Wirtschaft

Deutliche Einbußen

Apples Talfahrt hält an

Zum ersten Mal seit 2001 schließt Apple ein Geschäftsjahr mit einem Umsatzrückgang ab. Das Unternehmen hofft nun auf das iPhone 7 - und das Weihnachtsgeschäft.

REUTERS

Apple-Logo in Manhattan

Mittwoch, 26.10.2016   15:20 Uhr

Der Abwärtstrend bei Apple hält an - das geht aus dem Bericht zu dem Ende September abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal des Unternehmens hervor. Demnach sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 46,85 Milliarden Dollar, wie der Technologiekonzern nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte. Der Gewinn ging um 19 Prozent auf neun Milliarden Dollar zurück.

Apple verkaufte im vierten Quartal zudem abermals weniger iPhones: Es waren 45,51 Millionen Smartphones, fünf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl übertraf aber die Erwartungen der Analysten von 44,8 Millionen Geräten. Der iPhone-Umsatz sank dagegen deutlicher um 13 Prozent auf 28,16 Milliarden Dollar. Damit dürfte sich das günstigere Modell iPhone SE bemerkbar machen. Apple ist seit Jahren stark abhängig vom iPhone. Es steht für etwa zwei Drittel der gesamten Erlöse.

Beim neuen iPhone 7 übertreffe die Nachfrage immer noch das verfügbare Angebot, vor allem beim größeren Plus-Modell, sagte Konzernchef Tim Cook in einer Telefonkonferenz nach Vorlage der Zahlen. Das könne auch zum Ende des Weihnachtsgeschäfts noch so bleiben, erklärte er.

Beim Absatz der iPad-Tablets ging der Rückgang weiter - im vergangenen Quartal war es ein Minus von sechs Prozent auf 9,27 Millionen Geräte. Dank der teureren Modelle der iPad-Pro-Reihe blieb der Umsatz aber stabil bei 4,25 Milliarden Dollar. Bei den Mac-Computern sackten die Verkäufe kurz vor der erwarteten Aktualisierung der Modellpalette um 14 Prozent auf rund 4,89 Millionen Geräte ab.

Das Service-Geschäft, auf das der Konzern angesichts der sinkenden Hardware-Erlöse einen stärkeren Fokus setzt, wuchs um fast ein Viertel auf 6,32 Milliarden Dollar. Dazu gehören Erlöse etwa aus dem Streaming-Dienst Apple Music, dem Verkauf von Apps oder Speicherplatz in der iCloud.

Das gerade abgeschlossene Geschäftsjahr ist das erste seit 2001, das Apple mit einem Umsatzrückgang beendet: Die Erlöse gingen um knapp acht Prozent auf 215,6 Milliarden Dollar zurück. Der Jahresgewinn lag bei 45,7 Milliarden Dollar.

sun/dpa/Reuters

insgesamt 66 Beiträge
Robert Redlich 26.10.2016
1. fehlende Produktperfektion ohne Steve Jobs
Ständig hat Apple Softwareprobleme, teils monatelang. Die Einführung der Apple Maps war ein PR-Gau. Dann iPhones mit schwachem Akku, weil sie so dünn wurden, dass selbst die Kamera nen Buckel machen muss. Wie häßlich! Den Mac [...]
Ständig hat Apple Softwareprobleme, teils monatelang. Die Einführung der Apple Maps war ein PR-Gau. Dann iPhones mit schwachem Akku, weil sie so dünn wurden, dass selbst die Kamera nen Buckel machen muss. Wie häßlich! Den Mac mini versaut, aufgelöteter nicht erweiterbarer Speicher bei deutlich höheren Preisen. Ich könnte ewig weiterschreiben. Kurz: Seit Steve Jobs tot ist, fehlt Apple die Qualitätskontrolle. Seither haben Marketingabteilung und Kostenrechner das Sagen und machen aus Apple, was dessen Kritiker schon immer unterstellten: Einen innovationsfeindlichen und überaus gierigen Konzern ohne Spirit. Und das Design lässt auch nach.
juergen.ubl 26.10.2016
2. Wunschdenken
Ein uneingeschränktes Wirtschaftswachstum bleibt auch im Turbo-Kapitalismus leider ein Wunschdenken.
Ein uneingeschränktes Wirtschaftswachstum bleibt auch im Turbo-Kapitalismus leider ein Wunschdenken.
zila 26.10.2016
3. Aux!
Würde mir nie ein Smartphone ohne AUX-Buchse zulegen. Selbst wenn's einen überteuerten Adapter gibt stellt sich die Frage Laden oder lieber Musik hören? Dann doch lieber diese Freiheit beibehalten. Apple demontiert sich selbst.
Würde mir nie ein Smartphone ohne AUX-Buchse zulegen. Selbst wenn's einen überteuerten Adapter gibt stellt sich die Frage Laden oder lieber Musik hören? Dann doch lieber diese Freiheit beibehalten. Apple demontiert sich selbst.
dborrmann 26.10.2016
4. Ich steige nun von Apple aus....
Die unangemessene Preispolitik, die Steuertrickserei und ein schlechter Service leiten nun den Ausstieg ein.
Die unangemessene Preispolitik, die Steuertrickserei und ein schlechter Service leiten nun den Ausstieg ein.
tom_k0305 26.10.2016
5. Leistung oder Logo ändern
Hip ist irgendwann out. Nokia, Siemens sind Beispiele. Design reicht nicht, Leistung und Größe ist Protz (siehe SUVs), Neuerungenen, keine Erweiterungen sind wichtig. Ehrlichkeit ist momentan gefragt, also Logo ändern mit [...]
Hip ist irgendwann out. Nokia, Siemens sind Beispiele. Design reicht nicht, Leistung und Größe ist Protz (siehe SUVs), Neuerungenen, keine Erweiterungen sind wichtig. Ehrlichkeit ist momentan gefragt, also Logo ändern mit einem zweiten Biss, und global reale Löhne zahlen, und einen richtigen Abnehmerpreis für das Produkt aufrufen (keinen Mondpreis). Einfach denken Tom_K

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