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Wie wir beim Duschen mehr Energie sparen könnten

Eine warme Dusche ist eine Wohltat - die allerdings auch viel Wasser und Energie verbraucht. Forscher konnten nun zeigen: Wird der Energieverbrauch in Hotelzimmern in Echtzeit angezeigt, duschten die Gäste sparsamer.

Amphiro

Anzeiger für Energie- und Wasserverbrauch

Mittwoch, 21.11.2018   13:03 Uhr

Energie und Ressourcen einzusparen ist wichtig, damit wir unsere Umwelt schonen - dieser Aussage würden vermutlich die meisten Menschen zustimmen. Doch bei der Umsetzung solcher Vorhaben, scheitern wir alle täglich. Das zeigt derzeit sehr eindrucksvoll ein Blick auf Deutschlands Fahrradwege. Jetzt im Herbst sind sie wieder ziemlich leer - vermutlich ist es den meisten schlicht zu kalt. Dabei ist ihnen sicher bewusst, dass die Nutzung eines Autos der Umwelt nicht guttut.

Wie es zumindest beim Duschen gelingen könnte, sich ressourcenschonender zu verhalten, haben nun Forscher in einer Studie im Fachblatt "Nature Energy" gezeigt. Dafür statteten sie in Hotels Badezimmer mit Echtzeit-Anzeigern des Energieverbrauchs aus - die Menschen konnten nun direkt ablesen, was sie beim Duschen verbrauchten. Das Ergebnis: Obwohl die Hotelgäste keinerlei finanziellen Nutzen hatten, wurde die verbrauchte Energiemenge um mehr als elf Prozent gesenkt.

Das Besondere an der Studie ist, dass die Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich und der Universität Bamberg das Einsparpotenzial nicht an freiwilligen Versuchsteilnehmern untersuchten, sondern an Hotelgästen. Diese waren sich nicht bewusst, Teil einer Studie zu sein.

Was ist Ihnen sauberes Wasser wert?

In sechs Schweizer Hotels stattete das Team insgesamt 265 Duschen mit einer digitalen Anzeige aus: Diese gab in 40 Prozent der Badezimmer nur die Wassertemperatur an. In den übrigen 60 Prozent zeigte sie die verbrauchte Wasser- und Energiemenge an sowie einen stilisierten Eisbären, der sich - je nach Energieverbrauch - entweder auf einem Stück Eis, einer Eisscholle oder schon unter Wasser befand. "Wir haben das mit und ohne Eisbär getestet - das machte aber keinen Unterschied", sagt Erstautorin Verena Tiefenbeck von der ETH.

Bei insgesamt fast 20.000 Duschvorgängen von Februar bis April 2016 verbrauchten jene Hotelgäste mit der intelligenten Echtzeit-Anzeige 11,4 Prozent weniger Energie als die anderen Kunden, die nur die Temperatur sahen. Pro Duschvorgang sank der Verbrauch von sonst 1,883 Kilowattstunden um 0,215 Kilowattstunden (kWh). "Die Menschen haben vor allem kürzer geduscht", erläutert die Wirtschaftsinformatikerin Tiefenbeck.

Rückmeldung in Echtzeit

Zwei der Autoren haben allerdings ein Unternehmen für solche Echtzeit-Energieanzeiger gegründet. Sie waren aber weder an der Datenauswertung noch an der Betreuung der Geräte in den Hotelzimmern beteiligt, heißt es. Die Autoren betonten zudem, bei ihrer Studie unabhängig geforscht zu haben.

Bei einem Großhandelspreis von 40 Schweizer Franken (umgerechnet 35 Euro) pro Gerät, so kalkuliert das Team, hätten sich diese Kosten für Hotels schon nach 2,2 Jahren ausgezahlt. Dabei gehen sie von einem Preis von 0,128 Franken pro kWh zum Erwärmen des Wassers, einem Wasserpreis von 3,8 Franken pro Kubikmeter, einem Verbrauch von 3,56 Litern pro Dusche und 1,2 Duschvorgängen pro Tag aus.

Die Preise seien in Deutschland und der Schweiz recht vergleichbar, betont Tiefenbeck. Allerdings seien die Geräte im Einzelhandel teurer. Dennoch würden sie sich bei einem Privathaushalt von rechnerisch 2,1 Personen schon nach etwa neun Monaten bezahlt machen - zumindest, wenn das Einsparpotenzial bei Privathaushalten ähnlich hoch wie bei den Hotelgästen bliebe.

joe/dpa

insgesamt 66 Beiträge
ruediger 21.11.2018
1.
Haben Sie die Zahlen mal nachgerechnet? Ich komm auf eine Einsparung pro Duschvorgang von nicht mal 3 Rappen (0,215 kWh*0.128Fr/kWh+3,56L*11,4%*3,8Fr/m**3). Um 40 Franken einzusparen benötige ich also 1376 Duschvorgänge. Sind [...]
Haben Sie die Zahlen mal nachgerechnet? Ich komm auf eine Einsparung pro Duschvorgang von nicht mal 3 Rappen (0,215 kWh*0.128Fr/kWh+3,56L*11,4%*3,8Fr/m**3). Um 40 Franken einzusparen benötige ich also 1376 Duschvorgänge. Sind bei 1.2 Duschen pro Tag * 2 Personen= 573 Tage also fast 19 Monate (und nicht 9) Auch ist die Wirkung eines dauerhaft installierten Zählers mit der Dauer immer weniger.
Sibylle1969 21.11.2018
2.
Ich hatte immer ein schlechtes Gewissen, weil ich gerne lange dusche, habe aber mal gestoppt, wie lange ich tatsächlich unter der warmen Brause stehe: es waren 5 Minuten, und die kamen mir schon lang vor. Find ich nicht [...]
Ich hatte immer ein schlechtes Gewissen, weil ich gerne lange dusche, habe aber mal gestoppt, wie lange ich tatsächlich unter der warmen Brause stehe: es waren 5 Minuten, und die kamen mir schon lang vor. Find ich nicht übermäßig lang. Außerdem dusche ich nur jeden zweiten Tag. Mal davon abgesehen, sollte ein Hotel sein Warmwasser nicht mit Strom, sondern mit günstigeren Energiequellen erzeugen. Vielleicht wäre das Geld sinnvoller angelegt. Außerdem fände ich es gut, wenn die wahre Motivation den Gästen offengelegt wird: genau wie bei der Aufforderung, die Handtücher doch bitte mehrmals zu verwenden (Lieber Gast, bitte helfen Sie mit beim Umweltschutz...), geht es primär um Kosteneinsparungen und nicht um Umweltschutz.
viwaldi 21.11.2018
3. Duschen ist mehr als reinigen
Im Hotel mag das hinhauen, Zuhause ist Duschen oft auch Wellness für die Seele. Wer sich dann gleich wieder ein schlechtes Gewissen einreden lassen will - viel Spaß- ohne mich. Und meine Kinder würden eh gleich versuchen, so [...]
Im Hotel mag das hinhauen, Zuhause ist Duschen oft auch Wellness für die Seele. Wer sich dann gleich wieder ein schlechtes Gewissen einreden lassen will - viel Spaß- ohne mich. Und meine Kinder würden eh gleich versuchen, so lange zu duschen bis der Eisbär tot umfällt.
realist4 21.11.2018
4. Mir egal
Ich möchte duschen und mich nicht feucht abwischen, dazu brauche ich einen ordentlichen Strahl. Allerdings bleibe ich nur unter der Dusche bis ich mit dem Waschen fertig bin. Die Digitalanzeige würde bei mir gar nichts nutzen. [...]
Ich möchte duschen und mich nicht feucht abwischen, dazu brauche ich einen ordentlichen Strahl. Allerdings bleibe ich nur unter der Dusche bis ich mit dem Waschen fertig bin. Die Digitalanzeige würde bei mir gar nichts nutzen. Ich bin auch äußerst skeptisch bei all diesen Berechnungen zur Energieeinsparung, wenn man zusammenzählt was da einem versprochen wird durch Dämmung, neue Heizung, Fenstertausch etc. müsste ich Geld vom Stomlieferanten erhalten anstatt zu zahlen.
flytogether 21.11.2018
5. Die Alternative
wäre Kaltduschen. Mache ich seit 15 Jahren, meine Frau konnte ich vor 5 Jahren davon überzeugen. Man geht ganz anders den Tag an, mental ist es ein großer Schritt, es schont Ressourcen, der Körper lernt mit [...]
wäre Kaltduschen. Mache ich seit 15 Jahren, meine Frau konnte ich vor 5 Jahren davon überzeugen. Man geht ganz anders den Tag an, mental ist es ein großer Schritt, es schont Ressourcen, der Körper lernt mit Temperaturschwankungen besser umzugehen und man hat sich ein wenig verabschiedet von dieser einlullenden Komforthaltung die einen immer mehr von der Natur entfremdet. Ich kenne Leute die im Winter nur bei geschlossenen Fenstern in beheizten Zimmern schlafen können. Rollladen selbstredend geschlossen damit man ja nicht mitbekommt ob es draußen regnet oder der Wind weht.

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