Wissenschaft

Guinea

Bereits 95 Tote nach Ebola-Ausbruch

Das gefährliche Virus fordert immer mehr Opfer: Inzwischen sind 95 Menschen in Guinea nach einer Ebola-Infektion gestorben. Verdachtsfälle werden auch aus den Nachbarländern Sierra Leone, Liberia und Mali gemeldet.

Corbis

Ebola-Virus: Immer mehr Todesopfer und Verdachtsfälle in Afrika

Dienstag, 08.04.2014   11:26 Uhr

Die Zahl der seit Jahresbeginn am Ebola-Virus gestorbenen Menschen in Guinea ist auf 95 gestiegen. Insgesamt seien 151 Verdachtsfälle gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium des westafrikanischen Landes mit. Vor dem Wochenende hatten die Behörden noch von 86 Todesfällen gesprochen. Bisher war das Virus in der Hauptstadt Conakry und im Süden des Landes aufgetaucht. Ob nun auch andere Gegenden betroffen sind, ist unklar.

Ebola ist eine der tödlichsten Krankheiten weltweit. Das Virus wird durch Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen. Infizierte leiden unter anderem an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie in heftigen Fällen an inneren Blutungen und Organversagen. Die Krankheit ist sehr ansteckend und endet meist tödlich. Bisher gibt es weder eine vorbeugende Impfung noch eine Therapie.

Das Virus war bislang fast ausnahmslos in Zentralafrika aufgetreten. Seit Anfang des Jahres registrierten die Gesundheitsbehörden in Guinea dann mehr und mehr mögliche oder bestätigte Ebola-Fälle. Verdachtsfälle traten auch in Sierra Leone, Liberia und Mali auf.

Fotostrecke

Westafrika: Ebola-Epidemie weitet sich aus

Eine Ausbreitung der Ebola-Epidemie nach Europa ist nach Expertenmeinung nicht zu befürchten. Die Gefahr sei "sehr, sehr gering", sagte Jakob Cramer, Tropenmediziner und Leiter der Ambulanz des Bernhard-Nocht-Instituts in Hamburg. "In Deutschland hat es noch nie einen Fall gegeben." Er gehe auch diesmal davon aus, dass es so bleibt.

hda/AFP/dpa

insgesamt 2 Beiträge
vima 08.04.2014
1. Weil ...
das Ansteckungspotential nichts mit dem Übertragungsweg zu tun hat. Es bezeichnet nur die Menge an Viren, die benötigt wird um die Krankheit ausbrechen zu lassen. Bei Ebola sind das wohl sehr wenige. Da die Übertragung aber [...]
das Ansteckungspotential nichts mit dem Übertragungsweg zu tun hat. Es bezeichnet nur die Menge an Viren, die benötigt wird um die Krankheit ausbrechen zu lassen. Bei Ebola sind das wohl sehr wenige. Da die Übertragung aber ausschließlich durch Flüssigkeiten übertragen wird ist die Ansteckungswahrscheinlichkeit in Europa sehr gering.
konsum ist keine lösung 08.04.2014
2. wieviel zahlt ...
... die Pharmalobby für solche Artikel?? Wieviele menschen sterben doch gleich durch zB Masern? In 2010 waren es ca 139.300 Menschen (hab ich mal ohne Recherche aus Wikipedia übernommen). Wieviele Menschen sterben [...]
Zitat von sysopCorbisDas gefährliche Virus fordert immer mehr Opfer: Inzwischen sind 95 Menschen in Guinea nach einer Ebola-Infektion gestorben. Verdachtsfälle werden auch aus den Nachbarländern Sierra Leone, Liberia und Mali gemeldet. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/guinea-bereits-95-tote-nach-ebola-ausbruch-a-963181.html
... die Pharmalobby für solche Artikel?? Wieviele menschen sterben doch gleich durch zB Masern? In 2010 waren es ca 139.300 Menschen (hab ich mal ohne Recherche aus Wikipedia übernommen). Wieviele Menschen sterben doch gleich durch zB Malaria? In 2010 waren es ca 1.200.000 Menschen ( (hab ich mal ohne Recherche aus Wikipedia übernommen - eine Hochrechnung der University of Washington in Seattle). Und wieviele Menschen sterben jedes Jahr in deutschland durch MRS-Erregen? Auf dem Weg zum Arzt - weil sie vor lauter medien Hype-Panik-und Umsatz-mit-Angst-Mache glauben, ohne die nochnächste Impfung nicht überleben zu können? ... Einer dieser Yellow-Press SPIEGEL-Artikel, die mich darin bestärken, endlich mein Print-Abo zu kündigen. Den Mist liest man in der Bild, sieht ihn auf RTL und hört man an jedem Stammtisch. Demnächst auf diesen Kanal: Neuer Schweinepesterreger fordert in China 2 Tote Neuer Vogelgrippeerreger fordert in Vietnam 3Tote Neuer Grippevirus greift auf Europa über - in Spanien in 31 Wochen schon 1 Toter Und wir werden es im SPIEGEL lesen ...

