Wirtschaft

Neue Berechnungen

So teuer würden Seehofers Rentenpläne für die Jungen

Ein Rentenwahlkampf könnte die junge Generation teuer zu stehen kommen. Nach neuen Berechnungen für den SPIEGEL würde ein Festhalten am derzeitigen Rentenniveau bis 2040 fast 600 Milliarden Euro verschlingen.

DPA

Menschen in verschiedenen Lebensphasen

Von
Samstag, 06.08.2016   20:09 Uhr

Würden sich CSU-Chef Horst Seehofer oder sein SPD-Kollege Sigmar Gabriel mit ihrer Forderung durchsetzen, das Rentenniveau auf dem heutigen Stand einzufrieren und nicht weiter absinken zu lassen, könnte das bis zum Jahr 2040 fast 600 Milliarden Euro kosten. Das geht aus Berechnungen hervor, die das Basler Prognos-Institut für den SPIEGEL erstellt hat. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Gut 460 Milliarden Euro dieser Gesamtsumme hätten die Beitragszahler zu tragen, insgesamt mehr als 130 Milliarden Euro kämen auf die Steuerzahler zu. Allein im Jahr 2040 lägen die Mehrausgaben bei 57,4 Milliarden Euro.

Seit dem Frühjahr debattieren die Parteien über die Zukunft der Rentenversicherung, auch den Bundestagswahlkampf im nächsten Jahr dürfte das Thema prägen. Die Gewerkschaften wollen nach der Sommerpause ein große Rentenkampagne starten, in der sie fordern, das Sicherungsniveau mindestens konstant zu halten. Derzeit arbeitet auch Bundessozialministerin Andrea Nahles, SPD, an einem Reformkonzept, das sie voraussichtlich im November vorlegen wird.

Auf Kosten der Älteren oder der Jüngeren?

Dabei reicht der Blick der Politiker in die Zukunft derzeit nur kurz. Die amtlichen Rentenprognosen enden im Jahr 2029. Auch die Mindesthöhe des Sicherungsniveaus ist nur bis 2030 festgelegt. Wissenschaftler wie die Mitglieder des Sozialbeirates der Bundesregierung fordern jedoch, die Prognosen zur Finanzentwicklung der Rente langfristiger fortzuschreiben.

Gerade der Blick bis 2040 zeigt das Dilemma der Rentenkasse: Derzeit liegt das Sicherungsniveau netto vor Steuern noch bei rund 48 Prozent eines Durchschnittseinkommens. Bis 2040 wird es vermutlich auf 41,7 Prozent fallen. Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung müsste zugleich auf 23,7 Prozent des Bruttolohns steigen.

Würde man das Rentenniveau aber auf dem heutigen Stand einfrieren, stiege der Satz laut den Prognos-Berechnungen auf 26,6 Prozent. Im Durchschnitt müsste ein Arbeitnehmer damit im Jahr 2040 auf 64 Euro monatlich verzichten. Um die Renten der Älteren zu sichern, würden die Jüngeren stärker belastet.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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Rentendebatte

insgesamt 273 Beiträge
ghp2 06.08.2016
1.
Da müsste man aber auch die Rechnung aufmachen, um wie viel höher die Rente des Arbeitnehmers von 2040 wäre wenn er 64€ im Monat mehr zahlt. Das Sicherungsniveau schlägt ja auch bei ihm durch.
Da müsste man aber auch die Rechnung aufmachen, um wie viel höher die Rente des Arbeitnehmers von 2040 wäre wenn er 64€ im Monat mehr zahlt. Das Sicherungsniveau schlägt ja auch bei ihm durch.
obelix236 06.08.2016
2. Die Rechnung hat einen gewaltigen Denkfehler
Wer sagt denn, dass nur das Geld zur Verfügung steht, das die Arbeitnehmer in die Rentenkasse eingezahlt haben? Dann müssten ja alle ehemaligen Beamten als Pensionäre mit 0 € leben. Da muss der Finanzminister einfach mal von [...]
Wer sagt denn, dass nur das Geld zur Verfügung steht, das die Arbeitnehmer in die Rentenkasse eingezahlt haben? Dann müssten ja alle ehemaligen Beamten als Pensionäre mit 0 € leben. Da muss der Finanzminister einfach mal von seinen sprudelnden Steuereinnahmen etwas dazu geben. Es hat in der Vergangenheit ja auch keinen Politiker gestört, die Rentenkasse für andere Leistungen zu plündern. Diese Scheinheiligkeit muss endlich einmal aufhören.
wvwtyr 06.08.2016
3.
Wann werden endlich diejenigen entlastet, die überhaupt für eine Zukunft der Rente sorgen? Familien mit Kindern. Alternativ sollten Kinderlose entsprechend höher besteuert werden, um auch einen Beitrag für das Rentensystem zu [...]
Wann werden endlich diejenigen entlastet, die überhaupt für eine Zukunft der Rente sorgen? Familien mit Kindern. Alternativ sollten Kinderlose entsprechend höher besteuert werden, um auch einen Beitrag für das Rentensystem zu leisten, der sich nicht auf den üblichen. monatlichen Satz beschränkt. Außerdem sollten die Extrawürste berufsständischer Versorgungswerke, in denen sich zumeist Gutverdienende tummeln, zugunsten der Rentenkasse aufgehoben werden.
wug2012 06.08.2016
4. Geld für alles und jeden?
So ist das in Deutschland 2016. Für jeden uns für alles ist Geld da. Milliarden nach Griechenkand und in die Türkei. Milliarden für die EU. Milliarden für Entwicklungshilfe. Milliarden für Banker und Banken Millionen für [...]
So ist das in Deutschland 2016. Für jeden uns für alles ist Geld da. Milliarden nach Griechenkand und in die Türkei. Milliarden für die EU. Milliarden für Entwicklungshilfe. Milliarden für Banker und Banken Millionen für Politiker, Milliarden für die Großwirtschaft und ihre Lobbyisten, Milliarden für unnötige Großprojekte und Steuervetschwendung. Für das unnötige Volk bleibt da natürlich nichts übrig. Danke an die Politik, vielen Dank für Nichts.
einwerfer 06.08.2016
5. Völlig falsche Alternative
die SPON hier vorgibt. Weder auf Kosten der Alten noch auf Kosten der Jungen, sondern auf Kosten der Reichen und aller anderen, die sich zZ drücken ihren Anteil an unserem Sozialstaat zu leisten.
die SPON hier vorgibt. Weder auf Kosten der Alten noch auf Kosten der Jungen, sondern auf Kosten der Reichen und aller anderen, die sich zZ drücken ihren Anteil an unserem Sozialstaat zu leisten.
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