Wirtschaft

Bundesratsvorstoß

Söder will Strafzinsen für Kleinsparer verbieten lassen

Kommen bald negative Zinsen für normale Sparer? Zumindest drohen manche Banken damit. Bayerns Ministerpräsident Söder schaltet sich in die Debatte ein - und will mögliche Strafzinsen schon mal vorsorglich verbieten.

LUKAS BARTH-TUTTAS/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Söder will Kleinsparer entlasten

Mittwoch, 21.08.2019   14:46 Uhr

Der bayerische Ministerpräsident macht sich für Kleinsparer stark. Markus Söder will Strafzinsen gesetzlich verbieten lassen. "Wir werden als Freistaat Bayern einen Vorstoß im Bundesrat starten, dass Beträge bis 100.000 Euro grundsätzlich von solchen Strafzinsen ausgenommen werden", sagte der CSU-Chef der "Bild"-Zeitung.

Notwendig sei ein gesetzliches Verbot, dass die Negativzinsen auf Kleinsparer umgelegt würden. Die Banken müssten ihre Kosten anders ausgleichen. "Sparen muss belohnt und darf nicht bestraft werden."

EZB erwägt Staffelung des Negativzinses

Kreditinstitute im Euroraum müssen aktuell 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken. Bisher geben nur einige wenige Geldhäuser diese Zinsen an Privatkunden für besonders hohe Guthaben auf dem Giro- oder dem Tagesgeldkonto weiter.

Vertreter der Kreditwirtschaft warnten zuletzt allerdings, es könnte mehr Verbraucher treffen, sollte die EZB die Zinsen noch weiter senken und nicht gegensteuern.

Die Notenbank hatte angedeutet, der Negativzins könnte verschärft werden. Damit wollen die Währungshüter die Kreditvergabe und so die schwächelnde Wirtschaft im Euroraum ankurbeln. Um die Institute nicht zu sehr zu belasten, will die EZB aber verschiedene Optionen prüfen, darunter eine Staffelung des Negativzinses.

brt/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP