Wirtschaft

Stefan Quandt und Susanne Klatten

BMW-Erben sind die reichsten Deutschen

Stefan Quandt und Susanne Klatten gehören fast die Hälfte aller BMW-Aktien, im Frühjahr bekamen sie eine Dividende in Milliardenhöhe überwiesen. Damit belegen sie Platz eins der Reichenliste des manager magazin.

DPA
Donnerstag, 04.10.2018   13:47 Uhr

Mit einem Vermögen von 34 Milliarden Euro sind die Großaktionäre des Autoherstellers BMW, Stefan Quandt und Susanne Klatten, die reichsten Deutschen. Das ergibt die neueste Schätzung des Vermögens der 1001 reichsten Deutschen des manager magazin (mm).

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Quandt und Klatten besitzen 47 Prozent der Aktien von BMW. Das brachte ihnen für 2017 erneut eine äußerst stattliche Dividende ein: Im Frühjahr überwies der bayerische Autobauer seinen beiden Großaktionären insgesamt 1,2 Milliarden Euro Dividende. Zu verdanken haben die Geschwister ihre BMW-Beteiligung ihrem Vater Herbert Quandt. Der Industrielle war 1960 beim schlingernden Münchener Autobauer eingestiegen - ein äußerst riskantes Manöver, das sich für seine Nachfahren aber mehr als gelohnt hat.

Das Vermögen der zweitplatzierten Reimanns, die vergangenes Jahr erstmals Platz eins belegt hatten, stagnierte nach mm-Schätzung zuletzt bei 33 Milliarden Euro. Die Familie hat innerhalb weniger Jahre einen der größten Kaffeekonzerne der Welt geschaffen und ihn Anfang des Jahres mit der Übernahme des US-Limonadenkonzerns Dr Pepper Snapple ergänzt und an die New Yorker Börse gebracht. Der Einstieg ihrer JAB Holding ins Luxusgeschäft ging allerdings schief, und die Aktienkurse der Beteiligungen stiegen zuletzt kaum. Für die Rangliste wurden Aktienvermögen mit den Schlusskursen vom 14. September berechnet.

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Mit einem Vermögen von 25 Milliarden Euro rangiert Dieter Schwarz auf Platz drei. Sein Discounter Lidl entwickelt sich deutlich dynamischer als die Geschäfte seiner Erzrivalen Aldi Nord und Aldi Süd, beide in Besitz der Nachfahren der Gründerbrüder Theo und Karl Albrecht. Der von Schwarz kontrollierte Handelskonzern, zu dem auch die Großmarktkette Kaufland gehört, dürfte in diesem Jahr einen Umsatz von 100 Milliarden Euro erreichen.

Von Rang drei auf sechs zurückgefallen sind Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler, Eigentümer des gleichnamigen Wälzlagerherstellers mit Sitz in Herzogenaurach und Großaktionäre beim Hannoveraner Autozulieferer Continental. Beide Unternehmen leiden unter einer schlechten Geschäftsentwicklung und gesunkenen Aktienkursen, sodass das Vermögen von Mutter und Sohn Schaeffler von 22 auf 17 Milliarden Euro zurückgegangen ist.

Insgesamt neigt sich die Zeit, in der die großen Vermögen scheinbar mühelos wuchsen, dem Ende zu. An vielen Weltbörsen steigen die Kurse nicht mehr so kräftig wie zuvor, Immobilienpreise und Unternehmensbewertungen nähern sich ihren Höhepunkten. Hinzu kommen konjunkturelle Sorgen aufgrund der Krise in vielen Schwellenländern und des zunehmenden Protektionismus. Die Unternehmensgewinne sind zwar noch hoch, gerade im Mittelstand. Aber die erheblich erhöhten Eigenkapitalpolster deuten darauf hin, dass sich viele Unternehmer für eine größere Wirtschaftskrise wappnen.

Nach Schätzungen des manager magazin gibt es 2018 in Deutschland 200 Milliardäre -das sind 13 mehr als 2017. Diese Zahl umfasst Individuen ebenso wie Großfamilien, die ein entsprechendes Vermögen gemeinsam besitzen. In der ersten Liste der reichsten Deutschen im Jahr 2001 waren es 69 Milliardäre, 2010 - nach einem leichten Rückgang durch die Weltfinanzkrise - bereits 102. In den vergangenen acht Jahren hat sich die Zahl der Milliardäre in Deutschland damit fast verdoppelt.

cn

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