Wirtschaft

Warnstreiks im öffentlichen Dienst

Viele Kitas bleiben geschlossen

Eltern mit kleinen Kindern bekommen in diesen Tagen vielerorts ein Betreuungsproblem: Die Gewerkschaft Ver.di hat zu Warnstreiks aufgerufen. Auch Verwaltungen, Sparkassen und Kliniken sind betroffen.

DPA

Schild an einer Kita in Stuttgart

Montag, 19.03.2018   16:16 Uhr

Im Tarifkonklikt für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen haben die Gewerkschaften ihre Warnstreiks ausgeweitet. Schwerpunkt war am Montag Baden-Württemberg. Dort blieben die meisten Kitas geschlossen. Zudem legten Beschäftigte von Verwaltungen, Stadtwerken, Abfallwirtschaft, Arbeitsagenturen, Bauhöfen, Sparkassen und Kliniken die Arbeit nieder. Laut Ver.di beteiligten sich mehr als 2500 Beschäftigte an dem ganztägigen Warnstreik.

An diesem Dienstag soll der Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen liegen. Die Gewerkschaft Ver.di hat mehr als 20.000 Arbeitnehmer zur Teilnahme an den landesweiten Aktionen aufgerufen. In vielen Städten soll der öffentliche Nahverkehr lahmgelegt werden. Auch in vielen städtischen Kitas sind Mitarbeiter zu Warnstreiks aufgerufen. Ver.di will damit den Druck auf die Arbeitgeber vor der dritten Verhandlungsrunde Mitte April erhöhen.

In der zweiten Runde der Verhandlungen hatte es keine Annäherung gegeben. Verhandelt wird für 2,3 Millionen Beschäftigte bei Bund und Kommunen. Ver.di und der Beamtenbund fordern sechs Prozent mehr Lohn. Mit Nebenforderung summiert sich das Gesamtpaket auf sieben Prozent beziehungsweis sechs Milliarden Euro, die vor allem von den Kommunen getragen werden sollen.

stk/dpa

insgesamt 9 Beiträge
Plasmabruzzler 19.03.2018
1. Viel Erfolg!
Ich wünsche viel Erfolg beim Streiken! Viel zu lange waren die Tarifabschlüsse derart moderat, dass der öD an Attraktivität verloren hat und nicht mehr die Besten anlockt.
Ich wünsche viel Erfolg beim Streiken! Viel zu lange waren die Tarifabschlüsse derart moderat, dass der öD an Attraktivität verloren hat und nicht mehr die Besten anlockt.
thenovice 19.03.2018
2.
Das was derzeit im öD eingestellt/ausgebildet wird kann, ohne jemanden zu Nahe treten zu wollen, mit der untersten Leistungsebene ganz gut beschrieben werden. Und ein Berufseinsteiger im mittleren Dienst bekommt in Bayern in [...]
Das was derzeit im öD eingestellt/ausgebildet wird kann, ohne jemanden zu Nahe treten zu wollen, mit der untersten Leistungsebene ganz gut beschrieben werden. Und ein Berufseinsteiger im mittleren Dienst bekommt in Bayern in Erfahrungsstufe 1, 2369? Brutto... Wohlgemerkt als Beamter... Nach allen Abzügen und Zulagen wird er sich vermutlich bei 1400 Netto wiederfinden.... Davon gehen dann nochmal ca. 200? für die private KV weg. Eine Angestellte in Entgeldgruppe 6 (=A7) erhält nochmal 50? weniger Brutto... Damit ist ein Leben in eienm Ballungsraum geschweige denn die Ernährung einer Familie kaum machbar... Und, liebe Foristen, ich weiß um die Problematik des wachsenden Niedriglohnsektors in Deutschland... aber einen funktionierenden Staat bekommt man nur mit motivierten und geeignetem Personal... Und hier geht es darum, dass der öD in Konkurrenz zur freien Wirtschaft steht und hier derzeit massiv unter Druck gerät.
trompetenmann 19.03.2018
3. Ist doch jedes Jahr so, oder?
Wo ist d also die Nachricht?
Wo ist d also die Nachricht?
michael.hackling 19.03.2018
4.
Wenn man den Unterscheid zwischen einem Beamten und einem Angestellten im öffentlichen Dienst nicht kennt, sollte man sich das Kommentieren lieber sparen....
Wenn man den Unterscheid zwischen einem Beamten und einem Angestellten im öffentlichen Dienst nicht kennt, sollte man sich das Kommentieren lieber sparen....
dialogischen 20.03.2018
5. Jährliche Geiselnahme ...
... der öffentlichen Selbstbedienung, statt fairem Tarifstreit. Streik ist, wenn er Arbeitgebern und Arbeitnehmern schadet - und ein vitales Interesse besteht, sich zu einigen.
... der öffentlichen Selbstbedienung, statt fairem Tarifstreit. Streik ist, wenn er Arbeitgebern und Arbeitnehmern schadet - und ein vitales Interesse besteht, sich zu einigen.

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