Wirtschaft

Ex-Pleitekette

Woolworth will jede Woche eine neue Filiale eröffnen

Comeback nach der Beinahe-Auflösung: Die Warenhaus-Kette Woolworth ist gut ein Jahr nach der Pleite wieder auf Wachstumskurs. Das Ziel der neuen Eigentümer ist ehrgeizig - jede Woche soll eine neue Filiale eröffnen.

dapd

Woolworth-Chef Schindel: 3100 neue Stellen bis Ende 2012

Donnerstag, 25.11.2010   12:15 Uhr

Düsseldorf - Stabiles Wachstum, gute Stimmung in Handel und Industrie und eine wiederkehrende Kauflaune der Verbraucher - der Zeitpunkt passt, um die Expansion eines Geschäfts voranzutreiben. So denken offensichtlich die neuen Eigentümer der Handelskette Woolworth. Sie wollen das Billigwarenhaus intensiv auf Wachstum trimmen.

Mittelfristig soll die Zahl der Filialen von derzeit 163 auf 250 erhöht werden. Langfristig seien sogar bis zu 500 Woolworth-Kaufhäuser vorstellbar, sagte Unternehmenschef Dieter Schindel am Donnerstag in Düsseldorf. "Wir wollen jede Woche eine neue Filiale eröffnen". Bis Ende 2012 sollen auf diese Weise auch 3100 neue Stellen geschaffen werden.

Schindel zufolge will Woolworth künftig als "Nahversorgungs-Kaufhaus" um Kunden werben. Dabei werde das Kaufhaus sein Warenangebot der unteren und mittleren Preislagen beibehalten. Dennoch soll sich einiges am Sortiment ändern. Alkohol, Zeitschriften, Straßenschuhe und Unterhaltungselektronik seien aus dem Angebot gestrichen worden. Neu hinzugekommen seien dagegen Dekorationswaren und Wohnaccessoires sowie Tierartikel und zahlreiche Lizenzprodukte von Disney über Hello Kitty bis zu den Simpsons. Auch Eigenmarken sollen eine wichtige Rolle spielen.

Schindel betonte, das Unternehmen sei wirtschaftlich jetzt auch deshalb gut aufgestellt, weil neue Mietverträge ausgehandelt worden seien und die Logistik zentral abgewickelt werde.

Die deutsche Woolworth, die bereits 1998 durch einen Management-Buy-out vom US-Mutterkonzern unabhängig wurde, hatte 2009 einen Insolvenzantrag stellen müssen. Doch gelang es dem Insolvenzverwalter, eine Schließung zu verhindern und Käufer für das Unternehmen zu finden. Die neuen Eigentümer sind der Chef des Textildiscounters Kik, Stefan Heinig, und die Unternehmerfamilie Tengelmann.

Die Gesellschaft in Unna übernahm 4300 Beschäftigte und 158 von ehemals mehr als 300 Filialen. Seit der Übernahme hat Woolworth fünf Filialen neu eröffnet und 350 weitere Mitarbeiter eingestellt. Neben dem Filialausbau sollen 65 Märkte im kommenden Jahr umgebaut werden.

mik/dapd/dpa

insgesamt 2 Beiträge
inci 25.11.2010
1. oooo
hört sich nach einer echten erfolgsgeschichte an. so wie die vom wiederbelebten hertie..........
Zitat von sysopComeback nach der Beinahe-Auflösung: Die Warenhaus-Kette Woolworth*ist gut ein Jahr nach der Pleite*wieder auf Wachstumskurs. Das Ziel der neuen Eigentümer ist ehrgeizig -*jede Woche soll eine neue Filiale eröffnen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,731129,00.html
hört sich nach einer echten erfolgsgeschichte an. so wie die vom wiederbelebten hertie..........
eierbär 25.11.2010
2. kik 2.0?
Dann also bei Woolworth demnächst auch Kleidung von in Kambodscha etc. ausgebeuteten Frauen. Und die Verkäuferinnen werden wahrscheinlich auch zu einem Hungerlohn arbeiten müssen. Es gibt ja Hartz IV.
Dann also bei Woolworth demnächst auch Kleidung von in Kambodscha etc. ausgebeuteten Frauen. Und die Verkäuferinnen werden wahrscheinlich auch zu einem Hungerlohn arbeiten müssen. Es gibt ja Hartz IV.

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