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Gewinn von Microsoft schießt in die Höhe - Aktie auf Rekordhoch

Viele Experten hatten den Computer-Dino Microsoft schon abgeschrieben. Doch inzwischen verdient der Konzern wieder prächtig. An der Börse hat er sogar den Erzrivalen Apple überholt.

Elaine Thompson/ AP

Microsoft-Chef Satya Nadella

Freitag, 19.07.2019   07:24 Uhr

Noch vor zehn Jahren galt Microsoft als Technologie-Dinosaurier, der gegen aufstrebende Internetgiganten wie Google, Facebook oder Apple keine Chance hat. Doch inzwischen hat sich das Blatt gewendet: Im abgelaufenen Geschäftsquartal schoss der Gewinn von Microsoft im Vergleich zum Vorjahr um 49 Prozent auf 13,2 Milliarden Dollar in die Höhe. Das lag zwar auch maßgeblich an einer Steuergutschrift von 2,6 Milliarden Dollar - doch auch ohne diesen Effekt legte der Nettogewinn um 20 Prozent zu.

Investoren reagierten erfreut auf die guten Geschäftszahlen: Nachbörslich stieg die Microsoft-Aktie zeitweise auf einen Kurs von 140,20 Dollar und erreichte damit ein Rekordhoch.

An der Wall Street ist Microsoft derzeit ohnehin das Maß aller Dinge. Der Konzern hat Apple und Amazon als wertvollste Aktiengesellschaft überholt und ist aktuell das einzige Unternehmen mit einem Börsenwert von mehr als einer Billion Dollar. Im bisherigen Jahresverlauf stieg der Kurs der Microsoft-Aktie um fast 35 Prozent.

Die Cloud-Dienste sind ein großer Teil des Erfolgsrezepts, mit dem Konzernchef Satya Nadella Microsoft seit seinem Amtsantritt 2014 zu einem kaum für möglich gehaltenen Comeback verholfen hat. Beim Flaggschiff-Produkt - der Azure-Plattform für Unternehmen - kletterte der Umsatz um 64 Prozent.

Aber auch in vielen anderen Sparten brummt das Geschäft. Das 2016 übernommene Online-Karriereportal Linkedin erhöhte den Umsatz um ein Viertel. Microsofts Web-Version des Büroprogramms "Office 365" legte um starke 31 Prozent zu.

hej/dpa

insgesamt 27 Beiträge
lalito 19.07.2019
1. Läuft
Könnte man alternativlos nennen, den Laden. Die Kundschaft will Komfort, bekommt sie. Blue Screen so gut wie abgeschafft, nix friert mehr ein und die Daten sind wohl aufgrund des Cloud-Erfolges die wertvollsten am Markt. [...]
Könnte man alternativlos nennen, den Laden. Die Kundschaft will Komfort, bekommt sie. Blue Screen so gut wie abgeschafft, nix friert mehr ein und die Daten sind wohl aufgrund des Cloud-Erfolges die wertvollsten am Markt. Man weiß von seinen Kunden genau, was diese wollen und eben auch, was sie nicht wollen. Alles eben.
varlex 19.07.2019
2.
Microsoft verdient sein Geld nicht mit Datenauswertung (außer über Win10 im Privatbereich selber), sondern mittlerweile mit Datensicherheit und Office. Die Azurecloud verschlüsselt Daten beim Transport und auf den [...]
Zitat von lalitoKönnte man alternativlos nennen, den Laden. Die Kundschaft will Komfort, bekommt sie. Blue Screen so gut wie abgeschafft, nix friert mehr ein und die Daten sind wohl aufgrund des Cloud-Erfolges die wertvollsten am Markt. Man weiß von seinen Kunden genau, was diese wollen und eben auch, was sie nicht wollen. Alles eben.
Microsoft verdient sein Geld nicht mit Datenauswertung (außer über Win10 im Privatbereich selber), sondern mittlerweile mit Datensicherheit und Office. Die Azurecloud verschlüsselt Daten beim Transport und auf den Servern. MS hat keinen Zugriff auf den Schlüssel. (Es ist davon auszugehen, dass dies so ist, sonst wäre es der Untergang für MS in Europa) Gerade im kommerziellen Sektor ist das MS-Office-Paket die beste Officesuite und mittlerweile top entwickelt und verzahnt. Die Cloudanbindung (seit 2019 in unserer Firma integriert) sind sehr gut gelöst. Und für den Schutz der Daten vor Zugriffe von außen kann MS sicher besser schützen, als jede IT-Abteilung einer ansonsten fachfremden Firma.
tiropites 19.07.2019
3. Dafür friert jetzt aber Azure ein
Die Rechnung für Unternehmen, die in die Cloud gehen, geht nicht auf. Günstiger ist es auf keinen Fall! Mit Open Source hat MS auch ein Problem. Da bietet AWS schon besseres an
Die Rechnung für Unternehmen, die in die Cloud gehen, geht nicht auf. Günstiger ist es auf keinen Fall! Mit Open Source hat MS auch ein Problem. Da bietet AWS schon besseres an
xineohp 19.07.2019
4. Es wird allerhöchste Zeit, ...
... dass man die international agierenden Grosskonzerne endlich in kleinere Firmen aufteilt. Diese Monopolisierung ist brandgefährlich für einen funktionierenden Kapitalismus. Kapitalismus benötigt viele Konkurrenzszenarien, [...]
... dass man die international agierenden Grosskonzerne endlich in kleinere Firmen aufteilt. Diese Monopolisierung ist brandgefährlich für einen funktionierenden Kapitalismus. Kapitalismus benötigt viele Konkurrenzszenarien, sonst funktioniert er nicht mehr richtig. Dafür gibt es ja schließlich die Kartellbehörden. Also erstens: Großkonzerne unter die Kontrolle des demokratisch gewählten Souveräns stellen und dann wieder in konkurrenzfähige Untereinheiten aufteilen. Nur so ist der Kapitalismus zum Wohle aller zu retten und der Wettbewerb, der ja große Kräfte entfalten soll, wieder gesichert. Alles andere führt zu Feudalkapital und Abschaffung der Demokratie. Und by-the-way, so etwas fundamental wichtiges wie ein Betriebssystem für Computer und Smartphones gehört unter die Kontrolle des Uno-Sicherheitsrates und nicht in die Willkür privater Geschäftshaie ;-)
susuki 19.07.2019
5.
Die Misserfolge mit der mobilen Variante von Win10 und anderem konnten dem Konzernerfolg offenbar nichts anhaben. Dennoch ist Hosentasche das Auto und Wohnzimmer des Konsumenten zu wichtig um es Google + co zu überlassen. [...]
Die Misserfolge mit der mobilen Variante von Win10 und anderem konnten dem Konzernerfolg offenbar nichts anhaben. Dennoch ist Hosentasche das Auto und Wohnzimmer des Konsumenten zu wichtig um es Google + co zu überlassen. Auf die Dauer ist das MS-Gear in Büros und privaten Arbeitsbereich unzureichend. Eine G5 Bemühung von MS wurde ich schon erwarten.

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