Wirtschaft

Nord Stream 2

Trotz Trumps Drohung - Bau von Ostsee-Pipeline schreitet zügig voran

Donald Trump verfügt angeblich über "viele, viele Instrumente", um die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 zu verhindern. Deren Bau macht allerdings Fortschritte. Fließt schon 2019 das erste Gas aus Russland?

DPA

Pipeline-Verlegeschiff "Audacia" im Einsatz in der Ostsee

Freitag, 16.11.2018   11:09 Uhr

Ungeachtet der internationalen politischen Querelen geht der Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 zügig voran. Inzwischen sind laut Angaben der Betreiberfirma allein im deutschen Teil der Ostsee rund 100 Kilometer der insgesamt 1230 Kilometer langen Pipeline verlegt worden.

Die Verlegearbeit erfolgt an mehreren Stellen gleichzeitig, insgesamt beteiligen sich den Angaben zufolge aktuell rund 30 Schiffe an den Bauarbeiten in der Ostsee. Von Ende 2019 an soll russisches Gas bis nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern gepumpt werden. Durch Nord Stream 1 fließt bereits seit 2011 Gas nach Deutschland.

Das 9,5-Milliarden-Euro-Projekt, das vom russischen Energiekonzern Gazprom geleitet wird, wird in Teilen Europas und den USA kritisiert. So fürchtet die Ukraine um ihre einträgliche Rolle als Transitland für den Gastransport nach Westeuropa. Polen und die baltischen Staaten warnen vor einer wachsenden Abhängigkeit vom russischen Gas.

US-Präsident Donald Trump hat das Projekt mehrfach scharf angegriffen, durch Gaskäufe sei Deutschland "ein Gefangener Russlands". Zuletzt ließ Washington wissen, der Präsident verfüge über "viele, viele Instrumente", um den Bau zu stoppen.

Die Ablehnung von Nord Stream 2 ist in den USA allerdings die politischen Lager übergreifend Konsens. So haben auch die Demokraten 2017 ein Sanktionsgesetz unterstützt, das Nord Stream 2 ausdrücklich einschließt.

Als Begründung heißt es von US-Seite, man wolle die europäischen Verbündeten vor einer zu großen Abhängigkeit von Russland bewahren. Andererseits führt beispielsweise der Gesetzestext von 2017 auch an, Ziel sei, mehr in Amerika gefördertes Erdgas in Europa abzusetzen.

Mehr zum Hintergrund: Wie die USA gegen Nord Stream 2 kämpfen

beb/dpa

insgesamt 76 Beiträge
hansw 16.11.2018
1. Waffen gegen Nord Stream 2
Vielleicht sollte man Herrn Trump einen Schleifstein per UPS schenken. Damit kann er dann seine Waffen gegen Europa schärfen, falls er nicht schon vorher zurück getreten "worden sein" dürfte.
Vielleicht sollte man Herrn Trump einen Schleifstein per UPS schenken. Damit kann er dann seine Waffen gegen Europa schärfen, falls er nicht schon vorher zurück getreten "worden sein" dürfte.
hmmmm4711 16.11.2018
2. Die USA
Haben bereits gedroht die beteiligt Firmen vom SWIFT bezahlsystem auszuschließen/zu bannen. Da ist dann defacto der Tot jeden Unternehmens! Wir werden doch noch einknicken (siehe Iran)! Und an alle die den "verückten" Trump [...]
Haben bereits gedroht die beteiligt Firmen vom SWIFT bezahlsystem auszuschließen/zu bannen. Da ist dann defacto der Tot jeden Unternehmens! Wir werden doch noch einknicken (siehe Iran)! Und an alle die den "verückten" Trump dafür verantwortlich machen, denen sei gesagt das auch eine Frau Clinton genau so agieren würde!
haarer.15 16.11.2018
3. Unverhohlene Einmischung
Ziemlich dreist. Aber dafür eine größere Abhängigkeit von Amerika - bei dieser Trumpschen Wahnsinnspolitik in Kauf nehmen ? Ein schlechter Tausch und auch eine Zumutung. Zumal der Bezug von amerikanischem Fracking-Gas, welches [...]
Ziemlich dreist. Aber dafür eine größere Abhängigkeit von Amerika - bei dieser Trumpschen Wahnsinnspolitik in Kauf nehmen ? Ein schlechter Tausch und auch eine Zumutung. Zumal der Bezug von amerikanischem Fracking-Gas, welches minderwertiger ist, umweltschädlich produziert wird und teuerer ist, ganz sicher nicht in unserem Interesse sein kann. Hoffe, Europa ist endlich erwachsen genug, um klare Kante zu zeigen.
charly05061945 16.11.2018
4. Wo ist das Problem?
Wo ist eigentlich das Problem? Es steht den Amerikanern doch frei in Deutschland in LNG-Terminal zu bauen (Emden, Wilhelmshaven oder Cuxhaven würden sich sicherlich freuen) und mit dem russischem Nordstream_Gas in Konkurrenz zu [...]
Wo ist eigentlich das Problem? Es steht den Amerikanern doch frei in Deutschland in LNG-Terminal zu bauen (Emden, Wilhelmshaven oder Cuxhaven würden sich sicherlich freuen) und mit dem russischem Nordstream_Gas in Konkurrenz zu treten.
trex#1 16.11.2018
5.
Die USA haben die Möglichkeit, ihr Erdgas in die EU zu liefern, beispielsweise über die NL oder Polen. Aus Sicherheitsgründen brauchen wir mehrere Wege. Daher ist Nordstream 2 unerlässlich. Gerne können die USA die Preise [...]
Die USA haben die Möglichkeit, ihr Erdgas in die EU zu liefern, beispielsweise über die NL oder Polen. Aus Sicherheitsgründen brauchen wir mehrere Wege. Daher ist Nordstream 2 unerlässlich. Gerne können die USA die Preise für russisches Gas unterbieten. Aber Drohungen mit einem Wirtschaftskrieg sind eine Unverschämtheit. Die EU ist nicht Haiti
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