Wissenschaft

Untersuchung der Weltwetter-Organisation

Meeresspiegel steigt auf Rekordwert

Um 3,7 Millimeter ist der Meeresspiegel 2018 angewachsen. Der von Uno-Experten ermittelte Stand ist höher als alles, was Satelliten je zuvor gemessen haben. Und die globale Erwärmung schreitet voran.

Marco Prosch / Getty Images

Besonders vom Schmelzen der Gletscher betroffen: Insel der Malediven

Donnerstag, 28.03.2019   19:22 Uhr

2018 ist der Meeresspiegel erneut angestiegen. Der globale Mittelwert lag nach Angaben der Weltwetter-Organisation (WMO) um etwa 3,7 Millimeter über dem Wert des Vorjahres. Der durchschnittliche Anstieg seit 1993 betrage nun 3,15 Millimeter pro Jahr, berichtet die WMO.

Den Angaben zufolge hat der Meeresspiegel damit den höchsten Stand seit dem Beginn systematischer Satellitenmessungen erreicht. Insgesamt liegt er ungefähr acht Zentimeter über dem Wert von 1993. Die wichtigste Ursache dafür, dass der Meeresspiegel immer stärker ansteigt, ist das Schmelzen der Gletscher. Wesentlich zum Anstieg der Meeresspiegel trägt außerdem bei, dass sich das Meerwasser ausdehnt, wenn es wärmer wird.

Eine wichtige Rolle spielte zuletzt auch das Klimaphänomen El Niño, das die Erde in den Jahren 2015 und 2016 deutlich aufheizte.

Die WMO weist auch darauf hin, dass die vergangenen vier Jahre die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen waren. Die globale Durchschnittstemperatur an der Oberfläche habe im Jahr 2018 rund ein Grad Celsius über dem Referenzwert für die vorindustrielle Zeit gelegen. "Zum Zögern ist keine Zeit mehr", warnte Uno-Generalsekretär António Guterres.

"Eine der tödlichsten wetterbedingten Katastrophen"

Der WMO-Bericht, zu dem zahlreiche Experten weltweit sowie verschiedene Uno-Institutionen beigetragen haben, befasst sich unter anderem mit extremen Wetterereignissen, zu denen auch der jüngste Zyklon "Idai" zählt. Dieser hatte am vergangenen Wochenende zu Überschwemmungen in weiten Teilen von Mosambik, Simbabwe und Malawi im südöstlichen Afrika geführt.

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"Er könnte sich als eine der tödlichsten wetterbedingten Katastrophen auf der Südhalbkugel erweisen", sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas.

Der WMO-Bericht befasst sich außerdem mit folgenden Auswirkungen des Klimawandels:

jme/dpa

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