Wirtschaft

Ufo gegen Lufthansa

Warnstreik führt bisher nur zu wenigen Flugausfällen

Die Kabinengewerkschaft Ufo hat den Flugbegleiter-Warnstreik an deutschen Flughäfen bis um Mitternacht verlängert. In München, Düsseldorf und Köln/Bonn wurden bereits mehrere Flüge von Lufthansa-Töchtern annulliert.

Friso Gentsch/ DPA

"Da wird sicherlich noch einiges dazukommen" - Eurowings-Schalter am Flughafen Düsseldorf

Sonntag, 20.10.2019   08:38 Uhr

An nordrhein-westfälischen Flughäfen hat am Sonntagmorgen der angekündigte Warnstreik der Kabinengewerkschaft Ufo begonnen. Die Flugbegleiter der Lufthansa-Töchter Eurowings, Germanwings, Lufthansa Cityline und Sunexpress legen ihre Arbeit an mehreren deutschen Flughäfen nicht nur wie ursprünglich geplant von 5.00 bis 11.00 Uhr, sondern bis um Mitternacht nieder.

Am Flughafen Düsseldorf seien bislang vier Verbindungen der Airline Eurowings gestrichen worden, sagte ein Sprecher des Flughafens am frühen Sonntagmorgen. "Da wird sicherlich noch einiges dazukommen." 240 Eurowings-Flüge sind über den Tag in Düsseldorf geplant.

Auch am Flughafen Köln-Bonn fielen bereits einige Verbindungen aus, wie ein Sprecher mitteilte. Es sei aber ruhig, weil sich die Passagiere rechtzeitig informiert hätten.

Am Flughafen München wurden bisher "ungefähr zehn Verbindungen" annulliert, sagte ein Sprecher des Airports am Morgen. "Das trifft zum Beispiel einen Eurowings-Flug nach Berlin." Größere Auswirkungen auf den Betrieb habe der Warnstreik bisher nicht. Das könnte sich im Laufe des Sonntags aber noch ändern. "Bisher fangen die bestreikten Airlines das alles mit nicht organisiertem Personal auf - man wird sehen, was der Tag bringt."

Lufthansa droht mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen

An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main gab es am frühen Morgen noch keine Beeinträchtigungen. "Bisher spüren wir von dem Warnstreik noch nichts", sagte eine Sprecherin.

Hinter dem Arbeitskampf steht ein tiefes Zerwürfnis zwischen Ufo und dem Lufthansa-Konzern. Nach Angaben von Ufo geht es um Gehaltserhöhungen, betriebliche Altersvorsorge und Teilzeitregelungen bei den Lufthansa-Töchtern. Das Unternehmen aber erkennt den Ufo-Vorstand nach erheblichen Führungsquerelen nicht mehr als vertretungsberechtigt an und will der Gewerkschaft gerichtlich die Tariffähigkeit absprechen lassen. Der langjährige Ufo-Vorsitzende Nicoley Baublies wurde sogar aus dem Lufthansa-Dienst entlassen. Die Ufo-Streiks bewertet Lufthansa in dieser Logik als rechtswidrig und hat Teilnehmern mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht.

"Ein solches Vorgehen lässt leider nicht vermuten, dass es zu einer Einigung hinsichtlich unserer Forderungen kommen kann", ergänzte Flohr. Ufo erachte deshalb die Verlängerung als notwendig und müsse insgesamt von einer langen Auseinandersetzung mit massiven Streiks ausgehen. Auch Ausstände bei der Konzernmutter Lufthansa seien jederzeit wieder möglich. Dort hatte Ufo einen ursprünglich ebenfalls für Sonntag geplanten Warnstreik abgesagt.

