Wirtschaft

Nach Huawei

USA könnten auch chinesische Überwachungsfirmen sanktionieren

Der Telekomausrüster Huawei ist von wichtiger US-Technik abgeschnitten. Jetzt droht weiteren Technologiefirmen aus China ein ähnliches Schicksal. Der US-Regierung geht es dabei vorgeblich um Menschenrechte.

Carlos Barria/ REUTERS

US-Präsident Donald Trump hat chinesische Tech-Firmen im Blick

Mittwoch, 22.05.2019   10:44 Uhr

Die US-Regierung erwägt offenbar, weitere chinesische Firmen mit Sanktionen zu belegen. Bis zu fünf Unternehmen sollen betroffen sein, darunter Hikvision und Zhejiang Dahua Technology. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Diesen Unternehmen, die auf Videoüberwachung spezialisiert sind, könnte dann ähnliche wie dem Telekomausrüster Huawei der Zugang zu wichtiger US-Technik oder Software vorenthalten werden. Auch die "New York Times" berichtet unter Berufung auf Kreise, dass die US-Regierung Maßnahmen gegen Hikvision erwägt.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump sei über die Rolle besorgt, die die möglicherweise bald betroffenen Unternehmen bei der Unterdrückung der uigurischen Minderheiten im Westen Chinas spielten, hieß es weiter.

Vorwurf der Spionage

Erst jüngst beschuldigte das US-Verteidigungsministerium China, mehr als eine Million Muslime in Lagern festzuhalten. Zudem gebe es Bedenken, dass die Kameras von Hikvision oder Dahua, die über Gesichtserkennungsfunktionen verfügen, für Spionagezwecke eingesetzt werden könnten.

In der vergangenen Woche hatte die US-Regierung Huawei und zahlreiche Tochtergesellschaften auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. US-Präsident Trump hatte im eskalierenden Handelskonflikt mit China den Weg dafür freigemacht, indem er einen nationalen Notstand in der Telekommunikation ausrief.

Huawei wird von den US-Behörden verdächtigt, seine unternehmerische Tätigkeit zur Spionage für China zu nutzen. Beweise dafür wurden bisher nicht öffentlich vorgelegt. Die USA drängen auch andere westliche Länder wie Deutschland, Huawei von den Netzen für den neuen schnellen Mobilfunkstandard 5G fernzuhalten. Huawei wies die US-Vorwürfe stets zurück.

brt/dpa-AFX

insgesamt 4 Beiträge
frenchie3 22.05.2019
1. Donnie interessiert sich für Menschenrechte
Ein Tag kann nur gut werden wenn er mit einem echten Lacher anfängt. Also, gut gelaunt ans Tageswerk
Ein Tag kann nur gut werden wenn er mit einem echten Lacher anfängt. Also, gut gelaunt ans Tageswerk
Onkel Drops 22.05.2019
2. kennt man ja...
metrische Gesichtserkennung, what an innvention! chinesische Kamera, what a spy hardware! Beweise braucht man nicht,man könnte es missbrauchen. nachdenken auch ganz unwichtig, Apple ist ja 100% made in 'merica! MAGA Mützen [...]
metrische Gesichtserkennung, what an innvention! chinesische Kamera, what a spy hardware! Beweise braucht man nicht,man könnte es missbrauchen. nachdenken auch ganz unwichtig, Apple ist ja 100% made in 'merica! MAGA Mützen enthalten dumm machende Chemikalien, Beweise? siehe Potus! meanwhile ist ganz Mexiko noch nicht nordwärts gestürmt, Kim bastelt weiter und keiner will mehr mit Donny spielen...
g.eliot 22.05.2019
3. Meister der Medienmanipulation
Trump ist der erste wahre amerikanische TV-Medien-Präsident. Es sind Momentaufnahmen mit bewegenden Bildern, die ihm wichtig sind, um Inhalte geht es nicht. In der kurzweiligen Medienwelt müssen fieberhaft immer mehr neue [...]
Zitat von Onkel Dropsmetrische Gesichtserkennung, what an innvention! chinesische Kamera, what a spy hardware! Beweise braucht man nicht,man könnte es missbrauchen. nachdenken auch ganz unwichtig, Apple ist ja 100% made in 'merica! MAGA Mützen enthalten dumm machende Chemikalien, Beweise? siehe Potus! meanwhile ist ganz Mexiko noch nicht nordwärts gestürmt, Kim bastelt weiter und keiner will mehr mit Donny spielen...
Trump ist der erste wahre amerikanische TV-Medien-Präsident. Es sind Momentaufnahmen mit bewegenden Bildern, die ihm wichtig sind, um Inhalte geht es nicht. In der kurzweiligen Medienwelt müssen fieberhaft immer mehr neue Bilder produziert werden, umd Aufmerksamkeit der Medienkonsumenten durch Momentaufnahmen zu fesseln. So auch an der mexikanischen Grenze: Zuerst der Angst einflößende Medien-Hype um die "Caravans" mit den angeblichen Schwerverbrechern, die eine Invasion in die USA vorhätten, dann die Mauer, der Shutdown und zum guten Schluss die Ausrufung des National State of Emergency. Danach hat Trump das Interesse verloren. Jetzt, wo an der Grenze tatsächlich der Notstand herrscht, wo Mütter mit ihren Kindern in Kälteschutzfolie umwickelt auf dem blanken Erdboden im Dreck schlafen, gibt es keine Bilder, nur in den bösen Fake News. Ähnlich flatterhaft und erratisch verhält sich Trump in jedem Bereich. Kurze, völlig übertriebene und voreilige Erfolgsmeldungen, und wenn der Erfolg aus bleibt, wird das Thema verschwinden. So kann er hoffentlich nicht allzu viel Schaden anrichten...
isi-dor 22.05.2019
4.
Der US-Präsident kann laut Verfassung nur dann ohne Parlament regieren, wenn die nationale Sicherheit der USA bedroht ist. Inwiefern jetzt die Uiguren die nationale Sicherheit der USA bedrohen ist mir unklar. Im Übrigen finde [...]
Der US-Präsident kann laut Verfassung nur dann ohne Parlament regieren, wenn die nationale Sicherheit der USA bedroht ist. Inwiefern jetzt die Uiguren die nationale Sicherheit der USA bedrohen ist mir unklar. Im Übrigen finde ich es höchst bemerkenswert, dass der US-Präsident im Fall von Kameras mit Gesichtserkennungssoftware die nationale Sicherheit in Gefahr sieht. US-Spione setzen solche Kameras längst überall ein auf der Welt, z. B. in jeder US-Botschaft und auch davor. Das lässt tief blicken. Die Bundesregierung sollte hierin folglich ebenfalls eine Gefahr für die nationale Sicherheit sehen und solche Kameras ebenfalls verbieten. Da bin ich jetzt gespannt.

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