Wirtschaft

Fahrdienstvermittler

Uber wächst deutlich langsamer

Im kommenden Jahr will der Fahrdienstvermittler Uber an die Börse gehen. Allerdings schreibt das Unternehmen weiter hohe Verluste. Auch das Wachstum erlahmte zuletzt.

REUTERS

Uber-Fahrzeug in New York (Archiv)

Donnerstag, 15.11.2018   08:57 Uhr

Der US-Fahrdienstvermittler Uber wächst deutlich langsamer. Im dritten Quartal legte der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal wegen kaum steigender Buchungszahlen um nur noch fünf Prozent auf 2,95 Milliarden Dollar zu. Das teilte der US-Konzern in der Nacht zu Donnerstag mit.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war das immerhin noch ein Plus von 38 Prozent. Unter dem Strich fuhr Uber mit 1,07 Milliarden Dollar nach 891 Millionen im Vorquartal erneut einen Milliardenverlust ein. Seit der Gründung 2009 schreibt das Unternehmen Verluste.

Uber investiert stark in neue Geschäftsfelder wie die Auslieferung von Essen, Elektro-Fahrräder und -Scooter sowie Frachtangebote. Nun steht Konzern-Chef Dara Khosrowshahi unter Druck zu zeigen, dass Uber vor dem Börsengang im nächsten Jahr in die schwarzen Zahlen finden kann.

Börsengang möglicherweise schon im ersten Halbjahr

Womöglich könnte Uber Insidern zufolge bereits in der ersten Jahreshälfte an die Börse gehen, um einem möglichen Schritt des US-Rivalen Lyft zuvorzukommen.

Beobachter halten es angesichts der andauernden Verluste für wahrscheinlich, dass der Fahrdienstvermittler in Indien und dem Nahen Osten mit Rivalen fusionieren könnte. So haben Uber wie auch Ola aus Indien mit dem japanischen Finanzinvestor Softbank den gleichen Großaktionär.

Khosrowshahi hat sich bereits von einigen ausländischen Märkten verabschiedet und ein paar kostspielige Projekte wie selbstfahrende Lastkraftwagen eingestellt.

brt/Reuters

insgesamt 4 Beiträge
Darwins Nightmare 15.11.2018
1. Freut mich, das zu hören
In der Schweiz fahren Uber-Fahrer ohne Ausbildung, Ortskenntnis und Versicherungsschutz für Beifahrer. Taxifahrer dagegen müssen zahlreiche Auflagen erfüllen, was ihre Preise fast unbezahlbar macht. Ich weiss, niemand hat [...]
In der Schweiz fahren Uber-Fahrer ohne Ausbildung, Ortskenntnis und Versicherungsschutz für Beifahrer. Taxifahrer dagegen müssen zahlreiche Auflagen erfüllen, was ihre Preise fast unbezahlbar macht. Ich weiss, niemand hat Mitleid mit Taxifahrern, aber Unrecht ist dennoch Unrecht.
senapis 15.11.2018
2. Disruptive Bande!
Die Taxi-Gesetzgebung in D (PBefG, BOKraft, lokale Taxiordnung...) ist reinrassiger Verbraucherschutz. Eine ausgebildete Fachkraft, amtlich geprüft und zugelassen, muss entsprechend bezahlt werden. Was würde ein vergleichbarer [...]
Die Taxi-Gesetzgebung in D (PBefG, BOKraft, lokale Taxiordnung...) ist reinrassiger Verbraucherschutz. Eine ausgebildete Fachkraft, amtlich geprüft und zugelassen, muss entsprechend bezahlt werden. Was würde ein vergleichbarer Arbeitsaufwand wie eine Taxenfahrt (also Werkzeug und Personal) bei ihrem Klempner kosten? Sehen sie, garnicht sooo teuer. Und dass die neuen "Mobilitätsanbieter" ihre derzeit günstigen, wettbewerbsschädlichen Preise auch dann noch beibehalten, wenn das Taxengewerbe vom Markt verdrängt wurde, glaubt auch nur der, der seine Hose mit der Kneifzange anzieht. Dann werden die Fahrgäste sich bei Surge-Pricing aber mit beiden Händen die Augen reiben. Anders als die von Großkonzernen gepamperten neuen "Mobilitätsanbieter" arbeiten Taxenbetriebe eigenwirtschaftlich. Das schaffen die neuen Konzepte nicht im Entferntesten. Und "Digital" arbeiten die größeren Taxivermittlungen schon lange!
mrbrown1 15.11.2018
3. @senapis
für mich ist uber weniger ein preis problem sondern eine viel bessere buchungslösung.. der fahrpreis kann gerne der gleiche als die standart Taxis sein und ich würde immer noch uber vorziehen. der bestell/bezahl prozess ist [...]
für mich ist uber weniger ein preis problem sondern eine viel bessere buchungslösung.. der fahrpreis kann gerne der gleiche als die standart Taxis sein und ich würde immer noch uber vorziehen. der bestell/bezahl prozess ist top, da kann ein normales taxi einfach nicht mithalten. da haben die ganzen taxi firmen die digitalisierung total verschlafen und sind da total selber schuld
ffmfrankfurt 15.11.2018
4. Da wurde das Überleben ja auch leider schwer gemacht.
Super, für Innovation waren die Deutschen ja schon immer sehr offen… Dem Unternehmen wurde das überleben wir auch sehr schwer gemacht. Danke, liebe Taxibranche, mit euren unfreundlichen Fahrern und den überhöhten Preisen. [...]
Super, für Innovation waren die Deutschen ja schon immer sehr offen… Dem Unternehmen wurde das überleben wir auch sehr schwer gemacht. Danke, liebe Taxibranche, mit euren unfreundlichen Fahrern und den überhöhten Preisen. Wo immer es geht, schwöre ich auf Uber. Gerade im Urlaub bekommt man von den einheimischen tolle Tipps und es entspannen sich nette Gespräche. Auch in München fahre ich immer wieder gerne Uber, weil es den deutlich besseren Service hat.

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