Wirtschaft

Ola Källenius

Daimler-Chef bezieht Stellung gegen rechte Hetze

"Fremdenfeindlichkeit hat bei uns keinen Platz" - Daimler-Chef Källenius hat Rassismus in den eigenen Reihen scharf kritisiert. Zuvor hatte der Konzern Mitarbeitern gekündigt, die Hakenkreuz-Bilder verbreitet haben.

DPA

Daimler-Chef Ola Källenius: "Daimler ist ein Motor für Integration"

Mittwoch, 31.07.2019   20:48 Uhr

Daimler-Vorstandschef Ola Källenius hat rechte Umtriebe im Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim scharf kritisiert. "Daimler ist nicht nur ein Innovations- und Jobmotor, sondern auch ein Motor für Integration", schrieb Källenius in einer auf deutsch und englisch veröffentlichten Erklärung des Unternehmens.

Damit reagierte der Manager erstmals öffentlich auf ein Video der Gruppierung "Zentrum Automobil", die sich selbst als "unabhängige Gewerkschaft" bezeichnet. Darin wird die Entlassung von zwei Daimler-Beschäftigten als "völlig absurd" bezeichnet. Ihnen wurde bereits 2018 gekündigt, weil sie einem türkischstämmigen Kollegen und Funktionär der IG Metall über Monate hinweg über den Messengerdienst WhatsApp Hitler- und Hakenkreuz-Bilder sowie verächtliche Bilder über Muslime zugesandt hatten. Darüber hatten zuvor "Report Mainz" und der "Stern" berichtet.

"In der Regel äußern wir uns nicht zu Kündigungen und laufenden Kündigungsschutzverfahren", heißt es in der Daimler-Mitteilung. Der Film habe aber Irritationen verursacht. "Im Film kommt es aus Unternehmenssicht zu einer äußerst bedenklichen Verzerrung der Wahrnehmung zwischen Opfern und Tätern." Källenius erklärte weiter, der Autohersteller sei so divers wie seine Kunden. "Deshalb haben Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz bei uns keinen Platz." In Deutschland arbeiten Menschen aus mehr als 150 Ländern bei Daimler.

"Rechtsextremismus hat bei Daimler nichts zu suchen"

Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht sagte, Rechtsextremismus habe bei Daimler nichts zu suchen. Es gebe auch keinen rechtsfreien Raum, wozu sich das Unternehmen durch die ausgesprochenen Kündigungen auch klar bekannt habe. "Die WhatsApp-Nachrichten verstoßen gegen unser Grundgesetz, was das Arbeitsgericht bestätigt hat." Daimler teilte weiter mit, das Unternehmen habe die Kündigungsverfahren in erster Instanz gewonnen. "Das Gericht hat in den Urteilsbegründungen das rassistische und fremdenfeindliche Verhalten bestätigt."

In Deutschland gehören nach Brechts Angaben bei Daimler elf von insgesamt 755 Betriebsräten der Betriebsratsgruppe "Zentrum Automobil" an. "Auch wenn es für meinen Geschmack elf Personen zu viel sind, sitzt in den Betriebsratsgremien eine überwältigende Mehrheit, die sich gegen rechts stellt."

hej/dpa-AFX

insgesamt 22 Beiträge
winterwoods 31.07.2019
1. Richtig so
Richtig so. Punkt.
Richtig so. Punkt.
chaos_rnr 31.07.2019
2. Gut so Daimler
Gemeinsam stark gegen rechte Hetze! Vielen Dank für Ihr Statement!
Gemeinsam stark gegen rechte Hetze! Vielen Dank für Ihr Statement!
mucschwabe 31.07.2019
3.
Klare Position bezogen! Vielen Dank! Es ist sehr wichtig, dass Führungskräfte und Eliten sich so klar positionieren und als Vorbilder vorangehen.
Klare Position bezogen! Vielen Dank! Es ist sehr wichtig, dass Führungskräfte und Eliten sich so klar positionieren und als Vorbilder vorangehen.
buffbuff 31.07.2019
4. sau gut
richtiges zeichen
richtiges zeichen
Alexander66 31.07.2019
5. Genau so!
Danke für eine klare Haltung!
Danke für eine klare Haltung!
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