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Google will mit Huawei im Geschäft bleiben

Der Computerkonzern Huawei gilt in den USA als Hilfsspion der chinesischen Regierung. Google will trotzdem mit ihm arbeiten - der Internetriese argumentiert mit der Sicherheit für die Nutzer.

Jorge Silva/REUTERS

Messestand von Huawei: Google um die Sicherheit besorgt

Freitag, 07.06.2019   08:20 Uhr

Google wirbt einem Zeitungsbericht zufolge in Washington um die Erlaubnis der US-Regierung, weiter mit dem chinesischen Huawei-Konzerns im Geschäft zu bleiben. Dabei gehe es vor allem darum, Huawei-Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android versorgen zu dürfen, schreibt die "Financial Times" in ihrer Freitagsausgabe. Der Internetkonzern argumentiere, dass ein Ende der Zusammenarbeit schlecht für die Sicherheit der Nutzer wäre, hieß es unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen.

Die USA hatten Mitte Mai Huawei auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. Wer US-Technik an Huawei verkaufen oder transferieren will, muss eine Lizenz erwerben. Diese kann verweigert werden, wenn Sicherheitsinteressen berührt sind.

Wenig später räumte US-Präsident Donald Trump eine 90-tägige Übergangsfrist für die Maßnahmen ein. Nutzer von Huawei-Smartphones können also noch bis Mitte August unter anderem mit Updates und Apps von Google rechnen. Für die Verwendung von US-Technologie in neuen Produkten gilt die Lockerung aber nicht. Huawei kündigte bereits an, ein eigenes Betriebssystem für seine Smartphones spätestens im nächsten Jahr zur Marktreife zu bringen.

Google warne nun in Gesprächen mit Vertretern der US-Regierung, dass das chinesische Betriebssystem mehr Software-Fehler als Android haben könnte - und damit leichtere Beute für Hacker wäre, schrieb die "Financial Times". Deshalb setze sich der Internetkonzern in Washington für eine längere Lockerung der Regeln oder eine komplette Suspendierung des Verbots ein.

Huawei ist der zweitgrößte Smartphone-Anbieter der Welt und auch ein führender Netzwerkausrüster.

mik/dpa

insgesamt 45 Beiträge
dr_gb 07.06.2019
1. Doppelspione
im mehrdeutigen und im ambivalenten Sinne : beide, Huw & Goo, durch und durch motiviert auszuspionieren was auch immer sich erfassen lässt ?!
im mehrdeutigen und im ambivalenten Sinne : beide, Huw & Goo, durch und durch motiviert auszuspionieren was auch immer sich erfassen lässt ?!
charlydw8 07.06.2019
2. Chinesen denken doch langfristig
strategisch haben die Amerikaner einen guten Schachzug gemacht. jetzt die Huawei bekämpfen bevor sie technisch unabhängiger wird. ob jetzt oder später, Huawei wird auf Google verzichten. Huawei braucht dafür Zeit, und die USA [...]
strategisch haben die Amerikaner einen guten Schachzug gemacht. jetzt die Huawei bekämpfen bevor sie technisch unabhängiger wird. ob jetzt oder später, Huawei wird auf Google verzichten. Huawei braucht dafür Zeit, und die USA nimmt ihnen genau diese Option ... genial, sehr frech aber genial
kathar121 07.06.2019
3. Das wäre ein Fortschritt
bisher wurde der Mobilfunkverkehr von Amerika domininiert, Google, Apple und Microsoft. Alle haben fleißig unser Daten gesammelt und sicher auch den amerikanischen Diensten zur Verfügung gestellt. Ich würde es begrüßen, wenn [...]
bisher wurde der Mobilfunkverkehr von Amerika domininiert, Google, Apple und Microsoft. Alle haben fleißig unser Daten gesammelt und sicher auch den amerikanischen Diensten zur Verfügung gestellt. Ich würde es begrüßen, wenn ich selbst entscheiden kann wer meine Daten abgreift. Als Huawei- Fan würde ich mich über eine Alternative freuen. Möglicherweise wäre diese ja sogar weniger fehlerhaft als Google und Co.
thomas_linz 07.06.2019
4. Das ging ja
schneller als gedacht, bis der erste US Gigant einknickt. Aber wenn die Chinesen ernst machen, droht Google einen potentiellen Markt von bis zu 2 Mrd Menschen zu verlieren und die naechsten Konzerne duerften demnächst genauso [...]
schneller als gedacht, bis der erste US Gigant einknickt. Aber wenn die Chinesen ernst machen, droht Google einen potentiellen Markt von bis zu 2 Mrd Menschen zu verlieren und die naechsten Konzerne duerften demnächst genauso betteln. Da sieht man wie strategisch dumm die US Regierung sich ein weiteres Eigentor geschossen hat. Nach der Sojakarastrofe, darf die Trumpadministration als naechstes Silicon Valley retten. Mal sehen was sie noch kaputt kriegen. Loben muss man Google, die natürlich nur ans Wohl der Buerger denken. Da sage nochmal einer, der Kapitalismus haette kein Herz. :-))))
sirruddy 07.06.2019
5. Erste Eigenentwicklung aus China?
Ich bin gespannt auf die erste Eigenentwicklung aus China sprich ein eigenens Betriebssystem. Aber bitte nicht wieder Urheberrechte verletzen. - Als ob man das in ein paar Monaten aus dem Boden stampfen könnte. Ich vermute das OS [...]
Ich bin gespannt auf die erste Eigenentwicklung aus China sprich ein eigenens Betriebssystem. Aber bitte nicht wieder Urheberrechte verletzen. - Als ob man das in ein paar Monaten aus dem Boden stampfen könnte. Ich vermute das OS wird sich dann auf den chinesischen Markt beschränken. Macht auch Sinn, kann man doch so die Bevölkerung noch intensiver überwachen. Also schmeißt Eure HUAWAIs weg und besorgt Euch schon mal neue Telefone.

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