Wissenschaft

Reptilien- und Amphibienfotograf

"Aber hey, ich habe es überlebt"

Gepanzerte Schildkröten, giftige Schlangen und winzige Frösche: Der Fotograf Matthijs Kuijpers besitzt eine riesige Fotosammlung von Reptilien und Amphibien. Bei seinen Fotoshootings wurde er schon öfter gebissen.

Matthijs Kuijpers
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Mittwoch, 12.06.2019   16:51 Uhr

Schon mit zehn Jahren besaß der Rotterdamer Matthijs Kuijpers seine erste Schlange. Es folgten viele weitere, bis sein Zimmer so voll war, dass er einen eigenen Raum dafür brauchte. Um ihre Formen und ihre Schönheit festzuhalten fing er erst an, sie zu zeichnen und schließlich, sie zu fotografieren.

Heute ist Kuijpers 45 Jahre alt und arbeitet professionell als Fotograf. Sein bevorzugtes Motiv: Amphibien und Reptilien. Mittlerweile hat er rund 2000 unterschiedliche Arten abgelichtet: von Kröten und Salamandern bis hin zu Echsen, Krokodilen und natürlich Schlangen.

Für seine Bilder reiste der Fotograf bereits um die ganze Welt: von Papua-Neuguinea, über Indonesien, Namibia, Uganda, Mexiko bis nach Deutschland. Abhängig von der Art kann es sehr schwer sein, die Tiere zu finden. Kuijpers durchstreifte Dschungel, erklomm Berge und ging durch unsichere Gebiete.

Der Fotograf will mit seinen Bildern die einzigartige Form, die Farbe, Haut und Augen der Tiere zeigen: Er hat einen Albino-Mississippi-Alligator, einen gelb leuchtenden und hochgiftigen Pfeilgiftfrosch und einen Tokeh-Gecko mit weit aufgerissenem Mund fotografiert. Es ist eine unvergleichliche Sammlung von Tieren, die auf der Erde herumkreuchen und krabbeln.

Fotostrecke

Geckos, Schlangen und Krokodile: In die Augen geblickt

Unterwegs ist Kuijpers immer mit seinem mobilen Studio. Jedes Tier fotografiert er darin vor einem schwarzen Hintergrund, sodass nichts von ihnen ablenkt. Manchmal dauert das ein paar Minuten, mal Stunden oder sogar Tage. Das Wohl der Tiere steht bei dem Fotografen im Vordergrund.

Besonders herausfordernd sei, dass die Tiere nicht still sitzen und einige sehr schnell sind. Manche haben eine sehr empfindliche Haut, andere sind riesig - oder tödlich. Deswegen hat Kuijpers immer einen erfahrenen Assistenten dabei, der ihm dabei hilft, die Tiere unter Kontrolle zu halten.

Der Fotograf wurde bereits mehrmals gebissen, am schlimmsten von einer Puffotter, einer der gefährlichsten Schlangenarten der Welt. Danach schwebte er in Lebensgefahr, musste mehrere Wochen im Krankenhaus verbringen. "Aber hey, ich habe es überlebt und alles funktioniert noch", sagt er heute.

Wegen des Risikos aufzuhören, kommt für ihn nicht infrage. "Ich gebe dem Tier nie die Schuld. Wenn ich gebissen werde, dann immer wegen meiner eigenen Fehler." Dann wusste er beispielsweis nicht genug über das jeweilige Verhalten oder war nicht vorsichtig oder ruhig genug. Seine Familie hat nichts gegen Kuijpers Leidenschaft. Seine Frau und zwei Kinder unterstützen ihn trotz seiner riskanten Arbeit immer, auch wenn sie natürlich Angst um ihn haben.

Auch nach 35 Jahren hat Kuijpers noch nicht genug von den bunten Tieren. Ein Exemplar, das er unbedingt fotografieren möchte, ist eine Tuatara, eine Eidechsenart aus Neuseeland. Sie ist selten und schwer zu finden - doch eines Tages wird es der Fotograf sicherlich schaffen.

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