Wirtschaft

Tarifverhandlungen

Bahn will Gewerkschaften neues Angebot vorlegen

Der Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn geht in eine entscheidende Phase: Der Konzern will den beiden Gewerkschaften GDL und EVG ein verbessertes Angebot vorlegen. Die Lokführergewerkschaft GDL droht mit einem Scheitern.

DPA

Streikende Bahn-Mitarbeiter bei Warnstreik am Montag

Mittwoch, 12.12.2018   09:59 Uhr

Die Deutsche Bahn will offenbar Bewegung in die festgefahrenen Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften bringen. Man werde im Laufe des Vormittages beiden Gewerkschaften ein neues Angebot vorlegen, sagte eine Konzernsprecherin.

Die Lokführergewerkschaft GDL erklärte die Tarifverhandlungen am Mittwochmorgen für gescheitert. Zuvor hatte die GDL die Bahn aufgefordert, noch bis zum Morgen ein neues Angebot abzugeben. "Der Ball liegt auf der Seite der Deutschen Bahn AG. Der Arbeitgeber hat es in der Hand, ein verbessertes Angebot vorzulegen, sonst werden wir im Januar über weitere Schritte entscheiden", sagte GDL-Chef Claus Weselsky.

"Ich gehe davon aus, dass wir mit einem verbesserten Angebot auch da den Gesprächsfaden wieder aufnehmen können", sagte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler mit Blick auf die GDL.

Lokführer rechnen in diesem Jahr nicht mehr mit Streik

Die Lokführergewerkschaft will nun das weitere Vorgehen beraten. Die GDL darf nach geltender Vereinbarung erst nach dem Ende der Schlichtung zu einem Streik aufrufen. "In diesem Jahr wird es voraussichtlich keine Streiks mehr geben", sagte eine GDL-Sprecherin.

Die Bahn führt parallel Tarifverhandlungen mit der GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Die Gespräche mit der EVG sollen am Vormittag in Berlin fortgesetzt werden, nachdem sie am späten Dienstagabend unterbrochen worden waren.

Mit einem rund vierstündigen Ausstand am Montag hatte die EVG ihrer Forderung nach mehr Geld und besseren Arbeitsbedingungen beim Staatskonzern Nachdruck verliehen. Die Bahn strebt mit beiden Gewerkschaften vergleichbare Ergebnisse für die rund 160.000 Beschäftigten in Deutschland an.

GDL und EVG waren vor zwei Monaten mit einer Forderung nach 7,5 Prozent mehr Einkommen in die Tarifrunde eingestiegen. Die Lokführergewerkschaft vertritt rund 36.000 Beschäftigte des Zugpersonals, darunter vor allem Lokführer, Zugbegleiter und Bordgastronomen.

mmq/dpa/Reuters

insgesamt 2 Beiträge
!!!Fovea!!! 12.12.2018
1. Wieder einmal versuchen die Gewerkschaften der Schiene
die Gesellschaft mit ihren maßlosen überzogenen Forderungen von über 6,7% (Wesselsky hatte vor Jahren ein Gesamtvolumen von über 15% gefordert), in Geiselhaft zu nehmen. Während die Gesundheitsberufe zu Tode gespart [...]
die Gesellschaft mit ihren maßlosen überzogenen Forderungen von über 6,7% (Wesselsky hatte vor Jahren ein Gesamtvolumen von über 15% gefordert), in Geiselhaft zu nehmen. Während die Gesundheitsberufe zu Tode gespart werden, die DB ständig nur noch Preiserhöhungen (diese sind aber stets pünktlich) durchführt, gibt es eine Berufsgruppe, die meint, sie habe das Monopol Deutschland still zu legen. Wo sind die GRÜNEN und lehnen das mit ihren Ökoprotesten ab? Wenn im Berufsverkehr die Autos die Luft verpesten, komisch, dann tauchen die Roths, Künast, Hofreiters alle ab und man hört (Gott sei Dank) nix mehr von der Ökogeschwafel. Kaum ist ein DB Streik vorbei, kommen die GRÜNEN dann aus Ihren Biolöchern gekrochen, verteufeln den Diesel, wollen den Liter Sprit in massive Höhen treiben, brauchen Fahrverbote u.v.m. Wenn ich mich recht erinnere, war vor Wochen ein SPON Forum, welches nach Merkel den nächsten BK als einen GRÜNEN proklamierte, bloß nicht.., wenn ich dieses verlogene Gehabe sehe. Ich würde es begrüßen, wenn die Verantwortlichen der GRÜNEN endlich der GDL und EVG Druck machen!
cpt_chaos 12.12.2018
2. ich kann nicht nachvollziehen
warum in nahezu allen Medien nur plakativ die 7,5% hochgehalten werden aber die Laufzeit von 29 Monaten, also 7,5% verteilt auf mehr als 2 Jahren, unter den Teppich gekehrt wird. Hat das etwa Methode und soll mal so richtig die [...]
warum in nahezu allen Medien nur plakativ die 7,5% hochgehalten werden aber die Laufzeit von 29 Monaten, also 7,5% verteilt auf mehr als 2 Jahren, unter den Teppich gekehrt wird. Hat das etwa Methode und soll mal so richtig die Stammtischseele zum kochen bringen? Ich finde das unverantwortlich ggü. dem m.E. berechtigten Forderungen der Bahner und diskreditiert den Arbeitskampf. Wenn man die Inflationsrate hinzuzieht, bleibt dann nämlich gar kein allzu dickes Realplus übrig. Ich weiß zu gut, es gibt andere Branchen in denen es gar nichts gibt - komme selber aus einer und da läuft es mittlerweile seit 2008 so. Jetzt kann sich jeder seinen eigenen Reim drauf machen.

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