Wirtschaft

WTO-Sitzung

USA attackieren Chinas Handelspolitik

Vor der Welthandelsorganisation haben sich Vertreter der USA und Chinas einen Schlagabtausch geliefert. Auch die EU kritisierte die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump.

DPA

Stahlwerk in China

Montag, 17.12.2018   16:23 Uhr

Die Welthandelsorganisation (WTO) wird zunehmend zum Schauplatz des Streits zwischen den USA und anderen großen Volkswirtschaften. Bei der jüngsten Sitzung kritisierten die Amerikaner die chinesische Handelspolitik heftig - und mussten sich selbst harte Vorwürfe anhören.

"Chinas Vorgehen ist nicht vereinbar mit dem offenen, marktbasierten Ansatz anderer WTO-Mitglieder und steht im Gegensatz zu den fundamentalen Prinzipien dieser Organisation und ihrer Verträge", sagte der US-Handelsbotschafter Dennis Shea. So sei die "Offenheit der US-Wirtschaft für Waren und Dienstleistungen eine der wichtigsten Quellen der Stabilität der Weltwirtschaft".

China jedoch halte entgegen dem Geist der freien Marktwirtschaft daran fest, die Wirtschaft staatlich zu lenken und versuche aktiv, ausländische Handelspartner zu behindern, zu benachteiligen und ihnen Schaden zuzufügen, sagte Shea. Die Drohung, dass die USA aus Protest ihre WTO-Mitgliedschaft aufkündigen könnten, wiederholte er allerdings nicht.

Chinas Vertreter bei der WTO, Zhang Xiangchen, konterte die Vorwürfe und kritisierte die USA wegen des aus Sicht Pekings von Washington initiierten Handelskriegs. Bei den Amerikanern gäbe es eine Diskrepanz zwischen Macht und Verantwortung, sagte Xiangchen. "Ein Platzhirsch sollte wie ein Platzhirsch handeln."

Auch die EU schaltete sich in den Streit ein. Das multilaterale Handelssystem sei in einer tiefen Krise, sagte EU-Botschafter Marc Vanheukelen. Die USA befänden sich im "Epizentrum" der Probleme, äußerte er laut Redemanuskript bei der WTO-Veranstaltung, die hinter verschlossenen Türen stattfand.

Die USA und China haben sich gegenseitig mit massiven Strafzöllen belegt. Ein Zeichen der Entspannung war zuletzt gewesen, dass China seine Strafzölle auf US-Autos für drei Monate ausgesetzt hatte.

fek/dpa-AFX/Reuters

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