Wirtschaft

Middelhoffs Frau sagt im Prozess aus

"Er hat immer gearbeitet, immer, immer"

Im Untreue-Prozess gegen ihren Mann ist Cornelie Middelhoff als Zeugin aufgetreten. Sie zeichnete das Bild eines ständig arbeitenden Mannes, der für den Job auch Urlaubsreisen absagte.

DPA

Angeklagter Middelhoff: "Unheimlich viel gearbeitet"

Mittwoch, 01.10.2014   18:35 Uhr

Essen - Die Ehefrau des früheren Top-Managers Thomas Middelhoff hat im Essener Untreue-Prozess über die hohe Arbeitsbelastung ihres Mannes berichtet. Der heute 61-jährige habe in seiner Zeit als Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor "eigentlich immer gearbeitet, immer, immer", sagte Cornelie Middelhoff am Mittwoch als Zeugin im Essener Untreue-Prozess. Das gelte auch für Wochenenden und gemeinsame Ferienreisen. Die Familie habe zurückstehen müssen.

"Er hat immer gesagt, dass so viele Arbeitsplätze davon abhängen. Das habe ich eingesehen", sagte die Manager-Gattin. Auch fest geplante Urlaubsreisen mit der Familie habe ihr Mann wegen aktueller Krisen im Unternehmen mehrfach unterbrechen oder ganz absagen müssen. Gleichzeitig betonte sie, zwei Vorstandswochenenden im Haus der Middelhoffs in St. Tropez, die die Staatsanwaltschaft als Privatveranstaltungen wertet, seien in ihren Augen Geschäftstermine gewesen. Hauptthema der Gespräche sei die Firma gewesen.

In dem Untreue-Prozess wirft die Anklage Middelhoff vor, den inzwischen insolventen Handelskonzern insgesamt mit betriebsfremden Kosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro belastet zu haben. Hauptsächlich geht es um Flüge mit Charterflugzeugen, die von Arcandor bezahlt wurden, nach Auffassung der Anklagebehörde aber ganz oder teilweise privat veranlasst waren. Middelhoff weist die Vorwürfe entschieden zurück.

mik/dpa-AFX

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