Wirtschaft

Pharmakonzern

Bayer will 12.000 Stellen streichen

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer plant den Abbau von weltweit rund 12.000 Stellen. Ein "signifikanter Teil" davon werde in Deutschland wegfallen, teilte das Unternehmen mit.

DPA

Werk der Bayer AG im Chemiepark in Leverkusen

Donnerstag, 29.11.2018   14:57 Uhr

Der Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer will bis Ende 2021 weltweit rund 12.000 Stellen abbauen - viele davon in Deutschland. Der größte Teil des Stellenabbaus werde auf das Pflanzenschutzgeschäft und auf die übergreifenden Konzernfunktionen entfallen, teilte das Unternehmen mit.

Gleichzeitig vereinbarte Bayer mit dem Betriebsrat in Deutschland ein Zukunftssicherungsprogramm, das betriebsbedingte Kündigungen im Personalverbund der Bayer AG in Deutschland bis Ende 2025 grundsätzlich ausschließt.

Die Effizienz- und Strukturmaßnahmen sollen die Wettbewerbsfähigkeit des Dax-Konzerns steigern und einschließlich der erwarteten Synergien aus der Monsanto-Übernahme von 2022 an jährliche Beiträge in Höhe von 2,6 Milliarden Euro generieren.

Bayer will Produktivität und Ertragskraft deutlich steigern

Der Personalabbau ist Bestandteil eines Effizienzsteigerungsprogramms, mit dem das Unternehmen Produktivität und Ertragskraft deutlich steigern will. Weitere Bestandteile sind die Trennung vom Geschäft mit Tiergesundheit, der Verkauf der Marken Coppertone und Dr. Scholl's sowie die Abgabe des 60-prozentigen Anteils an dem deutschen Chemiestandort-Dienstleister Currenta.

Bayer hat derzeit gleich an mehreren Fronten zu kämpfen. In den USA sieht sich der Konzern nach der Übernahme von Monsanto mit zahlreichen Klagen wegen des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat konfrontiert. Die Kläger werfen dem von Bayer übernommenen US-Unternehmen Monsanto vor, mit Glyphosat ein krebserregendes Mittel verkauft und nicht ausreichend über die Schädlichkeit informiert zu haben.

Bayer weist diese Vorwürfe entschieden zurück. Doch brach die Bayer-Aktie nach dem ersten verlorenen Glyphosat-Prozess massiv ein. Auch im wichtigen Pharmageschäft hatte der Konzern zuletzt wenig Erfolg versprechende Neuentwicklungen zu vermelden.

bam/dpa

insgesamt 111 Beiträge
claus7447 29.11.2018
1. Erstaunlich
Wie sich ein Konzern aus der sozialen Verantwortung zieht. Der montesano Deal war und ist schon zweifelhaft in Anbetracht der Prozesse die in USA anstehen. Vorstand hat seine Schäfchen im trockenen, der Mohr kann gehen. Moral: es [...]
Wie sich ein Konzern aus der sozialen Verantwortung zieht. Der montesano Deal war und ist schon zweifelhaft in Anbetracht der Prozesse die in USA anstehen. Vorstand hat seine Schäfchen im trockenen, der Mohr kann gehen. Moral: es gibt auch ausser Aspirin noch andere Mittel. Muss es ein Bayer Produkt sein?
fischfreund1 29.11.2018
2. Das ist nur ein Anfang
So fängt die Deindustriealisierung des Landes an. Die Agitation gegen Pflanzenschutz wirkt. Die Produktion wird hierzulande aufgegeben, das Geschäft machen andere, und die Arbeitslosen bedanken sich artig bei Greenpeace, Nabu, [...]
So fängt die Deindustriealisierung des Landes an. Die Agitation gegen Pflanzenschutz wirkt. Die Produktion wird hierzulande aufgegeben, das Geschäft machen andere, und die Arbeitslosen bedanken sich artig bei Greenpeace, Nabu, WWF und Co für teure Lebensmittel.
kraut&ruebe 29.11.2018
3. Macht nix, wir haben doch fast Vollbeschäftigung
WIr brauchen sowas doch nicht, CeBIT, Automobil- und Chemieindustrie sind doch sowas von gestern und igittigitt. Wir arbeiten einfach alle bald im ÖD und ähnlichen nicht-produktiven, nicht-verschmutzenden und [...]
WIr brauchen sowas doch nicht, CeBIT, Automobil- und Chemieindustrie sind doch sowas von gestern und igittigitt. Wir arbeiten einfach alle bald im ÖD und ähnlichen nicht-produktiven, nicht-verschmutzenden und nicht-konkurrenzfähigen Bereichen. Lasst uns alle gemeinsam Gender- und Klimadiskussionen ad nauseam führen und uns in unserer absehbaren Altersarmut zusammenkuscheln. Ich freu mich drauf!
foerster.chriss 29.11.2018
4. Warum Bayer Monsanto übernahm, ist bis heute unklar
Jedem Normalbürger dürfte das Risiko einer solchen Übernahme klar gewesen sein. Monsanto ist ein Drecksunternehmen, wahrscheinlich mit dem schlechtesten Image weltweit und zahlreichen Prozessen gegen den Konzern. Ich kann [...]
Jedem Normalbürger dürfte das Risiko einer solchen Übernahme klar gewesen sein. Monsanto ist ein Drecksunternehmen, wahrscheinlich mit dem schlechtesten Image weltweit und zahlreichen Prozessen gegen den Konzern. Ich kann mir eigentlich nur vorstellen, dass Bayer von Großanlegern als Müllkippe für Monsanto missbraucht wurde. Und der Vorstand kassierte dabei kräftig mit.
Andraax 29.11.2018
5. Textverständnis ungenügend, setzen!
Anscheinend leidet bei Ihnen aufgrund eines irrationalen Hasses gegen "Greenpeace, Nabu, WWF und Co" das Textverständnis. Im Bericht wird die Stellungnahme des Bayer-Konzerns sinngemäß wiedergegeben: "Die [...]
Zitat von fischfreund1So fängt die Deindustriealisierung des Landes an. Die Agitation gegen Pflanzenschutz wirkt. Die Produktion wird hierzulande aufgegeben, das Geschäft machen andere, und die Arbeitslosen bedanken sich artig bei Greenpeace, Nabu, WWF und Co für teure Lebensmittel.
Anscheinend leidet bei Ihnen aufgrund eines irrationalen Hasses gegen "Greenpeace, Nabu, WWF und Co" das Textverständnis. Im Bericht wird die Stellungnahme des Bayer-Konzerns sinngemäß wiedergegeben: "Die Effizienz- und Strukturmaßnahmen sollen die Wettbewerbsfähigkeit des Dax-Konzerns steigern und einschließlich der erwarteten Synergien aus der Monsanto-Übernahme von 2022 an jährliche Beiträge in Höhe von 2,6 Milliarden Euro generieren." Sie können Ihr Gemoser beim Aufsichtsrat von Bayer abladen, denn "Greenpeace, Nabu, WWF und Co" tragen hier sicher keine Verantwortung.

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