Wirtschaft

Warnung von Ryanair

Boeing-Probleme gefährden Sommerflugplan 2020

Immer noch besteht das Flugverbot für Boeings Verkaufsschlager 737 Max - und langsam sorgt sich Ryanair um den Sommerflugplan 2020. Sollten die Maschinen bis November nicht starten dürfen, werde es problematisch.

Joe Raedle/Getty Images/AFP

Boeing 737 Max: Ryanair hat 50 Maschinen bestellt

Donnerstag, 11.07.2019   14:01 Uhr

Europas größte Billig-Airline sorgt sich um ihren Sommerflugplan 2020, sollte Boeing Chart zeigen die Probleme bei dem Flieger 737 Max nicht bis November in den Griff bekommen. Ryanair Chart zeigen habe rund 50 Flugzeuge des Typs bestellt und sie für den Einsatz im Sommer 2020 vorgesehen, sagte Konzernchef Michael O'Leary am Rande einer Veranstaltung in Brüssel. Da Ryanair aber wegen der komplexen Bedingungen nur maximal sechs Maschinen pro Monat abnehmen könne, müssten die Auslieferungen zügig beginnen.

"Die Herausforderung für uns ist, dass wir das Flugzeug Ende September, im Oktober oder spätestens im November wieder in der Luft sehen müssen, damit unser Wachstum im Sommer 2020 nicht beeinträchtigt wird", sagte O'Leary. Boeing habe mitgeteilt, man gehe derzeit davon aus, dass die 737 Max Ende September wieder fliegen dürfe.

Die Maschinen des Typs wurden im März nach einem zweiten Absturz binnen fünf Monaten weltweit aus dem Verkehr gezogen. Die Luftfahrtbehörden müssen die Modellreihe unter anderem nach einem Softwareupdate wieder freigeben, damit die Maschinen wieder fliegen dürfen.

O'Leary äußerte sich auch zu der jüngst bekannt gegebenen Order von 200 der Max-Maschinen durch die British-Airways-Mutter IAG. Analysten hatten vermutet, wegen der derzeitigen Probleme müsse Boeing IAG Chart zeigen einen sehr attraktiven Preis gemacht haben. Auch wenn es sich zunächst nur um eine Absichtserklärung für einen Kauf handele, werde Ryanair jetzt gleichwohl Druck bei Boeing machen, kündigte der Konzernchef an. Er äußerte sich ausweichend auf die Frage, ob Ryanair seine Max-Aufträge an Boeing zu noch günstigeren Preisen ausweiten könne.

Hintergrund ist laut Analysten eine angebliche Klausel in den Ryanair-Verträgen mit Boeing, die Ryanair niedrigere Preise für die Maschinen als der Konkurrenz garantiert.

fdi/Reuters

insgesamt 11 Beiträge
karlo1952 11.07.2019
1. Ryan Air geht wohl
davon aus, dass die Passagiere ohne Zögern in die neuen 737 Max einsteigen werden. Ich wähle da dann lieber eine andere Airline oder Suche mir andere Ziele aus.
davon aus, dass die Passagiere ohne Zögern in die neuen 737 Max einsteigen werden. Ich wähle da dann lieber eine andere Airline oder Suche mir andere Ziele aus.
Henning Boetel 11.07.2019
2. Sie können....
...davon ausgehen. Ich habe inzwischen den Eindruck, beim Fliegen gibt es nur noch ein Entscheidungs-Kriterium: den billigsten Preis.
Zitat von karlo1952davon aus, dass die Passagiere ohne Zögern in die neuen 737 Max einsteigen werden. Ich wähle da dann lieber eine andere Airline oder Suche mir andere Ziele aus.
...davon ausgehen. Ich habe inzwischen den Eindruck, beim Fliegen gibt es nur noch ein Entscheidungs-Kriterium: den billigsten Preis.
Dönertier 11.07.2019
3. Das ist dann wohl der Nachteil
einer absolut homogenen Flotte. Aber auch frech von Boeing, die Kunden noch mit September zu vertrösten, obwohl man bislang nur für einen von fünf für die Wiederzulassung abzuarbeitenden Punkten eine evtl. Lösung erarbeitet [...]
einer absolut homogenen Flotte. Aber auch frech von Boeing, die Kunden noch mit September zu vertrösten, obwohl man bislang nur für einen von fünf für die Wiederzulassung abzuarbeitenden Punkten eine evtl. Lösung erarbeitet hat, bei zwei Punkten aber noch nichtmal ein Lösungsansatz da ist.
LDaniel 11.07.2019
4. Fasziniert
Ich bin immernoch fasziniert, wie günstig Boeing aus der Sache heraus kommt. Keine Milliardenklagen, kein Absturz an der Börse. Wäre dies ein EU-Unternehmen oder gar ein Deutsches, stünden jetzt schon Milliardenklagen vor [...]
Ich bin immernoch fasziniert, wie günstig Boeing aus der Sache heraus kommt. Keine Milliardenklagen, kein Absturz an der Börse. Wäre dies ein EU-Unternehmen oder gar ein Deutsches, stünden jetzt schon Milliardenklagen vor US-Gerichten an, Manager wären in Haft etc. (siehe VW oder ganz aktuell Bayer). Eines muss man den Amis lassen: Sie schützen ihre Wirtschaft, während man sie bei uns nur all zu gerne sterben sieht.
strambono1 11.07.2019
5. Ryanair gar keinen Sommerfahrplan 2020
Warum macht nicht Ryanair einfach zu, braucht kein Mensch die Ausbeute an Personal und Umwelt. Wäre ein guter Schritt in Richtung Menschenrechte und Klimawandel.
Warum macht nicht Ryanair einfach zu, braucht kein Mensch die Ausbeute an Personal und Umwelt. Wäre ein guter Schritt in Richtung Menschenrechte und Klimawandel.

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Boeing

Der Konzern
Boeing ist mit einem Umsatz von fast 70 Milliarden Dollar und rund 170.000 Mitarbeitern der größte Flugzeughersteller der Welt. Neben Passagierflugzeugen ist das Unternehmen auch im Verteidigungssektor und in der Raumfahrt aktiv.
Die Geschäftsfelder
Boeing erzielt jeweils rund die Hälfte seines Umsatzes mit den beiden Bereichen "Kommerzielle Flugzeuge" und "Verteidigung, Raumfahrt & Sicherheit". Zu den bekanntesten Produkten des Konzerns gehören der Jumbojet (B747) und die AWACS-Aufklärungsflugzeuge.
Der Chef
Jim McNerney ist seit 2005 Vorstandsvorsitzender von Boeing. Nach einem Studium in Yale und Harvard arbeitete er unter anderem beim Konsumgüterhersteller Procter & Gamble, der Unternehmensberatung McKinsey und dem Mischkonzern General Electric.

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