Wirtschaft

Entlastungskonzept

Unions-Wirtschaftspolitiker eröffnen Steuerwahlkampf

Die Steuerpolitik dürfte ein wichtiges Thema im nächsten Bundestagswahlkampf werden. Der Wirtschaftsflügel der Union legt schon mal vor - mit einem Konzept, das die Bürger um 30 Milliarden Euro entlasten soll.

DPA

Familien sollen durch ein höheres Kindergeld entlastet werden

Montag, 08.08.2016   12:26 Uhr

Gut ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl legt der Wirtschaftsflügel der Union ein Konzept vor, das bis 2020 Entlastungen der Bürger in Höhe von mindestens 30 Milliarden Euro vorsieht. Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe und die "Süddeutsche Zeitung" vorab aus dem Papier, das am Montag vorgestellt wird. Der Plan der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union (MIT) hat drei Stufen, finanziert werden soll er aus zu erwartenden Steuermehreinnahmen.

Die Forderungen zeigen, dass Steuerpolitik ein zentrales Thema des nächsten Wahlkampfes werden dürfte. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich grundsätzlich dafür ausgesprochen. Er hält bislang aber nur Entlastungen in Höhe von zwölf Milliarden pro Jahr für machbar.

Dem MIT-Kozept zufolge soll zunächst 2018 die Werbekostenpauschale auf 2000 Euro verdoppelt werden. In einem zweiten Schritt solle dann 2019 der Anstieg der Steuerkurve abgeflacht werden und der Spitzensteuersatz von 42 Prozent erst ab 60.000 Euro statt wie bisher ab 53.600 Euro greifen. Durch das Phänomen der sogenannten kalten Progression zahlen immer mehr Arbeitnehmer mit mittleren Einkommen den höchsten regulären Tarif.

Im Jahr 2020 schließlich sollen dem Konzept zufolge der Kinderfreibetrag auf den Wert für Erwachsene angehoben und das Kindergeld erhöht werden.

Der MIT-Vorsitzende Carsten Linnemann sagte der "Süddeutschen Zeitung", die Union habe in den vergangenen Jahren die dringend nötige Steuerreform leider immer wieder mit dem Verweis auf andere wichtige Themen vertagt. Das müsse jetzt ein Ende haben.

dab/dpa/Reuters

insgesamt 36 Beiträge
einwerfer 08.08.2016
1. Schon mal genauer hingeguckt ?
Die 'Entlastungen' gibt es besonders am oberen Ende der Einkommensskala, aber das wundert einen ja bei Vorschlägen der CDU nicht sehr.
Die 'Entlastungen' gibt es besonders am oberen Ende der Einkommensskala, aber das wundert einen ja bei Vorschlägen der CDU nicht sehr.
crazy_swayze 08.08.2016
2.
Weiter unten kann man ja auch nicht mehr viel "entlasten", die zahlen ja schon kaum was. Das zahlen alles die "am oberen Ende", was bei ihnen offenbar bei 50.000€ im Jahr anfängt. Ich finde es eine [...]
Zitat von einwerferDie 'Entlastungen' gibt es besonders am oberen Ende der Einkommensskala, aber das wundert einen ja bei Vorschlägen der CDU nicht sehr.
Weiter unten kann man ja auch nicht mehr viel "entlasten", die zahlen ja schon kaum was. Das zahlen alles die "am oberen Ende", was bei ihnen offenbar bei 50.000€ im Jahr anfängt. Ich finde es eine Frechheit bei knapp 4.000€ brutto Spitzensteuersatz zu bezahlen.
zynik 08.08.2016
3.
So vorhersehbar wie das Amen in der Kirche. Denen fällt eben nichts anderes ein, als ihre Klientel zu "entlasten". Wirklich erbärmlich, dass diese "Experten" sich vorsätzlich weigern, in größeren [...]
Zitat von einwerferDie 'Entlastungen' gibt es besonders am oberen Ende der Einkommensskala, aber das wundert einen ja bei Vorschlägen der CDU nicht sehr.
So vorhersehbar wie das Amen in der Kirche. Denen fällt eben nichts anderes ein, als ihre Klientel zu "entlasten". Wirklich erbärmlich, dass diese "Experten" sich vorsätzlich weigern, in größeren Zusammenhängen zu denken. Egal, der Michel wirds prima finden, weil er glaubt, dass er mit "Entlastungen" gemeint ist.
BürgerinS 08.08.2016
4. Stimmt so nicht!
Wenn der Kinderfreibetrag steigen soll, dann stimmt Ihre Aussage so nicht! Dann profitieren auch Steuerzahler mit Kindern! Und das ist höchste Zeit!
Zitat von einwerferDie 'Entlastungen' gibt es besonders am oberen Ende der Einkommensskala, aber das wundert einen ja bei Vorschlägen der CDU nicht sehr.
Wenn der Kinderfreibetrag steigen soll, dann stimmt Ihre Aussage so nicht! Dann profitieren auch Steuerzahler mit Kindern! Und das ist höchste Zeit!
akkronym 08.08.2016
5. die Bürger?
..sofern man reich ist, ja, sehr warscheinlich. Wer sich mit Schröder-Merkel-Eichel-Steinmeier-Nahles-etc-pp- Agenda-Hungerlöhnen durchwursteln muss, der wirg davon nicht viel haben - Hohn und Spott vielleicht, weitere [...]
..sofern man reich ist, ja, sehr warscheinlich. Wer sich mit Schröder-Merkel-Eichel-Steinmeier-Nahles-etc-pp- Agenda-Hungerlöhnen durchwursteln muss, der wirg davon nicht viel haben - Hohn und Spott vielleicht, weitere Demütigungen sicher-. Ein weiterer Sargnagel für die Möglichkeit einer austarrierten Gesellschaft.

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