Wirtschaft

Fabrikbau bei Izmir

CSU-Mann Weber rügt Türkei-Pläne von Volkswagen

In der Türkei soll eine neue VW-Fabrik entstehen. EU-Fraktionschef Manfred Weber hält das für einen Fehler - und hat die EU-Kommission nach Informationen des SPIEGEL zum Einschreiten aufgefordert.

DPA

Von , Brüssel
Freitag, 04.10.2019   16:30 Uhr

Manfred Weber (CSU), Fraktionschef der Europäischen Volksparteien im Europaparlament, kritisiert die Absicht von Volkswagen, in der Nähe von Izmir ein neues Werk zu bauen. "VW trägt auch eine gesellschaftliche Verantwortung, und gerade angesichts der Einschränkungen der Pressefreiheit muss man sich fragen, ob ein Investment in der Türkei jetzt richtig ist", sagte Weber dem SPIEGEL.

AP

Manfred Weber

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Der CSU-Politiker hat EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager aufgefordert zu prüfen, ob die Türkei mit ihren Beihilfen für das geplante VW-Werk gegen europäisches Recht verstoße. Es könne nicht sein, "dass unsere Mitgliedstaaten an strenge Wettbewerbs- und Beihilferegeln gebunden sind, während die Türkei Beihilfen für eine Produktion gewährt, die in den europäischen Markt exportiert wird", heißt es in einem Schreiben Webers vom Donnerstag.

Volkswagen will in der Türkei künftig den Passat und den Skoda Superb bauen, vor allem für den Export nach Osteuropa. EU-Politiker vermuten, dass staatliche Unterstützung den Ausschlag für die Entscheidung gegeben hat. VW bestreitet dies.

Das benachbarte EU-Land Bulgarien hatte sich ebenfalls um das Werk bemüht, war bei der Zusage von Fördermitteln aber durch europäische Vorschriften beschränkt. Allerdings ist auch die Türkei, die sich mit der EU in einer Zollunion befindet, eigentlich verpflichtet, EU-Wettbewerbsregeln einzuhalten. Volkswagen betont auf Anfrage, dass sich die Türkei im Vergleich mit vielen anderen Standorten eindeutig durchgesetzt habe.

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insgesamt 58 Beiträge
yassineng 04.10.2019
1. Kein VW mehr
Ich als VW Kunde, werde ich nie mehr VW kaufen, wenn die Geschäftsführung bei VW eine Fabrik in der Türkei baut. Das wäre eine Unterstützung für eine Politik, die wir in Deutschland nicht akzeptieren.
Ich als VW Kunde, werde ich nie mehr VW kaufen, wenn die Geschäftsführung bei VW eine Fabrik in der Türkei baut. Das wäre eine Unterstützung für eine Politik, die wir in Deutschland nicht akzeptieren.
christoph.bohr 04.10.2019
2. VW Aktionäre bestimmen die Richtung - Katar, die Porsches und Nieders.
Herr Porsche hat großes vor - vor kurzem kündigte er an, Tesla sei ein möglicher Übernahmekandidat von VW. Der Sinn dieser Spekulation ergibt sich nicht sofort, er zeigt aber die Denkweise der Mehrheitsaktionäre. Genauso [...]
Herr Porsche hat großes vor - vor kurzem kündigte er an, Tesla sei ein möglicher Übernahmekandidat von VW. Der Sinn dieser Spekulation ergibt sich nicht sofort, er zeigt aber die Denkweise der Mehrheitsaktionäre. Genauso wenig wie eine angekündigte feindliche Übernahme schert man sich um die Diktatur. Anscheinend herrscht die Überzeugung, Geld in Massen löst die Probleme auch in der Türkei.
hexagon7467 04.10.2019
3.
unfassbar: ein vernünftiger Vorschlag von der CSU.
unfassbar: ein vernünftiger Vorschlag von der CSU.
telarien 04.10.2019
4. Das ist lustig
Herr Weber hat da was völlig missverstanden, womöglich erklärt das sein Scheitern bei den EU-Posten. Herr Weber, die Automobilindustrie sagt der CSU wo es langgeht, nicht andersrum. Fragen sie mal beim Scheuer-Andi nach.
Herr Weber hat da was völlig missverstanden, womöglich erklärt das sein Scheitern bei den EU-Posten. Herr Weber, die Automobilindustrie sagt der CSU wo es langgeht, nicht andersrum. Fragen sie mal beim Scheuer-Andi nach.
salomohn 04.10.2019
5. Deutschen ist alles egal
Ein türkischer Geschäftsfreund sagte vorgestern im Zusammenhang mit dem Bau eines Atomkraftwerks in der Ferienregion Side in der Türkei: "Die Deutschen kommen trotzdem. Sie wollen Komfort, viel Essen -und das billig, [...]
Ein türkischer Geschäftsfreund sagte vorgestern im Zusammenhang mit dem Bau eines Atomkraftwerks in der Ferienregion Side in der Türkei: "Die Deutschen kommen trotzdem. Sie wollen Komfort, viel Essen -und das billig, billig. Alles andere ist ihnen egal". So verhält es sich wohl auch mit VW. Die haben immer noch Kunden, obwohl die Kunden wissen, dass sie betrogen werden.

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