Wirtschaft

Handelsgespräche

Trump will mögliches China-Abkommen auf Huawei ausweiten

US-Präsident Trump will den Streit über den Telekomausrüster Huawei in den Handelsgesprächen mit China lösen. Allerdings nannte er das Unternehmen auch "sehr gefährlich".

Edgar Su/ REUTERS

Huawei-Logo in einem Handyladen in Singapur

Freitag, 24.05.2019   08:41 Uhr

Die USA haben Huawei erst kürzlich auf eine schwarze Liste gesetzt, weil sie Spionage durch das chinesische Unternehmen befürchten. In den Handelsgesprächen mit China will Präsident Donald Trump dennoch auch über den Konzern sprechen - und den Telekommunikationsausrüster sogar in das geplante Handelsabkommen aufnehmen.

"Wenn wir einen Deal machen sollten, kann ich mir vorstellen, dass Huawei in irgendeiner Form und in irgendeinem Teil eines Handelsabkommens einbezogen sein wird", sagte Trump vor Journalisten in Washington. Beschwerden gegen Huawei könnten so gelöst werden.

Unternehmen schränken Zusammenarbeit mit Huawei ein

Zugleich sagte Trump, von einem militärischen Standpunkt aus sei das Unternehmen "sehr gefährlich". Zuvor hatte er Unternehmen seines Landes per Dekret die Nutzung von Telekommunikationstechnik untersagt, die als Sicherheitsrisiko eingestuft wird. Als Hauptziel gilt auch hier Huawei.

Das US-Handelsministerium setzte den weltweit größten Netzausrüster Huawei wegen Sicherheitsbedenken neben 70 weiteren Firmen auf eine schwarze Liste. Wer US-Technik an Huawei verkaufen oder transferieren will, muss eine Lizenz erwerben. Diese kann verweigert werden, wenn Sicherheitsinteressen berührt sind. Daraufhin schränkten mehrere Unternehmen ihre Zusammenarbeit mit dem Konzern ein. Der Konzern weist die Bedenken zurück.

Wie und wann genau es nun zu einer möglichen Einigung mit China kommen soll, ließ Trump offen - er stellte aber eine rasche Lösung in Aussicht. Nach dem Ende der jüngsten Verhandlungsrunde vor zwei Wochen waren keine weiteren Handelsgespräche vereinbart worden, um den sich zuspitzenden Handelsstreit zu lösen. Beide Länder überziehen sich in dem Konflikt mit Zöllen und Gegenzöllen auf zahlreiche Produkte. Trump könnte seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping jedoch beim G20-Gipfel in Japan Ende Juni treffen.

Erst am Donnerstag hatte sich China in Washington wegen des Umgangs mit Huawei beschwert. Die chinesische Regierung sprach von "wirtschaftlicher Schikane" seitens der USA. US-Außenminister Mike Pompeo warf Huawei-Chef Ren Zhengfei daraufhin vor, über die Verbindungen des Konzerns zur chinesischen Regierung zu lügen.

apr/AFP/Reuters

insgesamt 22 Beiträge
sku121212 24.05.2019
1. Soso Spionage also...
Zuerst wird Spionage vorgeworfen, dann könnte auf einmal alles in einem Handelsgespräch geklärt werden? Dies zeigt umso mehr, wie lächerlich und unbegründet die Vorwürfe gegenüber Huawei eigentlich sind...
Zuerst wird Spionage vorgeworfen, dann könnte auf einmal alles in einem Handelsgespräch geklärt werden? Dies zeigt umso mehr, wie lächerlich und unbegründet die Vorwürfe gegenüber Huawei eigentlich sind...
sieman 24.05.2019
2. Trump
heute so und morgen so. Die Amerikaner sind kein verlaesslicher Handels / Vertragspartner mehr. Gestern war in CCTV zu sehen wie Xi einige Produktionsstaetten fuer Seltene Erden besucht. Sicherlich ein Wink mit dem Zaunpfahl.
heute so und morgen so. Die Amerikaner sind kein verlaesslicher Handels / Vertragspartner mehr. Gestern war in CCTV zu sehen wie Xi einige Produktionsstaetten fuer Seltene Erden besucht. Sicherlich ein Wink mit dem Zaunpfahl.
ambulans 24.05.2019
3. eigentlich
freue ich mich schon darauf, dass #therealdonald demnächst - also schnellstmöglichst - den "intellektuellen notstand" für sich (und damit - natürlich - für die USA) ausrufen wird. wenn ich mir jetzt auch noch [...]
freue ich mich schon darauf, dass #therealdonald demnächst - also schnellstmöglichst - den "intellektuellen notstand" für sich (und damit - natürlich - für die USA) ausrufen wird. wenn ich mir jetzt auch noch vorstelle, wie diese selbstverständlich weltbewegendste botschaft von einer seiner für solche fälle immer bereitstehenden blondinen (vielleicht sarah huckabee sanders - allein schon dieser name) verkündet werden wird ...
so-long 24.05.2019
4. Respekt
Huawei will bis 2020(?) eine Alternativsoftware für Google's Andoid bringen. Man stelle sich vor, die Europäer/EU würde dies machen! Ein kühner Gedanke.
Huawei will bis 2020(?) eine Alternativsoftware für Google's Andoid bringen. Man stelle sich vor, die Europäer/EU würde dies machen! Ein kühner Gedanke.
mborevi 24.05.2019
5. Wenn Truimp ...
... diesen Unsinn noch lange predigt, werden unsere Politiker schließlich daran glauben. Sie haben mehrheitlich keine eigene Meinung. Fatal für uns Bürger.
... diesen Unsinn noch lange predigt, werden unsere Politiker schließlich daran glauben. Sie haben mehrheitlich keine eigene Meinung. Fatal für uns Bürger.

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