Wirtschaft

Umstrittenes Erdgas-Projekt

Fünf Konzerne helfen Gazprom beim Bau der Ostsee-Pipeline

Erfolg für die umstrittene Gas-Pipeline Nord Stream 2: Fünf europäische Energieriesen helfen Gazprom, die Leitung zu finanzieren. Jedes Unternehmen muss 950 Millionen Euro investieren.

DPA

Rohre für die Ostsee-Erdgastrasse Nord Stream 2

Montag, 24.04.2017   18:13 Uhr

Fünf Konzerne aus vier europäischen Ländern haben einen Vertrag zur Finanzierung der umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 unterschrieben. Die deutschen Konzerne Uniper und Wintershall sind dabei, außerdem Engie aus Frankreich, OMV Chart zeigen aus Österreich sowie Royal Dutch Shell Chart zeigen aus Großbritannien. Sie einigten sich darauf, 50 Prozent der Projektkosten von 9,5 Milliarden Euro zu übernehmen, wie der russische Energieversorger Gazprom mitteilte.

"Wir haben heute einen wichtigen Schritt zur Realisierung des Projektes gemacht", hieß es in einer Mitteilung. Die einzelnen Unternehmen sollen jeweils für bis zu 950 Millionen Euro aufkommen.

Ursprünglich wollten Gazprom und seine westlichen Partner ein Gemeinschaftsunternehmen zum Bau der 1200 Kilometer langen Erdgas-Pipeline gründen. Doch das Projekt stieß auf Widerstand. Viele nord- und mitteleuropäische EU-Staaten kritisieren, dass Europa zu abhängig von russischem Gas werde. Einige osteuropäische Länder befürchten, die sogenannten Durchleitungsgebühren zu verlieren.

Nun haben sich die Konzerne anstelle eines Gemeinschaftsunternehmens auf eine gemeinsame Finanzierung verständigt. Gazprom bleibt indes alleiniger Aktionär der Projektgesellschaft Nord Stream 2 AG, die Russen schultern auch die Hälfte der Kosten des Projekts von 9,5 Milliarden Euro.

Die Bauarbeiten der Pipeline sollen im Jahr 2018 beginnen und bis Ende 2019 abgeschlossen sein.

man/dpa/Reuters

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