Wirtschaft

Carbon gegen Kilos

Daimler will Mercedes-Modelle abspecken

Bis zu zehn Prozent Gewicht sollen die Mercedes-Automobile verlieren. Dafür kooperiert der Daimler-Konzern mit einem japanischen Leichtbauspezialisten. Das Unternehmen reagiert damit auf die strengeren Abgasregeln der EU - und ein ähnliches Projekt beim Konkurrenten BMW.

dpa

Mercedes-Produktion in Stuttgart: Weniger Gewicht, weniger Verbrauch

Montag, 24.01.2011   12:37 Uhr

Stuttgart - Bisher galten die nicht gerade als Leichtgewichte - das soll sich künftig ändern. Der Mutterkonzern will den Spritverbrauch seiner Autos durch ein niedrigeres Gewicht verringern und hat sich dazu mit dem japanischen Kohlefaserspezialisten Toray zusammengetan. Die Unternehmen beschlossen nach Angaben vom Montag die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens für Leichtbauteile.

Toray ist der weltweit größte Hersteller von Carbonfasern und beliefert bislang unter anderem den US-Flugzeughersteller Boeing. Das Unternehmen hält mit 50,1 Prozent die Mehrheit an der neuen Firma mit Sitz in Esslingen nahe Stuttgart. Daimler hält 44,9 Prozent, weitere Partner kommen zusammen auf fünf Prozent.

Das Unternehmen zur Herstellung und Vermarktung von carbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK) wird Daimler zufolge noch im ersten Quartal 2011 gegründet werden. Die ersten Serienteile sollen 2012 vom Band laufen und zunächst in den Cabrio-Modellen SL und SL AMG verbaut werden.

Die Leichtbaukomponenten sollen aber nach und nach in alle Modelle der Mercedes-Benz Personenwagen eingesetzt werden und bis zu zehn Prozent Gewicht einsparen.

Weniger Gewicht - stabilere Teile

Durch die Gewichtsreduktion soll der Kraftstoffverbrauch zurückgehen, auch um die schärferen Abgasvorschriften der EU ab 2012 einhalten zu können. Der CFK-Werkstoff ist um 50 Prozent leichter als Stahl und bei vergleichbarer Stabilität selbst noch 30 Prozent leichter als Aluminium.

Mit der Kooperation reagiert Daimler auf die Gewichtsoffensive beim Rivalen BMW. Der Münchner Autohersteller und der Kohlefaserspezialist SGL bauen derzeit ein Werk in den USA auf, in dem leichte Karosserien für Elektroautos entstehen sollen. Die Teile sollen für den Bau des neuen Elektrowagens "Megacity Vehicle" verwendet werden, den BMW 2013 auf den Markt bringen will.

jok/Reuters/dpa-AFX

insgesamt 1 Beitrag
BrunoGlas 24.01.2011
1. Werkstoff Carbon - eine gute Nachricht aus Sicht der Lackdesigner
Eine gute Nachricht aus Sicht der Lackdesigner. Der Kohlefaser-Verbundstoff Carbon bietet nicht nur Vorteile wie sein geringes Gewicht, extreme Langlebigkeit und hohe Stabilität. Carbon bzw. geschliffenes und poliertes [...]
Eine gute Nachricht aus Sicht der Lackdesigner. Der Kohlefaser-Verbundstoff Carbon bietet nicht nur Vorteile wie sein geringes Gewicht, extreme Langlebigkeit und hohe Stabilität. Carbon bzw. geschliffenes und poliertes Sichtcarbon ist zukünftig auch das ideale Trägermaterial für außergewöhnliche optische Lackierungen nach dem Stradivari-Prinzip. Schon Antonio Stradivari, seines Zeichens Schöpfer weltberühmter Geigeninstrumente, erfand eine einfache Methode, die aus Lacken optische Medien macht. Er fasste zwei Lacken in aufsteigender optischer Dichte zu einer Einheit als Doppellack-Schichtlinsensystem zusammen und entlockte so dem Geigenholzboden jenes geheimnisvolle Schimmern, was man erst in der modernen Lackforschung als Feuerwerk von Tausenden von Mikrobrennpunkten pro Quadratmillimeter Fläche richtig zu deuten wusste. Genau solches optisches Doppellacksystem, diesmal aus modernen Lacken, verwandelt nicht nur jedes undurchsichtige oder metallische oder raue Sichtmaterial zu Reflektoren, sondern es vermag mit seiner Fähigkeit der gerichteten Lichtein- und -ausstrahlung auch jegliches Klarmaterial oder auch nur halbtransparente Material zu fast substanzleeren Lichtleitern umzuwandeln. Mit einer transparenten Farbgebung in der Konfiguration eines Lack-Schichtlinsensystems kann das Licht bis in die Tiefen des Kohlefasermaterials eindringen und tiefenoptisch mit der Farbgebung aus optischen Doppellacken als Bildeinheit verschmelzen. Somit eröffnen Werkstoffe wie Carbon oder auch raugebürstetes oder in Fresnel-Optik geprägtes Alu als geformte Karosserie eine ungeheure Spielwiese für moderne lichtleitende Lacksysteme. Das Prinzip der Bildeinheitlichkeit als Projektion von Material, Struktur und opaker wie auch transparenter Farbgebung würde z. b. auch die Integration von Holographie oder Blattmetallgrafik in die gesamte Farbgebung zulassen, ohne dass es zu einem "Bruch" des Bildes käme - so die Fachterminologie. Dies also zum Thema neue Werkstoffe aus Sicht des Designers. Wer mehr über das Thema erfahren will, suche sich bei Xing unter Stichwort "Lichtleitende Lacke" passende Zuordnung.

Verwandte Themen

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP