Wirtschaft

Ex-"Bild"-Chef

Kai Diekmann wird Berater von Uber

Ex-Verkehrsminister, Ex-EU-Kommissarin, Ex-Chefredakteur: Der Fahrdienst Uber hält sich einen prominenten Beraterstab für politische Fragen. Nun gibt es einen Neuzugang aus Deutschland.

DPA

Kai Diekmann

Von
Freitag, 14.04.2017   12:08 Uhr

Der Ex-"Bild"-Herausgeber Kai Diekmann wird Berater des amerikanischen Transportdienstes Uber.

Titelbild

Mehr dazu im SPIEGEL

Heft 16/2017
Ewiges Leben
Demnächst für alle! Wie der Mensch den Tod besiegen will

Als Mitglied im "Public policy advisory board" soll er Sparringspartner und Ratgeber in politischen Fragen sein. Das bericht der SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe. Man betrachte das Gremium nicht als Lobbyvertretung, sondern als einen "internen Feedbackkanal", heißt es bei Uber. Einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder in San Francisco, der Einsatz für das mit mehr als 60 Milliarden Dollar bewertete Start-up wurde bisher mit Unternehmensanteilen kompensiert. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Die prominente Runde reicht von Ray LaHood, dem früheren US-Verkehrsminister, über die ehemalige EU-Kommissarin Neelie Kroes bis zu Prinzessin Reema bint Bandar al-Saud, Unternehmerin aus Saudi-Arabien. Uber kann Berater gut gebrauchen: In vielen Ländern debattieren Politik und Öffentlichkeit kontrovers über den aggressiven Ansatz des Taxi-Konkurrenten, bei dem die Vermittlung direkt zwischen Kunden und Fahrer stattfindet.

In Deutschland sind Teile des Uber-Angebots seit 2015 verboten: So wird der umstrittenste Dienst Uber Pop hierzulande nicht angeboten. Dabei werden Touren an private Fahrer mit eigenem Auto vermittelt. Der Dienst UberX hingegen wird in Berlin und in München angeboten: Hier werden die Fahrten von geprüften Mietwagenunternehmen ausgeführt, die Fahrer verfügen über einen Personenbeförderungsschein. Die Preise liegen meist leicht unter denen von Taxis. Auch reguläre Taxis können über die Uber-Smartphone-App gebucht werden - hier steht das Unternehmen in Konkurrenz zu Firmen wie MyTaxi.

Kai Diekmann schied Ende Januar 2017 als Herausgeber der "Bild"-Gruppe beim Axel-Springer-Konzern aus. Zuvor war der Journalist 15 Jahre lang Chefredakteur der "Bild"-Zeitung. Diekmann verbrachte während seiner Zeit bei Springer einige Monate im Silicon Valley. Im vergangenen Jahr interviewte er Uber-Gründer Travis Kalanick und Daimler-Chef Dieter Zetsche auf einer Digitalkonferenz in Berlin.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

Was im neuen SPIEGEL steht und welche Geschichten Sie bei SPIEGEL+ finden, erfahren Sie auch in unserem kostenlosen Politik-Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von den politischen Köpfen der Redaktion.

insgesamt 14 Beiträge
haresu 14.04.2017
1. Passt doch
Ein Heer von sich selbst ausbeutenden Abhängigen aber nicht Beschäftigten und Uber verdient jedesmal mit. Ein Geschäftsmodel von dem man auch in den Medienunternehmen träumt. Input von überall und jedem, von daher für wenig [...]
Ein Heer von sich selbst ausbeutenden Abhängigen aber nicht Beschäftigten und Uber verdient jedesmal mit. Ein Geschäftsmodel von dem man auch in den Medienunternehmen träumt. Input von überall und jedem, von daher für wenig Geld, in Print oder Online- Auftritt gebracht von schlecht bezahlten "freien" Mitarbeitern mit zwei oder drei anderen Jobs und einer Altersversorgung vom Staat. Und das nennt unsere Kanzlerin dann Innovation.
besonders_wachsam 14.04.2017
2. UBER Deutschland allerdings
hat sich da wohl eher jemand zum Schmunzeln als neuen CEO eingeheimst. Und das obwohl es für ein Unternehmen wie UBER gerade hier echter Spzialisten bedarf wenn sie denn etwas bewegen wollen. Aber solange die beste Erfindung des [...]
hat sich da wohl eher jemand zum Schmunzeln als neuen CEO eingeheimst. Und das obwohl es für ein Unternehmen wie UBER gerade hier echter Spzialisten bedarf wenn sie denn etwas bewegen wollen. Aber solange die beste Erfindung des Jungen das Essen auf Rädern ist bleibt man wenigstens von den anderen Blödsinnigkeiten der"new-age-manager " verschont.
titzck 14.04.2017
3. Kai Diekmanns bemerkenswerte Karriere
Kai Diekmann ist einer der wichtigsten Journalisten und plötzlich bei Uber. Besonders spektakulär liest sich dies irgendwie nicht.
Kai Diekmann ist einer der wichtigsten Journalisten und plötzlich bei Uber. Besonders spektakulär liest sich dies irgendwie nicht.
quark2@mailinator.com 14.04.2017
4.
Das sind vermutlich mehr Strippenzieher als nur Berater. Aus meiner Sicht sollte es ab einer gewissen Ebene in der Politik (inkl. der unmöglichen Rentenausstattung) unmöglich sein, wieder für die private Wirtschaft zu arbeiten. [...]
Das sind vermutlich mehr Strippenzieher als nur Berater. Aus meiner Sicht sollte es ab einer gewissen Ebene in der Politik (inkl. der unmöglichen Rentenausstattung) unmöglich sein, wieder für die private Wirtschaft zu arbeiten. Wer Politik macht, soll das ganz tun, von früh bis abends, wie z.B. ein Richter. Und wenn es vorbei ist, ist es vorbei. Das die Großkonzerne sich Politiker kaufen können zeigt, wo wir wirklich sind mit dem großen D.
Auggie Smith 14.04.2017
5. Nicht abwegig,
dass sich jemand wie Diekmann auch vor diesen Karren spannen lässt. Bei der BILD zu arbeiten, ja diese sogar zu leiten, dafür muss man schon eine ganze Packung Moral über Board werfen. UBER, das den Ansatz eines monetären [...]
dass sich jemand wie Diekmann auch vor diesen Karren spannen lässt. Bei der BILD zu arbeiten, ja diese sogar zu leiten, dafür muss man schon eine ganze Packung Moral über Board werfen. UBER, das den Ansatz eines monetären Mitessersystems als Innovation verkaufen will, passt da locker als Steigerung ins moralische Spektrum rein.

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP