Wissenschaft

DNA-Probe

Wissenschaftler wollen Galileo Galilei exhumieren

Was sah er wirklich durch sein Teleskop? Galileo Galilei litt an einer Augenerkrankung. Wie sehr diese seine Beobachtungen beeinträchtigt hat, wollen Wissenschaftler nun herausfinden - durch DNA-Proben von seiner Leiche.

Dienstag, 20.01.2009   15:26 Uhr

Konnte Galileo Galileo womöglich die Planeten nicht mehr richtig erkennen? Der berühmte Astronom litt an einer genetisch bedingten Augenkrankheit und erblindete schließlich. Italienische Wissenschaftler wollen nun die Leiche des berühmten Astronomen Galileo Galilei exhumieren und eine DNA-Probe von ihm nehmen. Dadurch solle geklärt werden, wie Galileis Augenkrankheit seine Forschungsergebnisse beeinträchtigte, sagte der Leiter des Instituts für die Geschichte der Wissenschaften in Florenz, Paolo Galluzzi.

"Wenn es uns gelingt anhand der DNA herauszufinden, wie diese Krankheit seinen Blick gestört hat, kann das zu wichtigen Erkenntnissen über die Geschichte der Wissenschaft führen", sagte Galluzzi. So könnten einige Fehler Galileis erklärt werden, zum Beispiel warum er den Saturn als einen Planeten mit "seitlichen Ohren" und nicht mit Ringen beschrieben habe.

Für seine Untersuchungen hat das Team aus Historikern, Astronomen und Psychologen bereits einen exakten Nachbau des Teleskops von Galilei angefertigt. Nun wollen sie quasi noch seine Sicht rekonstruieren. Augenärzte gingen davon aus, dass es sich bei den Symptomen, die Galilei in seinen Aufzeichnungen schilderte, um eine genetische Krankheit handelt, sagte Galluzzi. "Dies lässt sich mit Hilfe der DNA beweisen." Galilei, der von 1564 bis 1642 in Italien lebte, liegt in der Basilika Santa Croce in Florenz begraben.

lub/AFP

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