pbe/dpa/Reuters

insgesamt 5 Beiträge
sadski 20.10.2019
1. ???
Wer ist "Flohr"? Sehr unzulänglicher Artikel, fast auf bento-Niveau!
Wer ist "Flohr"? Sehr unzulänglicher Artikel, fast auf bento-Niveau!
aktiverbeobachter 20.10.2019
2. Streik
Arme Lufthansa. Dieses Unternehmen wird aber auch ständig bestreikt. Sehr traurig, wie diese Streiker es geschafft haben ein ehemals deutsches Vorzeigeunternehmen so in Verruf zu bringen. Traurig vor allem auch für alle anderen [...]
Arme Lufthansa. Dieses Unternehmen wird aber auch ständig bestreikt. Sehr traurig, wie diese Streiker es geschafft haben ein ehemals deutsches Vorzeigeunternehmen so in Verruf zu bringen. Traurig vor allem auch für alle anderen fleißigen und hart arbeitenden Mitarbeiter/innen von Lufthansa, die genauso unter diesen Streikenden leiden.
agreatwaytofly 20.10.2019
3. In Grund und Boden schämen...
...kann man sich nur noch für eine Organisation, die gar keinen Verhandlungsauftrag besitzt und jetzt auch noch die ohnehin gebeutelten Lufthansa-Töchter in Geiselhaft nimmt. Bei Ryanair knallen derweil die Sektkorken! Bei [...]
...kann man sich nur noch für eine Organisation, die gar keinen Verhandlungsauftrag besitzt und jetzt auch noch die ohnehin gebeutelten Lufthansa-Töchter in Geiselhaft nimmt. Bei Ryanair knallen derweil die Sektkorken! Bei Eurowings und Germanwings hat man in den vergangenen Jahren trotz schwieriger Rahmenbedingungen immer gute Lösungen mit dem fliegenden Personal gefunden. Man kann nur hoffen, dass Ufo für den Schaden aufkommen muss!
rxra99 21.10.2019
4. Chaos Airline Eurowings
....wer mit denen schon mal geflogen ist und gesehen hat wie unzufrieden und unprofessionell alles läuft, der wundert sich nicht, dass gestreikt wird. Die armen Mitarbeiter.
....wer mit denen schon mal geflogen ist und gesehen hat wie unzufrieden und unprofessionell alles läuft, der wundert sich nicht, dass gestreikt wird. Die armen Mitarbeiter.
wokri 21.10.2019
5. Eurowings ist super
Fliege 1 mal im Monat noch nie Probleme. Aber zum eigentlichen Thema. UFO ist einfach nur ein Unding und auf Persönliche Rache aus. Der ehemalige Vorsitzende hat als Berater bei UFO sich selber Aufträge zugeschustert. Ob das [...]
Fliege 1 mal im Monat noch nie Probleme. Aber zum eigentlichen Thema. UFO ist einfach nur ein Unding und auf Persönliche Rache aus. Der ehemalige Vorsitzende hat als Berater bei UFO sich selber Aufträge zugeschustert. Ob das legal war kann ich nicht beurteilen, aber dies war eine vom Arbeitgeber nicht genehmigte Nebentätigkeit, wofür er erst abgemahnt anschließend gekündigt wurde. Quelle Tagesschau.de — Danach beschäftigte sich die Gewerkschaft vor allem mit internen Streitigkeiten. Es geht um fragwürdige Abrechnungen von Dienstreisen, Dienstwagen, teure Essen. Vorstände traten zurück. Ob der aktuelle Vorstand rechtmäßig ins Amt kam, ist umstritten. — Es werden Mitarbeiter aufgefordert sich krank zu melden und erst am 2 ten Tag sich zu melden, nur damit UFO kein Streikgeld zahlen muss. Es werden Mitglieder verbal unter Druck gesetzt damit sie nicht ihr Dienst antreten. Es werden Familien vom Urlaub abgehalten und die Schuld der Lufthansa gegeben obwohl diese sogar 2% anstatt der geforderten 1,8 % anbietet, anschließend hat UFO noch weitere Forderungen nachgeschoben nur um ihren Streik zu begründen, aus meiner Sicht wild und illegal. Hoffentlich werden alle Streiker verurteilt, Eingriff in den Flugverkehr.

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