Wissenschaft

Luke-Skywalker-Gibbon

157 neue Arten im Mekong entdeckt

Ein Gibbon wurde nach Luke Skywalker benannt und eine Fledermaus heißt wie ein Boygroup-Sänger. Das sind nur zwei von vielen neuen Arten, die im vergangenen Jahr in Asien nachgewiesen wurden.

Fan Pengfei/WWF/dpa
Mittwoch, 12.12.2018   16:49 Uhr

In der Mekong-Region wurden im vergangenen Jahr 157 neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt oder neu beschrieben. Das berichtete die Umweltstiftung WWF (World Wide Fund for Nature) und verwies zugleich auf die Gefährdung vieler dieser Arten.

Mit einer Länge von mehr als 4300 Kilometern ist der Mekong nicht nur eine der größten Flusslandschaften der Erde, sondern auch Heimat für viele seltene Tier-und Pflanzenarten. Er fließt durch sechs Länder: China, Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam.

Zu den entdeckten Arten gehören unter anderem eine Bergkröte, die wegen ihrer vermeintlichen Ähnlichkeit mit einer Elfe den wissenschaftlichen Namen Ophryophryne elfina bekam. Gefunden wurde sie "passender Weise in einem moosbewachsenen Nebelwald, den die Forscher 'Elfenhain' nennen", so der WWF.

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Neue Arten im Mekong: NSYNC-Fledermaus und Skywalker-Gibbon

Zu den Funden gehört zudem eine Fledermaus, die den Namen Lance-Bass-Fledermaus erhielt. Ihr Kopffell ähnelt demnach der Frisur des Sängers Lance Bass von der früheren amerikanischen Boygroup NSYNC.

Benannt nach Luke Skywalker

Unter den Neuentdeckungen 2017 sind insgesamt drei Säugetiere, 23 Fische, 14 Amphibien, 26 Reptilien und 91 Pflanzen. Zwischen 1997 und 2017 seien damit in dieser Region 2681 neue Arten entdeckt worden.

Ein Affe, der bislang zu den Östlichen Weißbrauengibbons (Hoolock leuconedys) gezählt wurde, hat sich als eigene Art herausgestellt und wird nun Skywalker Hoolock Gibbon (Hoolock tianxing) genannt. Diesen Namen gaben ihm chinesische Forscher, die offenbar Fans der Weltraumsage "Star Wars" sind.

Es steht allerdings schlecht um die exotischen Tiere. "Der Skywalker Gibbon ist eine der 25 bedrohtesten Affenarten der Welt", sagte Stefan Ziegler, Referent für die Region "Greater Mekong" beim WWF Deutschland.

"Es verschwinden Arten, von denen die Menschheit nicht mal wusste"

Lebensraumzerstörung, riesige Wasserkraftanlagen und Wilderei machen nach WWF-Angaben nicht nur den Affen das Leben schwer, sondern bedrohen den gesamten Naturraum. Das "Goldene Dreieck", wo Thailand, Myanmar und Laos aufeinandertreffen, gelte als Hot-Spot des illegalen Wildtierschmuggels.

"In der Mekong-Region gibt es vermutlich noch unzählige Arten, die die Wissenschaft nicht kennt", sagte Ziegler. "Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Wenn wir den Lebensraum verlieren, verschwinden Tiere und Pflanzen, von deren Existenz die Menschheit nicht einmal wusste."

jme/dpa/AFP

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