung von Förderungsgelder und Entschädigungen wurden kaum bearbeitet! Er müsste sich schon sehr ändern, um in der freien Wirtschaft zu bestehen.

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP