Wirtschaft

Flaute beim Tech-Konzern

Apple bremst offenbar bei Neueinstellungen

Apples Absatz schwächelt, die Umsatzziele im Herbst wurden verfehlt. Offenbar durchschauen Kunden die Strategie des Konzerns, der zu immer neuen Käufen animiert, statt langlebige Geräte herzustellen. Das hat intern wohl Konsequenzen.

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Apple-Logo

Donnerstag, 17.01.2019   07:20 Uhr

Apple will nach dem deutlich schlechter als erwartet gelaufenen Weihnachtsgeschäft einem Medienbericht zufolge weniger neue Mitarbeiter einstellen. Konzernchef Tim Cook habe Anfang des Monats intern darüber informiert, dass einige Unternehmensbereiche bei Neueinstellungen restriktiver sein müssten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider.

Einen kompletten Einstellungsstopp hält er demnach jedoch nicht für die richtige Lösung. Schlüsselbereiche wie die Arbeit an künstlicher Intelligenz würden zudem weiter kräftig zulegen. Im Ende September abgeschlossenen Geschäftsjahr war die Apple-Belegschaft von 123.000 auf 132.000 Vollzeitstellen angewachsen.

Apple hatte Anfang des Monats mitgeteilt, dass der Konzern im Weihnachtsquartal seine eigene Umsatzprognose deutlich verfehlt hat. Der iPhone-Konzern senkte die Umsatzschätzung für die vergangenen drei Monate auf 84 Milliarden Dollar, während noch im November 89 bis 93 Milliarden erwartet worden waren.

Cook-Auftritt nach Prognosesenkung

Die kräftige Korrektur gehe vor allem auf die schwächeren iPhone-Verkäufe in China zurück, hieß es. Sie hängt auch mit dem Handelsstreit zwischen den USA und China zusammen, die Apple-Aktien büßten teils massiv an Wert ein Chart zeigen .

Auch der Patentstreit mit dem Chiphersteller Qualcomm sorgte für Unruhe. Hinzu kommt Apples Hochpreisstrategie, in der einige Experten auch ein Problem sehen. Ungeachtet all dieser Turbulenzen im Konzern ist das Gehalt von Vorstandschef Cook im vergangenen Jahr kräftig gestiegen: um 22 Prozent auf 15,7 Millionen Dollar.

Nach der Prognosesenkung war Cook vor den Mitarbeitern aufgetreten. Von dem Treffen waren bisher kaum Informationen durchgesickert. Nur der gut vernetzte Tech-Blogger John Gruber berichtete, Apple habe laut Cook im vergangenen Jahr elf Millionen iPhone-Batterien ausgetauscht, während der Konzern normalerweise von einer bis zwei Millionen ausgehe.

Apple hatte als einen der Gründe für das schwächere Abschneiden im Weihnachtsgeschäft auch genannt, dass einige Kunden vom Angebot zum günstigen Batterietausch Gebrauch gemacht hätten, statt sich ein neues Telefon zu kaufen.

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Tim Cook in einem Apple-Geschäft in Shanghai (Bild aus dem Oktober 2018)

Der Konzern hatte den Preis für den Austausch der Batterien zeitweise drastisch gesenkt, nachdem bekannt geworden war, dass die Leistung von iPhones mit alternden Akkus zum Teil per Software gedrosselt wurde. Apple erklärte, das sei nötig gewesen, damit sich die Geräte unter starker Auslastung nicht abschalten, Kritiker warfen dem Konzern dagegen vor, die Nutzer so zum Kauf eines neuen Handys zu drängen.

apr/dpa/Reuters

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