Wirtschaft

Mögliche Fusion

Scholz bestätigt Gespräche zwischen Deutscher Bank und Commerzbank

Der Bundesfinanzminister befeuerte frühzeitig Spekulationen über eine Fusion zwischen Deutscher Bank und Commerzbank. Nun bestätigt Olaf Scholz "Beratungen" der Institute. Die Regierung wolle dabei ein "fairer Begleiter" sein.

DPA

Olaf Scholz

Montag, 11.03.2019   16:09 Uhr

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat bestätigt, dass Deutsche Bank und Commerzbank Gespräche über die aktuelle Lage führen. "Es gibt Beratungen über die Situation wie sie ist. Die Bundesregierung ist ein fairer Begleiter von privatwirtschaftlichen Diskussionen", sagte Scholz am Rande des Treffens der Euro-Finanzminister in Brüssel. "Mehr gibt es da gegenwärtig nicht zu sagen."

Die "Welt am Sonntag" hatte zuvor berichtet, dass der Vorstand des größten deutschen Geldhauses beschlossen habe, Gespräche mit der Commerzbank aufzunehmen. Der Zeitung zufolge sollen unter anderem Scholz und Finanzstaatssekretär Jörg Kukies die Bankchefs Christian Sewing (Deutsche Bank) und Martin Zielke (Commerzbank) gedrängt haben, ein Zusammengehen zu prüfen. Der Bund ist mit gut 15 Prozent größter Einzelaktionär der Commerzbank.

Scholz hatte bereits im vergangenen Jahr Spekulationen über eine Fusion befeuert. Es sei ein Problem für eine große Volkswirtschaft wie die deutsche, dass die hiesigen Banken "nicht die notwendige Größe haben, um die Unternehmen zu begleiten", sagte er damals.

Die Kurse beider Institute stiegen angesichts der Spekulationen am Montag deutlich. Die Papiere der Commerzbank Chart zeigen gewannen knapp sechs Prozent, die der Deutschen Bank Chart zeigen knapp vier Prozent. Allerdings hatten beide in der vergangenen Woche wegen des weiter andauernden Zinstiefs in Europa deutlich an Wert verloren.

dab/Reuters/dpa

insgesamt 26 Beiträge
postfuermarcus 11.03.2019
1. too big to fail
WEnn eine Bank zu gross ist, gilt diese als systemrelevant und wird vom Staat vor der Pleite gerettet. Mit Steuergeldern. Warum mischt sich hier die SPD ein ? Das sollten die Banken doch allein regeln.
WEnn eine Bank zu gross ist, gilt diese als systemrelevant und wird vom Staat vor der Pleite gerettet. Mit Steuergeldern. Warum mischt sich hier die SPD ein ? Das sollten die Banken doch allein regeln.
ambulans 11.03.2019
2. o.k.,
es heißt ja, unwidersprochen: "it takes two - to tango", aber - müssen es denn auch noch welche sein, deren gemeinsame prognose eher bodenlos-negativ aussieht (ich habe hier versucht, gewissen [...]
es heißt ja, unwidersprochen: "it takes two - to tango", aber - müssen es denn auch noch welche sein, deren gemeinsame prognose eher bodenlos-negativ aussieht (ich habe hier versucht, gewissen "negativ-konnotierten" begriffen - ich kenne unsere 24/7-aktiven sprachpolizei-sondereinheiten - großflächig auszuweichen). deshalb: hat unser minister evtl. auch nur im geringsten darüber nachgedacht, ob und ggfs. in welcher form kunden - sowas gibts! - von ihm in so einer richtung "zwangsbeglückt" werden wollen? ich stelle mir unter demokratie z.b. vor, dass man sogar gefragt wird - und das ergebnis dazu auch noch gar nicht feststeht. scheint für hamburg/-er aber sowas wie ein verwirklichtes kommunistisches manifest zu sein ...
Watschn 11.03.2019
3. Aus 2 Fusskranken...
...wird kein europ. Champion-Läufer... Das dümmste was die beiden machen. Besser wäre abwarten, um dann in einem Euro-Tohuwabohu evtl. frz. o. gar niederl. Banken übernehmen zu können...
...wird kein europ. Champion-Läufer... Das dümmste was die beiden machen. Besser wäre abwarten, um dann in einem Euro-Tohuwabohu evtl. frz. o. gar niederl. Banken übernehmen zu können...
n.wemhoener 11.03.2019
4.
Zur Erinnerung : Originalton Merkel 2009: "Keine Bank darf so groß sein, dass sie wieder Staaten erpressen darf. Das ist für mich der wichtigste Punkt."
Zur Erinnerung : Originalton Merkel 2009: "Keine Bank darf so groß sein, dass sie wieder Staaten erpressen darf. Das ist für mich der wichtigste Punkt."
urbuerger 11.03.2019
5. Was soll das werden?
Hier wird eine Bank gebaut, aus zwei Banken denen das Wasser schon fast bis Oberkante Unterlippe steht, damit sie bei der nächsten Krise zu Groß sei werden, um Fallen gelassen zu werden und die Politik scheint dabei [...]
Hier wird eine Bank gebaut, aus zwei Banken denen das Wasser schon fast bis Oberkante Unterlippe steht, damit sie bei der nächsten Krise zu Groß sei werden, um Fallen gelassen zu werden und die Politik scheint dabei mitzuspielen, sollte Scholz, seines Zeichens Finanzminister, tatsächlich sein O.K. dazu geben! Je mehr ich mir die Nachrichten des Tages der letzten Woche zu Gemüte führe, je mehr komme ich zu dem Ergebnis, dass wir nur noch Vollpfosten als Minister haben!!!

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