Mehr im Internet

Verwandte Themen

Fotostrecke

Das Ebolavirus

Ebolafieber
Die Erkrankung beginnt wie eine Erkältung: Fieber, Kopf-, Hals- und Muskelschmerzen sind meistens die ersten Symptome. Hinzu kommen Übelkeit und, nach fünf bis sieben Tagen, schwere Schleimhautblutungen im Magen-Darm- und Genitaltrakt. Die für die Blutgerinnung wichtigen Blutplättchen (Thrombozyten) sind bei vielen Patienten stark verringert, die Patienten drohen innerlich zu verbluten. Später versagen die Nieren ihren Dienst, schließlich das Herz-Kreislauf-System. Eine Heilung gibt es bislang nicht, 50 bis 80 Prozent aller Betroffenen sterben.
Virus
Die Viren stammen vor allem aus Afrika und Südostasien. Sie gehören zu den sogenannten Filo-Viren, von denen bislang drei Stämme bekannt sind (Ebola-, Marburg- und Reston-Virus). Vor allem Ebola- und Marburg-Virus ähneln sich stark und lassen sich anhand der Symptome beim Menschen nur schwer unterscheiden. Allerdings unterscheiden sie sich in ihren Antigenstrukturen.
Ansteckung
Die Übertragung der Ebolaviren von Mensch zu Mensch findet durch infizierte Körpersekrete statt. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis 21 Tage. Ist von einer Infektion noch nichts bekannt, können sich die Viren innerhalb eines Krankenhauses immer dann ausbreiten, wenn Hygienemaßnahmen nicht streng verfolgt werden. Zur Vermeidung von Ansteckungen muss das Krankenhauspersonal engen Kontakt zum Infizierten meiden und ihn isolieren. Vor allem mit Blut und anderen Sekreten kontaminiertes Material muss fachgerecht entsorgt werden.

In Deutschland gibt es in neun Städten Sonderisolierstationen: in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Düsseldorf, Leipzig, Würzburg, Stuttgart und Saarbrücken.
Nachweis
Um eine Infektion mit Ebolaviren zu diagnostizieren, muss ein Labor entweder die Viren selbst, Bestandteile oder spezifische Antikörper gegen die Erreger nachweisen. Es besteht Meldepflicht.
Epidemien
Häufig gehen Epidemien beim Menschen von infizierten Menschenaffen aus, der Hauptwirt des Virus ist jedoch noch nicht bekannt.

2000 erkrankten in Uganda 425 Menschen bei ein Epidemie, mehr als die Hälfte (53%) starb.

2003 breitete sich das Virus in Kongo-Brazzaville aus, 140 Menschen erkrankten, 123 starben.

2007 war wieder Uganda betroffen: Laut Weltgesundheitsbehörde WHO erkrankten 121 Menschen, 35 fielen der Infektion zum Opfer.

2009 war die Demokratische Republik Kongo betroffen: Von 36 Betroffenen starben nach Angaben der WHO zwölf.

Seit Dezember 2013 grassiert das Ebolavirus in Westafrika. Es ist der bisher größte bekannte Ausbruch. Bis Mitte August 2014 starben mehr als 1000 Menschen an den Folgen einer Infektion.

Zu weiteren Ausbrüchen kam es im Sudan, Gabun und an der Elfenbeinküste.

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP